Die so oft als faktisch proklamierte fortwährende Expansionsbewegung
des Universums stellt unlängst kein Faktum für Kosmogonie und
Kosmologie dar. Einerseits bezieht sich erstere Behauptung auf die Feststellung
der Gesamtmasse des Alls, welche belegt, daß die uns mit den Mitteln
der Technik zugängliche Materie bei weitem nicht ausreicht, um der
Expansion Einhalt zu gebieten. Zum anderen stützen sich Hypothesen
über die Umkehrung der Ausdehnung hinsichtlich der Gravitationswirkungen
"fehlender" Massen auf das Vorhandensein sogenannter "dunkler (visuell
kaum aufzuspürender, d.h. nichtleuchtender) Materie", deren Fürsprecher
diesbezüglich von 90 Prozent der Masse des Kosmos ausgehen. Spekulationen
unter Betrachtung der Rotationsgeschwindigkeiten von Sternen in der Peripherie
des Milchstraßensystems, zuzüglich zahlreicher anderer Spiralgalaxien,
weisen auf unsichtbare "Pseudosterne" hin, die diese Theorie untermauern
könnten. Geht man davon aus, daß die hinzugezogenen Galaxien
sich durch eine Abnahme der Materie ausgehend vom Zentrum hin zu den marginalen
Bereichen auszeichnen, so läßt sich entgegen den Gesetzen der
Physik ein Antagonismus, der sich entfernungsbezogen auf auf gleichem Niveau
anzusiedelnder Rotationsgeschwindigkeiten bezieht, beobachten. Diese kursierenden
Vermutungen, denen man immer wieder bestrebt war abzuhelfen, sind gleichermaßen
auf den Begriff des "Braunen
Zwergs" zurückzuführen. Hinter diesem Mysterium verbirgt
sich ein kosmisches "Zwitterobjekt", das die Grenze zwischen Planet und
Stern tangiert und Rückschlüsse nur in bezug auf das geringfügige
Aussenden von Infrarotstrahlung zuläßt. Liegt es mit einer Masse
zwischen (0,07) und 0,09 Sonnenmassen zwar deutlich über der eines
Planeten, so ist jedoch eine Gewährleistung des Aufrechterhaltens
bzw. Instandsetzens von Fusionsprozessen nicht möglich. Das aus
entartetem
Gas bestehende Objekt bezieht seinen Energiehaushalt vordergründig
aus der Kompression der eigenen Materie im Schwerefeld, wobei die entstehende
thermische Energie lediglich eine Oberflächentemperatur innerhalb
von 1000 und 2500 °C bedingt (demnach würden sie sich im
Hertzsprung-Russell-Diagramm
an die Roten Zwerge anschließen). Derartige Nachweise sind schwer
zu erbringen, da sich diese "Minisonnen" aufgrund einer Leuchtkraft, die
sich im Tausendstel-Bereich der der Sonne bewegt, der Beobachtung entziehen,
jedoch gelang es 1992 einem astronomischen Forscher-Team der Universität
von Minnesota, 7 Zwergsterne, die Massen zwischen 0,07 und 0,08 Msonne
aufwiesen, in den Hyaden auszukundschaften; bleiben jene Entdeckungen zwar
Mangelware, so gilt der relativ junge (600 Millionen Jahre), im Sternbild
Stier befindliche Sternhaufen als einer der beweisträchtigsten Anwärter
der Erbringung des tatsächlichen Vorhandenseins Brauner Zwerge. Neben
den Hyaden stützen sich die Forschungen im überwiegenden Maße
auf die im selben Sternbild anzutreffenden Plejaden, einem Sternhaufen,
dessen Alter Astronomen auf 100 Millionen Jahre beziffern. Auch in diesem
Fall geht man von die Protostern-Phase umfassenden,
(wahrscheinlich) zukünftigen Braunen Zwergen aus, die infolge ihrer
charakteristischen Infrarotstrahlung imstande wären, sich zu "verraten".
Während bezüglich der Plejaden von einer Anzahl von 5000 möglichen
gesprochen wird, legt man sich bei den älteren Hyaden auf lediglich
ein knappes Dutzend fest. Ferner sind neben jenen Sternhaufen auch die
Kugelsternhaufen um unsere scheibenförmige Galaxis, des sogenannten
Halos, verdächtig, über eine geraume Zahl von Braunen Zwergsternen
zu verfügen. Wissenschaftler der Universität von British Columbia
(Kanada) konnten mittels einer Analyse der relativen Häufigkeit der
Sternhaufen in Korrelation zur Leuchtkraft den Beweis erbringen, daß
die Kugelsternhaufen keineswegs nur massereiche, helle Riesensterne beherbergen,
sondern im Hinblick auf geringere Helligkeiten immer zahlreichere Sterne
umfassen. Diese Erkenntnisse deuten auf eine Mehrheit von lichtschwächeren
Sternen innerhalb unseres Milchstraßensystems hin und verweisen ebenfalls
auf stellare, selbst nicht leuchtende Objekte.
Nicht nur die bereits behandelten Braunen Zwerge gelten als Ausdruck
der "fehlenden" Materie, auf deren Spuren eine französische und eine
amerikanisch-australische Forschergruppierung 1993 wandelte. Ziel der Beobachtung
stellte die Große Magellan-Wolke, eine die Milchstraße in einer
Entfernung von 50 kpc begleitende Satellitengalaxie, dar. Bizarre Lichtschwankungen,
die man betrachtet zu haben glaubte, beschwörten letztendlich die
Prägung des Begriffes "Machos" ("massive, kompakte Halo-Objekte")
herauf, die hinsichtlich ihrer (sich zwischen der des Jupiter und einem
Drittel der Sonne bewegenden) Masse bzw. ihres Schwerefeldes in der Lage
sind, Licht benachbarter Sterne abzulenken. Ein derartiges Objekt solle
als eine Konvex-Linse fungieren, die infolge des Bündels des von einem
jeweiligen Stern ausgesandten Lichtes denselben in Abhängigkeit von
der Masse des geheimnisvollen "Sterns" heller erscheinen läßt;
unter Ausschluß des Vorhandenseins von Veränderlichen, d.h.
tatsächlich Helligkeitsänderungen unterworfener Sterne, ergeben
Berechnungen mit einer Macho-Masse von der des Jupiter eine Pulsationsdauer
von wenigen Tagen, währenddessen bezüglich der eines "massereichen"
Braunen Zwerges ein Resultat von einigen Wochen vorliegt.
Alle diese Untersuchungen lassen auf jenes Novum, das die überwiegende Masse im Universum der Gestalt „dunkler Materie" zugrunde legt, schließen. Doch die Tatsache, daß lediglich 10 Prozent der Masse, die einen Stillstand der Expansionsbewegung des Kosmos bewirken könnte, erfaßt ist, läßt das "Modell vom geschlossenen Raum" in weite Ferne rücken. Denn um diese Vermutungen untermauern zu können, ist in erster Linie die Bestimmung des Anteils der "dunklen Materie", auf die sich neben den Braunen Zwergen und düsteren Machos auch die aufgrund ihres immensen Schwerefeldes gigantische Massen in sich vereinenden "Schwarze Löcher" konzentrieren, vonnöten.