Entartetes Gas
Bei der Sternmaterie unterscheidet man zwei verschiedene Arten von entartetem
Gas, zum einem entartetes Elektronengas und zum anderen
entartetes Neutronengas. Bei einer Sternentwicklung ist ersteres bei einem
Weißen Zwerg zum ersten mal und letzteres bei einem Neutronenstern
zum ersten mal zu beobachten.
Entartetes Elektronengas
Bei Materie mit sehr hoher Dichte, liegen die Atome so dicht nebeneinander,
daß die Atomrümpfe von den äußeren Elektronen getrennt
werden. Diese Atomrümpfe sind nicht mehr frei beweglich und pendeln,
wie bei den Metallen, nur noch um ihre Gleichgewichtslage. Trotzdem wird
diese Materie als Gas bezeichnet, weil die Abstände zwischen den einzelnen
Teilchen um ein Vielfaches größer sind als die Teilchen selbst,
da diese sich in der Größenordnung von 10-12
bis 10 -13 cm befinden, während
die Abstände zwischen den Atomrümpfen immer noch 10-8
cm betragen.
Die von den Atomrümpfen abgetrennten freien Elektronen sind dem
Pauli- Prinzip unterworfen, d.h. es können sich maximal zwei von ihnen
auf auf der gleichen Trajektorie (der Raum in dem sich ein bestimmtes Elektron
aufhalten kann) befinden oder aber diese Elektronen müssen verschiedene
Geschwindigkeiten besitzen. In dieser Gesetzmäßigkeit liegt
auch die Begründung dafür, daß Sterne mit entartetem Elektronengas
trotz der verhältnismäßig geringen Temperaturen höhere
Leuchtkräfte erreichen können.=> In einem entartetem Elektronengas
sind mindestens zwei Elektronen auf einer Trajektorie. Gemäß
dem Pauli- Prinzip haben diese voneinander verschiedene Geschwindigkeiten.
Daraus folgt aber, daß sie sich selbst bei Null Kelvin nicht in absoluter
Ruhe befinden dürfen und somit auch weiterhin Energie abstrahlen können.
Entstehen kann ein solches Gas nur ab einer Dichte, die größer
als 1000 g/cm3
ist und es somit erstmalig bei den Weißen Zwergen auftritt.
Unter einem entartetem Elektronengas versteht man im allgemeinen ein
Gas, dessen freie Elektronen alle Trajektorien unter Berücksichtigung
des Pauli- Prinzipes besetzt haben.
Entartetes Neutronengas
Aus einem entartetem Elektronengas kann ein entartetes Neutronengas
werden, wenn die Gravitationskraft des Körpers so groß ist,
daß der Gegendruck des Gases nicht ausreicht, um das Zusammenstürzen
des Sterns zu verhindern. Dann werden die Abstände zwischen den Elektronen
und Protonen so klein, daß sie miteinander zu einem Neutron reagieren.
Ein Gas, welches vorwiegend aus Neutronen besteht, kann der Gravitationskraft
eine beträchtlich größere Kraft entgegensetzen und somit
auch ein weiteres "in sich zusammenfallen" verhindern.
Um die Reaktion von einem Elektron mit einem Proton auszulösen,
muß in dem betreffendem Körper eine Dichte von mindestens 1
mio kg /cm3
vorhanden sein.
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