Unter den Säugetieren Mitteleuropas ist der Igel (Erinaceus europaeus) der einzige Stachelträger. Als typischer Vertreter der Insektenfresser ernährt er sich vor allem von Wirbellosen, kleinen Wirbeltieren und Aas. Die meisten Jungen kommen im Frühsommer zur Welt. Oft folgt im Herbst noch ein zweiter Wurf, besonders wenn der erste zu Grunde ging. Die Jungen sind mit etwa sechs Wochen selbstständig. Die natürlichen Lebensräume des nachtaktiven, relativ standorttreuen Jägers sind
Wald und Heidelandschaften. Als Kulturfolger ist der Igel auch in unmittelbarer Nähe des Menschen anzutreffen, zum Beispiel in Parks oder in Gärten. Sinken im Herbst die Temperaturen unter ein bestimmtes Minimum, verkriecht sich der Igel bis in das Frühjahr zum Winterschlaf (Abb. 1). Diesen hält er an vermeintlich frostfreien Stellen, wie Schuppen, Komposthaufen oder Laubnestern. Ein zusätzlicher Aufwachvorgang, welcher u. a. durch die Änderung der Umgebungstemperatur ausgelöst werden kann, ist mit einem erhöhten und veränderten Stoffwechselgeschehen verbunden (Abb. 2). Obwohl der Igel unter Naturschutz steht, ist es gestattet, Jungtiere, die vor dem Winter deutlich weniger als 5OOg wiegen, zur Winterpflege ins Haus zu nehmen. Entweder halten sie dort in kühlen Räumen ihren Winterschlaf oder sie sind so pflegebedürftig, dass sie keinen Winterschlaf halten können. Dazu dürfen die Räume, in denen die Tiere Auslauf haben, nicht unter 15"C kalt sein.

Abb. 1: Jahreszeitlicher Verlauf der
durchschnittlichen Umgebungstemperatur und Körpertemperatur beim Igel mit
Unterbrechung des Winterschlafes

Abb. 2: Blutkonzentrationen von Glucose,
Glycerol und Fettsäuren in Abhängigkeit der Körpertemperatur bei
Winterschläfern
|
1. |
Definieren Sie den
Begriff "Winterschlaf". Erklären Sie seine biologische
Bedeutung. |
(3 BE) |
|
2. |
Interpretieren Sie die
Abb. 1 für den Zeitraum Dezember bis Februar. Stellen Sie einen
Zusammenhang zur Abb 2. her
|
(6 BE) |
|
3. |
Beschreiben Sie den im
Elektronenmikroskop sichtbaren Feinbau eines Mitochondriums. |
(3 BE) |
|
4. |
Stellen Sie den Ablauf
des Zitronensäure-Zyklus (KREBS-Zyklus) in einem Schema dar. |
(7 BE) |
| 5. |
Nennen Sie zwei
Gefahren, die sich für die Igelpopulation aus der Nähe zum Menschen
ergibt. Beschreiben Sie zwei weitere sinnvolle Maßnahmen des
Igelschutzes. |
(4 BE) |
| 6. |
Begründen Sie, weshalb
Jungigel mit einer Masse von weniger als 500g zur Überwinterung
aufgenommen werden dürfen. |
(2 BE) |