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Spektroskopie
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Einfache Sternspektroskopie und Auswertung von Spektren
Grundlagen
Die von den Sternen ausgehende Strahlung kann auf der Erdoberfläche
nur in einem schmalen Bereich beobachtet werden. Die nachfolgende Abbildung
zeigt, dass der Bereich des sichtbaren Lichtes einen winzigen Anteil
des gesamten elektromagnetischen Spektrums ausmacht. Mit unseren Augen
erfassen wir etwa den Bereich von 400 nm bis 800 nm als farbiges Band.
Rotes Licht hat eine Wellenlänge von ca.700 nm, gelbes Licht um
600 nm, blaues Licht etwa 500 nm.
Wenden wir uns nun dem Bereich des sichtbaren Lichtes zu.
Schickt man das von einem Stern ausgehende Licht durch ein Glasprisma,
so wird es als Dispersionsspektrum sichtbar. Sterne können für
unsere Betrachtungen als punktförmig angenommen werden, weshalb wir
auf eine Spaltblende im Strahlengang verzichten. Will man jedoch das Sonnenspektrum
beobachten, ist eine Spaltblende unbedingt erforderlich. Für schulische
Sternspektroskopie kommen nur helle Sterne in Betracht. Die scheinbare
Helligkeit ist entscheidend für die Auswahl der Beobachtungsobjekte.
Die Einheit Größenklasse wurde bereits im antiken Griechenland
eingeführt. Damals teilte man die sichtbaren Sterne in 6 Größenklassen
ein, wobei Sterne 6. Größenklasse gerade noch mit bloßem
Auge erkennbare sind. Heute ist die Größenklasse als
fünfte Wurzel aus 100 definiert. Um mit den alten Einteilungen Konsistenz
zu erreichen, wurde die scheinbare Helligkeit des Polarsterns mit 2,12
mag festgesetzt. Damit gibt es nun auch Sterne mit negativer scheinbarer
Helligkeit (z.B. Sirius -1,46 mag). Physikalisch steckt hinter den Größenklassen
eigentlich die Größe Strahlungsfluss.
Das aus der Photosphäre austretende Licht durchdringt die dünneren
Atmosphärenschichten des Sterns. Die darin enthaltenen Elemente absorbieren
charakteristische Wellenlängen. Die absorbierte Energie führt
zu höheren Anregungszuständen in den Elektronenhüllen der
Elemente. Gehen die angeregten Elektronen wieder in niedrigere Energieniveaus
zurück, so wird Strahlung emittiert. Da Aussendung nicht nur in Beobachtungsrichtung
erfolgt und nicht unbedingt in der absorbierten Wellenlänge (Zwischenniveaus
sind möglich), sind derartige Prozesse die Ursache für
schwarze Absorptionslinien innerhalb des Spektrums (es gibt bei einigen
Objekten auch Emissionslinien). Kennt man die Wellenlängen, kann man
daraus auf die chemische Zusammensetzung der Sternatmosphähren schließen.
Zu beachten sind natürlich auch Absorptionsprozesse in der Erdatmosphäre
bzw. in Gaswolken die sich zwischen Beobachter und Stern befinden können.
Die so gewonnenen Sternspektren weisen charakteristische Merkmale auf,
die von der Temperatur und dem Entwicklungsstadium des jeweiligen Sterns
abhängen. Man teilt die Sterne in Spektralklassen ein.
Die Hauptklassen sind: O B A F G K M
Die Abbildung zeigt einige schematisierte Beispiele.
Wie kann man mit einfachen Mitteln Sternspektren aufnehmen und auswerten?
Um Spektren aufzunehmen, kann ein einfacher "Spektrograph" ohne großen
Aufwand gebaut werden. In die Sonnenblende des Fotoapparates wird ein Glasprisma
mit etwas Knetmasse befestigt. Nach erfolgreichen Aufnahmen kann die Justierung
mit einigen Tropfen Ep-Kleber fixiert werden. Das so erstellte Objektivprisma
kann in Verbindung mit einem Teleobjektiv (z.B. 300mm Brennweite) ohne
Nachführmechanismus zur Aufnahme von Sternspektren eingesetzt werden.
Die Abbildung zeigt das Prinzip des vom Verfasser erfolgreich eingesetzten
"Objektivspektrographen"
Zur Aufnahme der Spektren wird die Kamera so aufgestellt, dass durch
die scheinbare Bewegung des Sternhimmels das abgebildete Spektrum verbreitert
wird. Das Spektrum belichtet über ca. 10 Minuten einem Film.
Geeignet ist empfindlicher SW-Film (mind.. 400 ASA).
Die Auswertung der Spektren kann in einfacher Weise erfolgen. Zunächst
benötigt man ein "Eichspektrum", da die Dispersionskurve des verwendeten
Prismas i.A.. nicht bekannt ist. Als "Eichstern" eignen sich besonders
A0-Sterne. Die Abbildung zeigt ein mit der beschriebenen Apparatur gewonnenes
Spektrum der Wega.
Das Spektrum wird mit einem Diaprojektor vergrößert abgebildet. Die
Linienabstände können mit einem Lineal vermessen werden. Zur
Orientierung dient die deutlich sichtbare "Grünlücke". Anschließend
wird die Dispersionskurve des verwendeten Prismas auf Millimeterpapier
dargestellt. Die Abbildung zeigt eine so gewonnene "Eichkurve" für
ein vom Autor verwendetes Objektivprisma (hier vor dem Fernrohr angebracht).
Werden in Spektren anderer Sterne Linien gefunden, so kann man
bei gleichem Abbildungsverhältnis deren Wellenlänge und die zugehörigen
Elemente bestimmen. Natürlich sind Computerprogramme geeignet, diese
Arbeit zu automatisieren.
Verwendet man statt des Prismas ein Gitter, so vereinfacht sich die
Auswertung, da Abstand und Wellenlänge im gesamten Bereich proportional zueinander
sind. Professionell gewonnene Spektren werden heute mit Gittern
aufgenommen.
Aus dem Internet kann man Daten von Spektren beziehen, die dann mit
den Schülern ausgewertet werden können. Es kommt hinzu, dass dort auch Spektren für den nicht sichtbaren Bereich der elektromagnetischen
Strahlung verfügbar sind.
Hier können Sie ein Windows95-Programm
laden, das an unserem Gymnasium zur Auswertung der UV-Spektren des ASTRO-SPAS-Satelliten
geschrieben wurde. Es eignet sich auch zur Auswertung im sichtbaren Bereich.
Andere
Astronomieseiten von Peter Scheuermann
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