Nova (lat. neuer Stern)

Die ursprüngliche Bedeutung erklärt sich aus der Erscheinung eines Sterns am Himmel, wo vorher keiner zu sehen war.
In Wahrheit ist es aber der Helligkeitsausbruch eines Sterns, der mit einer Zunahme der Leuchtkraft um das tausend- bis einemillionfache verbunden ist. Man geht davon aus, daß die Ursache für eine solche Nova thermonukleare Veränderungen an der Oberfläche eines weißen Zwerges sind. Weiterhin ist der weiße Zwerg Bestandteil eines Doppelsternsystems mit einem massearmen Hauptreihenstern. Zu dem weißen Zwerg wird aufgrund seiner Gravitation Wasserstoff vom Hauptreihenstern zu  ihm hin gezogen, und es bildet sich beim weißen Zwerg eine Akkretionsscheibe aus Wasserstoff aus. Das Gas wird komprimiert und es kommt zu seiner Entartung. Außerdem steigt mit zunehmender Dicke die Temperatur in der Schichtuntergrenze. Es kommt zu einem Flash wobei die Temperatur ansteigt, ohne daß eine Expansion erfolgt. Sobald die Temperatur des Gases 10 Mill. Kelvin übersteigt, hebt sich die Entartung des Gases auf und es kommt zu einer explosionartigen Expansion der Sternenhülle. Die Heftigkeit der Expansion hängt vom Entartungsgrad des Gases ab. Dieser hängt wiederum von der Masse des Weißen Zwerges und der Schnelligkeit der Masseablagerung ab. Lagert sich in kurzer Zeit viel Materie ab, kühlt sich, die beim Aufprall erhitzte Materie nur langsam ab, folglich ist der Entartungsgrad solcher Materie niedrig und der Ausbruch ist nur schwach. Bei einem Ausbruch werden äußere Teile der Hülle, die bis dato nicht von Kernprozessenerfaßt wurden, durch den Stahlungsdruck weggedrückt. Es entsteht eine expandierende Gashülle um die Nova. Alle Strahlung die zu dieser Zeit empfangen werden kann kommt von dieser Hülle. Mit der Expansion wird die wird auch die strahlungsemittierende Fläche größer. Das Strahlungsmaximum liegt zuerst im UV-Bereich verschiebt sich aber nach einem Temperaturabfall ins sichtbare Spektrum. Die Maximaltemperatur liegt danach bei 7000 bis 10000 Kelvin, während sich der Hüllenradius um das 1000- bis 10000fache vergrößert hat. Mit weiterer Abkühlung des Hüllengases nimmt dessen Absorbtionsfähigkeit zu. Darum wird von innen kommende Strahlung von tieferliegenden Schichten absorbiert und darauf in den Weltraum reemittiert. Die abgestoßene Hülle enthält nur einen kleinen Teil der auf dem Weißen Zwerg abgelagerten Materie, deshalb können die Kernprozesse des Weißen Zwerges eine Zeit lang weitergehen, dies ist im besonderen Maße bei sehr langsamen Novae der Fall. Wenn sein Brennstoffvorrats dann entgültig erschöpft ist läßt seine Leuchtkraft nach und das Postnovastadium setzt ein. Im Postnovastadium hat sich die abgestoßene Materie im Raum zerstreut; das Spektrum des Sterns liegt im O- oder B-Bereich. Die absolute Helligkeit des Sterns im Postnovastadium beträgt etwa +5m.  Ingesamt liegt die Masse der abgestoßenen Hülle bei 10-5 bis 10-4 Sonnenmassen und ist im Vergleich zur Supernova sehr gering.
 
Verlauf (Zusammenfasung)
Innerhalb der ersten 2-3 Tage erfolgt eine Zunahme der Helligkeit bis 2 Größenklassen unter dem Maximum und nimmt an diesem Punkt einen Stillstand der Helligkeits- 
zunahme, man spricht vom Vormaximum. Bei einem sehr starken Anstieg der Helligkeit gibt es kein Vormaximum. Nach dem der Helligkeitsausbruch sein Maximum erreicht hat fällt er glatt und regelmäßig ab.Beim Maximum gleicht sein Absorbtionslinienspektrum dem der A- u. F-Überriesen. Daran schließt sich in der Regel eine Phase rascher Schwankung gelegentlich aber nur ein tiefes relatives Helligkeitsminimum. Dies wird durch ein Sinken der Gasdichte und dem Auftreten "verbotener Linien" von Sauerstoff, Eisen und Calcium. Man spricht vom Nebelstadium, da die Dichte der Hülle so gering wie in einem planet. Nebel ist. Der letzte Helligkeitsabffall zur Normalhelligkeit hat wieder einen ruhigen Verlauf. Damit setzt das Postnova-Stadium ein.
 
Lichtkurve einer Nova
 
Man unterscheidet drei Arten von Novae:

1. Die schnellen Novae (Na)
Auf einen schnellen Anstieg folgt ein schneller Abfall der Helligkeit, dabei fällt die Helligkeit in 100 Tagen um drei Größenklassen, bei sehr schnellen Novae sogar in ca. 20 Tagen.

2.  Die langsamen Novae (Nb)
Ein Helligkeitsabfall um 3 Größenklassendauert hier länger als 100 Tage, wobei die Zwischenminima nicht berücksichtigt werden

3. Die sehr langsamen Novae (Nc)
Das Maximum kann Jahre lang andauern, und es dauert Jahrzehnte bis ein normaler Endzustand (Postnova) erreicht wird.

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