Bearbeiten Sie die nachstehende Aufgabe.
Bienenkrankheiten, wie z. B. die Varroatose, sind eine
der Hauptursachen für einen immer stärkeren Rückgang einheimischer
Bienenpopulationen (Apis mellifera).
Die Varroa-Milben, braunrote, gut einen Millimeter große Spinnentiere,
beißen sich mit ihren Mundwerkzeugen durch die Chitinpanzer der Bienen und
ihrer Puppen, um sich von der Hämolymphe, dem Blut der Insekten, zu
ernähren. Muttermilben dringen in den Futtersaft der Waben ein und lassen
sich zusammen mit den Bienenlarven für ca. 12-14 Tage einschließen. In
dieser zeit finden die Eiablage und die 8 bis 10-tägige Entwicklung zu neuen
Milben statt.
21 Tage (Arbeitsbienen) bzw. 24 Tage (Drohnen) nach der Eiablage durch die
Königin schlüpfen die befallenen jungen Bienen. Von den Milben geschwächt
und häufig flugunfähig sind sie Überträger der Tochter- und Muttermilben im
ganzen Stock. Der Zusammenbruch des ganzen Bienenstaates ist die Folge (Abb.
2).
Die asiatische Biene Apis cerana hingegen lebt seit mehreren tausend Jahren
mit der Milbe. Sie erkennt befallenen Waben und ist in der Lage, Milben zu
entfernen, bevor ihre Vermehrung einsetzt. Bei der westlichen Honigbiene
Apis mellifera, unserer heimischen Art, ist dieses Verhalten noch nicht
ausgebildet. Jedoch zeigen neueste Untersuchungen, dass auch erste Völker
die Varroa-Milbe erkennen und bekämpfen.
Züchter sind angehalten, solche Bienenvölker zu vermehren und diese
Eigenschaften durch künstliche Auslese zu verstärken. Ziel ist es
varroaresistente Bienen zu züchten.
Bis zu einem Durchbruch auf diesem Gebiet arbeitet man an der
Weiterentwicklung von speziellen Pestiziden, den Varroaziden. Das Varroazid
Flumethrin ist, richtig dosiert, viel versprechend und für Bienen relativ
unschädlich. Erfolgt jedoch ein Einsatz zum falschen Zeitpunkt, sind
Rückstände im Honig, dessen "Ernte" von Mai bis Anfang August erfolgt,
nachweisbar. Flumethrin, ein Neurotoxin, verhindert das Schließen der
Natrium-Ionen-Kanäle in der Cytoplasmamembran der Nervenzellen.
Plastikstreifen mit Flumethrin werden für ca. 4-6 Wochen in Bienenstöcke
gehängt. Durch Berühren dieser Streifen verbreitet sich der Wirkstoff im
ganzen Bienenvolk.
| Bezeichnung |
Spezielle Funktionen und
Aufgaben |
Zeit |
| Stockbienen |
Putzbiene - Putzen der Wabenzellen |
01. - 02. Tag |
| Ammenbiene - Füttern der Larven |
03. - 11. Tag |
| Baubiene - Bau der Wachswaben |
12. - 16. Tag |
| Biene verarbeitet Nektar zu Honig |
17. - 19. Tag |
| Wächterbiene - Bewachen des Volkes |
20. - 21. Tag |
| Sammelbiene |
die Biene sammelt Nektar, Pollen, Kittharz,
Honigtau und Wasser |
22. Tag bis zum Tod
(Lebensdauer im Sommer ca 40 Tage) |
Abb. 1: Die altersspezifische Arbeitsteilung der Arbeitsbienen im Staat

Abb. 2: Die Entwicklung von Milben und Bienen im Jahresverlauf