Aufgabe: Lernen bei Tieren

Arbeitsmaterial

  1. Ein buntes Hütchen, das man einem hungrigen Goldfisch ins Aquarium hängt, löst bei ihm keine Reaktionen aus. Gibt man in das Hütchen kleine Würmer, so schwimmt er hin und frißt sie. Hat der Goldfisch einige Male Würmer aus dem Hütchen gefressen und bietet man ihm dann das Hütchen wieder ohne Würmer, so kann man beobachten, daß er jetzt auch zu dem leeren Hütchen hinschwimmt und eventuell sogar danach schnappt.
  2. Der Biologe Karl von Frisch hielt einen Sittich, den er gelegentlich frei im Zimmer umherfliegen ließ, was der Vogel offensichtlich gern mochte. Um die Beschmutzung des Zimmers in Grenzen zu halten, ließ v. Frisch den Sittich einige Male dann frei, wenn er gerade seinen Kot abgegeben hatte. Der Vogel bemühte sich daraufhin, sobald v. Frisch an den Käfig trat, Kot abzugeben. Dabei vollführte er oft erstaunliche Verrenkungen, wenn er dazu nicht sofort in der Lage war.
  3. Setzt man einen Hamster zu einer Zeit, in der er gewöhnlich freien Auslauf erhält, in einen geschlossenen Kasten, so zeigt er motorische Unruhe, die sich in verschiedenen Formen spontanen Verhaltens wie Herumlaufen, Aufrichten des Körpers an der Wand, Schnauzenstoßen und anderem zeigt. Befindet sich an dem Kasten eine Tür, die sich bei Druck von innen öffnet, so kann es sein, daß der Hamster nach einiger Zeit zufällig den Ausweg entdeckt. Hat das Tier einmal mit dem Türöffnen Erfolg gehabt, so lernt es bei Wiederholung des Vorgangs bald, sich der Tür zuzuwenden und sie durch Druck zu öffnen.
  4. K. Immelmann ließ junge Zebrafinkenmännchen durch Japanische Mövchen vom Ei ab aufziehen. Ließ er diese Männchen später zwischen arteigenen Weibchen und Mövchenweibchen wählen, so zogen sie fast in jedem Fall die Mövchen vor. Sperrte er sie mit einem arteigenen Weibchen in einen Käfig, so ließ sich eine erfolgreiche Brut erzwingen; aber selbst nach mehreren erzwungenen Bruten paarten sich die Männchen im Wahlversuch wieder nur mit den Weibchen der Ziehelternart.
  5. Läßt man einen Hamster, der gerade spontan am Käfiggitter rüttelt, aus dem Käfig heraus, so kann man nach einigen Wiederholungen beobachten, daß der Hamster zunehmend häufiger so lange am Gitter rüttelt, bis er schließlich herausgelassen wird.

Aufgabenstellung

  1. Vergleiche die beschriebenen Verhaltensweisen; stelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
  2. Kennzeichne die Verhaltensweisen mit passenden Fachbegriffen; begründe deine Zuordnung zu einem bestimmten Typ von Lernen, indem du Gemeinsamkeiten des betreffenden Verhaltens mit einem aus dem Unterricht bekannten verdeutlichst.

(Zur Verfügung gestellt von H. Joußen; HTMLisiert von Til Kreuels )


ZUM Biologie Lehrplan NRW