 |
Die Randverdunklung der Sonne
|
 |
Das Projekt "Messung der Randverdunklung der Sonne"
Ein Projekt von Eric Pfeiffer und Richard Beyer unter Leitung von
Peter Scheuermann
Physikalische Grundlage
Die Randverdunklung der Sonne ist ein Effekt, der
nur sehr selten mit dem bloßem Auge zu erkennen ist. Viel deutlicher lässt
er sich jedoch mittels spezieller Sonnenfilter oder auch
ganz einfach über die Sonnenprojektion auf einem Schirm darstellen.
Wie der Name schon vermuten lässt und Ihnen wahrscheinlich schon
bekannt sein dürfte, handelt es sich dabei um die Abnahme der Strahlungsintensität
in Richtung der äußeren Bezirke der projizierten Sonnenscheibe.
Abb. 1: Schema der Lichtwegverlängerung
Die Ursache hierfür ist in dem längeren
Lichtweg des Lichtes vom Rande der Sonne durch die kälteren, äußeren
Atmosphärenschichten zu suchen. Beim Durchdringen dieser Gase wird
das Licht der Photosphäre teilweise absorbiert, so dass man am
Rande nur noch in höhere, kältere und damit dunklere Photosphärenschichten
blickt als im Zentrum. Weiterhin kann an dieser Stelle vermerkt werden, dass die Randverdunklung wellenlängenabhängig ist, sich
also zum Beispiel im blauen Licht stärker als im roten Licht bemerkbar
macht. Somit gibt die Randverdunklung nicht nur Hinweise auf die Zusammensetzung
der durchdrungenen Atmosphäre, sondern lässt ebenfalls Aussagen
über die Temperatur der Photosphärenschichten zu.
Die Messanordnung
Nach kurzer Überlegung stand fest, dass nur die Projektion der Sonne auf einen Schirm für die Messung in Betracht
kommen konnte. Damit möglichst nur die auf einen bestimmten Punkt
auftreffende Sonnenstrahlung unabhängig von der Umgebungshelligkeit
gemessen werden kann, wurde ein kleines Loch in den Schirm gebohrt und
unser Sensor, ein Phototransistor, dahinter befestigt. Somit erreicht nur
die senkrecht auf das Loch treffende Strahlung die Sonde und man hat die
Möglichkeit auf eine hinderliche Abdunklung des Schirmes verzichten.
Der Phototransistor wurde zusätzlich in ein Linsensystem eingefasst,
was aber für die Funktion der Anordnung nicht zwingend notwendig ist.
Auf eine Nachführung des Teleskops wurde verzichtet, da die Helligkeitsverteilung
über die gesamte Sonne hinweg ermittelt werden sollte und somit die
Wanderung der Sonne oder besser die Drehung der Erde als langsamer und
konstanter Vorschub genutzt werden konnte.
Die entworfene Messschaltung basiert auf der
Verwendung zweier Operationsverstärkers, womit man den Aufbau in zwei
Teilen charakterisieren kann. Um unabhängig von Netzanschluss und zusätzlichen Geräten zu sein,
musste ein Weg zur Selbstversorgung
entwickelt werden. Der erste Teil stellt somit die Stromversorgung dar,
welche in Form eines 9V Blockbatterie gelöst wurde. Die Spannungsversorgung
realisiert dabei die Umwandlung des unipolaren Batteriestromes in eine
bipolare Versorgung mit virtuellem Nullpunkt, also der Masse. Der zweite
Teil der Schaltung umfasst die eigentliche Messanordnung. Der
Phototransistor steuert dabei den Operationsverstärker über einen
Emitterfolger an. Über den regelbaren Widerstand kann man die Verstärkung
des OP einstellen, was zum Ausgleich der verschiedenen Intensitätsniveaus
nach dem Neuaufbau der Messanordnung meist notwendig ist. Der endgültige Messwert
kann dann über Masse und Ausgang 6 des OP abgenommen
werden. Da eine schnelle Übertragung der Daten in einen Parallelport
nicht nötig war und der Schule ein digitales Messgerät (Digitalmultimeter
M-3830) mit integriertem AD-Wandler zum Anschluss an einen seriellen
Computerport zur Verfügung stand, verzichtete man bisher auf den Bau
eines eigenen Moduls zur Übertragung der Daten. Das anschließend
entwickelte Programm kann die Daten vom entsprechenden Port in den Speicher
lesen, auf der Festplatte sichern und natürlich übersichtlich
auswerten. Die genaue technische Anordnung ist am Ende des Beitrags zusammenfassend
abgebildet.
Ergebnisse
Wenngleich sich die Sonne im Schuljahr 1997/98 nicht
übermäßig häufig blicken ließ, konnten doch
genügend Messreihen aufgenommen werden, so dass eine verlässliche Auswertung möglich und sinnvoll wurde. Da sich bereits nach wenigen
Messungen eine für den Phototransistor charakteristische Spannungskurve
abzeichnete, wurde es möglich diese statistisch zu erfassen und in
einer gültigen Näherungsformel zu beschreiben. Über die
Einbeziehung weiterer in der Praxis bereits mehrfach nachgewiesener Zusammenhänge
konnte schließlich ein Weg zur Ermittlung der prozentualen Strahlungsintensität
auf der Sonne gefunden werden. Die Auswertungsergebnisse zeigten eine Bestätigung
der vorherrschenden theoretischen Aussagen und zeigten schließlich, dass die Helligkeitsdifferenzierung der Sonnenoberfläche deutlicher
als über viele andere Messverfahren dargestellt werden konnte.
Die gezielte Messung über Sonnenflecken hinweg zeigte deutlich den
dortigen Helligkeitsabfall, konnte aber zugleich beweisen, dass die
Intensität der unseren Augen schwarz erscheinenden Flecken maximal
20 Prozent unter der normalen Helligkeit der Sonnenphotosphäre lag.
Technische Zusammenfassung
Nachfolgend sind einige Informationen zusammengestellt,
die das Prinzip der Messung und den Aufbau der Apparatur verdeutlichen.

Abb. 2: Schema der
Messanordnung
Als Photoelement wurde der Phototransistor SP211
gewählt, der sich aufgrund seiner geringen Ausmaße (Ø2.5mm)
gut hinter dem Schirm befestigen ließ. Die grobe Funktion der folgenden,
verwendeten Schaltung wurde bereits in einem der vorhergehenden Textabschnitte
beschrieben.
Abb.
3: Schematische
Messschaltung
Die am Ausgang abfallenden Messwerte werden
vom Programm aufgezeichnet und können, wie in der folgenden Hardcopy
dargestellt, ausgewertet werden.
Abb. 4: Auswertungsbeispiel
Die Leiterplatte
Hier können Sie das PC-Programm
herunterladen.
Autoren: Eric Pfeiffer, Peter Scheuermann,
Wilhelm-Ostwald-Schule, Willi-Bredel-Str.15, 04279 Leipzig,
Andere
Astronomieseiten von Peter Scheuermann
|