Betrachtet man einmal ein Hertzsprung-Russell-Diagramm für Veränderliche
Sterne, so fällt einem ein dicker Streifen auf, der sich durch das
ganze Diagramm zieht, der Instabilitätsstreifen.
Auf diesen Streifen sind die Pulsationsveränderlichen
zu Hause.
Dies sind Sterne die in regelmäßigen Rhythmus ihren Radius,
ihre Temperatur und ihre Helligkeit ändern. Die Ursache dafür
ist der Kappa-Mechanismus, den ich an dieser
Stelle kurz erklären will. Tritt eine Störung des physikalischen
Zustandes des Gases in den Sternaußengebieten auf, die zu einer geringen
Kontraktion oder Expansion des Sterns führt, ändert sich die
Absorbtionsfähigkeit der Sternmaterie so stark, daß die Bewegung
nicht rückgängig gemacht, sondern sogar noch verstärkt wird.
Steigt bei einer Kontraktion die Absorbtionsfähigkeit des Gases an,
werden Druck und Temperatur dermaßen gesteigert, daß eine verstärkte
Expansion verursacht wird. Die Expansion erfolgt über die Gleichgewichtslage
hinaus, so daß die Absorbtionsfähigkeit und somit auch Temperatur
und Druck sinken. Durch den niedrigen Druck erfolgt nun wieder eine Kontraktion
unter dem Einfluß der Schwerkraft über den Gleichgewichtszustand
hinaus. Die Schwingung wird zwar gedämpft, die Umwandlung von Strahlungsenergie
in Schwingungsenergie ist aber so groß, daß die Schwingungsamplitude
wächst bis sich ein Gleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Dämpfung
eingestellt hat.
| Die bekannteste Klasse der Pulsationsveränderlichen sind die Cepheiden oder Delta-Cephei-Sterne. Der namensgebende Stern ist Delta Cep, ein Stern mit einer visuellen Helligkeit, die zwischen 3,9-5,1 mag liegt. Cepheiden sind von ihrer Häufigkeit her eher selten, da es sich aber zumeist um Überriesen handelt, kann man sie noch bis in große Entfernung sehen. In unserer Milchstraße gibt es rund 1000 dieser Gebilde. In den Lichtkurven sind diese Sterne durch einen sehr steilen Anstieg und einen langsamen Abfall zum Minimum charakterisiert. Diese Schwingungen werden streng regelmäßig mit einer Periodenlänge des Lichtwechsels zwischen 1 und 100 Tagen , meist zwischen 3 bis 10 Tagen ausgeführt. Die Amplituden liegen zwischen einer halben (Periodenlänge 2 Tage) und eineinhalb Größenklassen (Periodenlänge ca. 45 Tage). Beleg dafür, daß radiale Schwingungen die Helligkeitsänderung verursachen, ist die regelmäßige Änderung der Radialgeschwindigkeit (Geschwindigkeit mit der sich die Sternoberfläche auf uns zu oder von uns weg bewegt). Stellt man Radialgeschwindigkeit, Lichtkurve und Oberflächentemperatur gegeneinander, so zeigt sich,daß die Sterne dann am hellsten und heißesten sind, wenn sie am schnellsten expandieren. Durch die Änerung der Oberflächentemperatur schwankt die Spektralklasse, die im Minimum zwischen F5 und K5 und im Maximum zwischen F0 und G0 liegt. Der mittlere Radius schwankt bei den Cepheiden um 10%. |
Lichtkurven einiger Delta-Cepheiden Lichtkurve von Delta Cep |