Spektralklassen

Sie ist die Einordnung der Sterne nach dem Aussehen ihres Spektrums in die Klassen O,B;A,F,G,K,M,(R),(N) und S. Um
eine genauere Einordnung treffen zu können wird folglich noch eine dezimale Unterteilung innerhalb jeder Spektralklasse vorgenommen (0-9). Ein Spektrum, die Gesamtheit aller Lichtfarben, die sich durch Farbzerlegung von weißem Licht, das ein optisches Prisma durchquert, hervorrufen läßt, kann ortsbezogen spezifiziert werden. Jenes entstehende, kontinuierliche Spektrum, dessen Farbbereiche lückenlos ineinander übergehen, wird von allen festen oder flüssigen und unter hohem Druck stehenden gasförmigen Lichtquellen ausgesandt. Befindet sich der Stoff in der Lichtquelle, so entsteht ein Emissionsspektrum, dessen Eigenschaften durch das Aussenden von Strahlung charakterisiert sind. Es kann aus einzelnen Linien oder aus einer Vielzahl eng benachbarter Linien (Banden) zusammengesetzt sein und läßt farbige Linien auf dunklem Hintergrund erscheinen, d.h. letztere stellen das monochromatische Bild des Spaltes eines das von der Quelle ausgehende Licht beugenden Objektes (Gitter...) dar. Das Licht der Sonne zeigt ein kontinuirliches Spektrum mit einer Vielzahl von dunklen Absorptionslinien, die durch die Schwächung von Strahlungenergie beim Durchgang durch kühle Gase entstehen (diejenigen Linien sind in Form von  Spaltbildern an Positionen zu konstatieren, die nicht von gebeugtem Licht erfaßt werden - beide repräsentieren die Klasse der diskontinuierlichen Spektren). Die beobachteten Sternspektren sind fast ausschließlich Absorptionsspektren, Unterschiede finden sich in der Anzahl und Lage der Linien sowie in der Strahlungsintensität. So weißt ein Stern, dessen blauer Farbbereich am stärksten strahlt ein bläuliches Licht auf. Da die Spektralklasse jeweils einen bestimmter Bereich der Oberflächentemperatur und eine bestimmte Farbe des Sternlichtes kennzeichnet und die effektive Oberflächentemperatur von O (blau) nach M (rot) abnimmt, handelt es sich bei diesem Beispiel um einen Stern sehr hoher Temperatur. Entsprechend sind wenige Absorptions- linien vorzufinden. Man kann sagen, daß die Spektren heißer Sterne relativ wenige Linien (es handelt sich hierbei um Spektral- linien des Wasserstoffs und des Heliums) aufweisen. Im Gegensatz dazu findet man bei kühlen Sternen wenige Wasserstoff- linien, dafür sind Linien schwerer Elemente häufiger anzutreffen. Über 99% aller Sterne gehören den Spektralklassen O bis M an. Der Rest, die Riesensterne, die Novae, die planetarischen Nebel sowie die Wolf-Rayet-Sterne werden entsprechend den Sonderklassen S, R und N ; Q ; P und W zugeordnet.

Es ist uns nunmehr der Anlaß näher auf die Charakteristika der einzelnen Spektraltypen einzugehen:
1. Klasse O weist sich vordergründig durch Linien mehrfach ionisierter Atome, wobei ionisiertes Helium (II) dominiert, aus;     in bezug auf letztere sind sowohl helle als auch dunkle Linien vorzufinden; (theta) Orionis
2. Klasse B ist durch ein Intensitätsmaximum der Linien des elementaren Heliums hinsichtlich der Nebenklassifikation B2 charakterisiert; während die Intensität jener Linien mit abnehmender Effektivtemperatur sinkt, wächst hingegen die des
Wasserstoffs; beobachtbar, z.B. epsilon Orionis
3. Klasse A umschließt die sogenannten Wasserstoffsterne, deren Linien die maximale Intensität bei A2/A3 erreichen; zzgl. sind schwache Linien ionisierter Metalle (Calcium II) anzutreffen; alpha Sirius
4. Klasse F beinhaltet Sterne mit ausgeprägten H- und K-Linien des Calciums; delta Aquilae
5. Klasse G, auch als Sonnenspektrum tituliert,  weist hinsichtlich des genannten Charakteristikums von F eine noch höhere Stärke auf; viele neutrale Metalle (Eisen vorrangig) treten gleichermaßen auf
6. Klasse K zeigt starke Metallinien, Molekülbanden treten in Erscheinung; im Hinblick auf die bisherigen Spektralklassen weist das violette Licht gegen über dem roten eine geringere Intensität auf; alpha Bootis
7. Klasse M zeichnet sich ähnlich der Klasse K durch das Auftreten von Banden, welche auf das Vorhandensein von Metalloxiden (Hauptaugenmerk ist auf die Titaniumoxid-Banden zu richten) hindeuten, aus; der violette Bereich ist noch geringfügiger intensiv; alpha Orionis

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