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Die Erbkrankheit Chorea Huntington (Veitstanz) wird autosomal-dominant vererbt.
Das verursachende Gen wurde 1993 identifiziert. Es liegt auf dem Chromosom 4 und
codiert das Protein Huntingtin. Im Huntingtin-Gen sind 10-30 Wiederholungen des
Tripletts CAG (codiert die Aminosäure Glutamin) normal. Bei Erkrankten kommen
zwischen 38 und 100 Wiederholungen vor. Das so veränderte Protein bildet mit
anderen Proteinen in den Nervenzellen größere Komplexe. Infolge komplizierter
Wechselwirkungen des Nervenzellstoffwechsels wird die Erregungsübertragung an
Synapsen mit dem Transmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA) gestört. Letztlich
sterben die Neuronen ab.
Die in allen Fällen tödlich verlaufende Erbkrankheit bricht meist zwischen dem
35. und 45. Lebensjahr aus. Sie ist zunächst durch unkontrollierte Bewegungen
und Muskelzuckungen und später durch zunehmenden Verlust der geistigen
Fähigkeiten gekennzeichnet. Gelegentlich finden Benzodiazepine, Wirkstoffe von
Beruhigungs- und Schlafmitteln, auch bei Chorea-Huntington-Patienten Anwendung.
Sie erhöhen die Empfindlichkeit von GABA-Rezeptoren gegenüber dem Transmitter.
Somit sind geringere Mengen GABA für eine ausreichende Ionen-Diffusion durch die
Membran erforderlich.

Abb. 3: Anzahl der CAG-Wiederholungen und Erkrankungsalter bei
Chorea-Huntington-Patienten

Abb. 4: Wirkungsweise einer GABA-Synapse (stark vereinfacht)