
Ein Liebhaber von Farbmäusen züchtet seit längerem schwarze und weisse Mäuse. Bei
beiden Sorten ist er mitlerweile von ihrer Reinerbigkeit überzeugt, denn immer schon
haben die weissen Mäuse nur weisse Nachkommen erzeugt und auch in den Käfigen der
schwarzen Mäuse ist schon viele Generationen lang keine Abweichung in der Färbung zu
beobachten gewesen.
Eines Tages entschließt er sich, etwas neues zu versuchen: Er setzt ein weisses Männchen
mit einem schwarzen Weibchen zusammen. Das Ergebnis überrascht ihn nicht weiter: Alle
Nachkommen tragen ein graues Fell, wie es die wilden Hausmäuse haben. Die Farbe
"grau" erscheint ihm als passend für Bastarde zwischen "schwarz" und
"weiss". Überraschend und für unseren Mäusezüchter sehr verwirrend, ist die
Nachkommenschaft, die er von einem Pärchen dieser grauen Mäuse im Laufe des nächsten
halben Jahres bekommt. Neben schwarzen, weissen und grauen Mäusen findet er unter den
Nachkommen auch schokoladenbraune und braunmelierte, die er zimtfarben nennt. Die
Verteilung dieser Farben auf die Nachkommenschaft zeigt die folgende Tabelle:
| Phänotyp | Anzahl |
| schwarz | 8 |
| weiss | 18 |
| grau | 31 |
| zimt | 7 |
| schokolade | 4 |
Ergänzende Kreuzungsversuche mit Mäusen aus dieser Nachkommenschaft haben folgende Ergebnisse:
Sind beide Eltern schokoladenbraun, so sind alle Kinder ebenfalls schokoladenbraun. Nur
bei einem derartigen Pärchen erhält er zwar viele schokoladenbraune aber auch einige
weisse Nachkommen.
Interessant ist Nachkommenschaft des schwarzen Mausbocks Fritz. Zunächst zeugt er mit
einer schwarzen Mäusin lauter schwarze Mäuschen, mit einer anderen ebenfalls schwarzen
Mäusin hat er viele schwarze, einige braune und einige weisse Kinder. Am buntesten ist
die Nachkommenschaft von Fritz und einer zimtfarbenen Mäusin: Sie besteht zu etwa
gleichen Teilen aus schwarzen, weissen, grauen, zimtfarbenen und schokoladenbraunen
Kindern.
Der Mäusezüchter erhofft sich Hilfe von einem Fachbuch; dort liest er:
Wilde Hausmäuse sehen graumeliert aus. Hält man eine solche Maus am Schwanz hoch und bläst ihr von hinten ins Fell, so sieht man, wodurch der graue Farbeindruck entsteht: Jedes Haar ist an seiner Basis schwarz, seine Spitze aber ist gelb gefärbt. Dieses Haarmuster heißt nach einem südamerikanischen Nager "agouti". Es gibt Mutanten, sogenannte "non-agouti", bei denen die gelbe Färbung fehlt. Die Haare sind dann einheitlich gefärbt."
Aufgabenstellung
Aufgrund deiner Kenntnisse in formaler Genetik solltest du in der Lage sein, dem Mäusefreund zu helfen.
(Zur Verfügung gestellt von H. Joußen; HTMLisiert von
Til Kreuels )ZUM Biologie Lehrplan NRW