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Biologie in Sachsen

Schmetterling

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Leistungskurs: Prüfung 2007

Aufgabe A: Bienen und deren Parasiten

(Allgemeine Arbeitshinweise)

Bearbeiten Sie die nachstehende Aufgabe.

Bienenkrankheiten, wie z. B. die Varroatose, sind eine der Hauptursachen für einen immer stärkeren Rückgang einheimischer Bienenpopulationen (Apis mellifera).
Die Varroa-Milben, braunrote, gut einen Millimeter große Spinnentiere, beißen sich mit ihren Mundwerkzeugen durch die Chitinpanzer der Bienen und ihrer Puppen, um sich von der Hämolymphe, dem Blut der Insekten, zu ernähren. Muttermilben dringen in den Futtersaft der Waben ein und lassen sich zusammen mit den Bienenlarven für ca. 12-14 Tage einschließen. In dieser zeit finden die Eiablage und die 8 bis 10-tägige Entwicklung zu neuen Milben statt.
21 Tage (Arbeitsbienen) bzw. 24 Tage (Drohnen) nach der Eiablage durch die Königin schlüpfen die befallenen jungen Bienen. Von den Milben geschwächt und häufig flugunfähig sind sie Überträger der Tochter- und Muttermilben im ganzen Stock. Der Zusammenbruch des ganzen Bienenstaates ist die Folge (Abb. 2).
Die asiatische Biene Apis cerana hingegen lebt seit mehreren tausend Jahren mit der Milbe. Sie erkennt befallenen Waben und ist in der Lage, Milben zu entfernen, bevor ihre Vermehrung einsetzt. Bei der westlichen Honigbiene Apis mellifera, unserer heimischen Art, ist dieses Verhalten noch nicht ausgebildet. Jedoch zeigen neueste Untersuchungen, dass auch erste Völker die Varroa-Milbe erkennen und bekämpfen.
Züchter sind angehalten, solche Bienenvölker zu vermehren und diese Eigenschaften durch künstliche Auslese zu verstärken. Ziel ist es varroaresistente Bienen zu züchten.
Bis zu einem Durchbruch auf diesem Gebiet arbeitet man an der Weiterentwicklung von speziellen Pestiziden, den Varroaziden. Das Varroazid Flumethrin ist, richtig dosiert, viel versprechend und für Bienen relativ unschädlich. Erfolgt jedoch ein Einsatz zum falschen Zeitpunkt, sind Rückstände im Honig, dessen "Ernte" von Mai bis Anfang August erfolgt, nachweisbar. Flumethrin, ein Neurotoxin, verhindert das Schließen der Natrium-Ionen-Kanäle in der Cytoplasmamembran der Nervenzellen. Plastikstreifen mit Flumethrin werden für ca. 4-6 Wochen in Bienenstöcke gehängt. Durch Berühren dieser Streifen verbreitet sich der Wirkstoff im ganzen Bienenvolk.

Bezeichnung Spezielle Funktionen und Aufgaben Zeit
Stockbienen Putzbiene - Putzen der Wabenzellen 01. - 02. Tag
Ammenbiene - Füttern der Larven 03. - 11. Tag
Baubiene - Bau der Wachswaben 12. - 16. Tag
Biene verarbeitet Nektar zu Honig 17. - 19. Tag
Wächterbiene - Bewachen des Volkes 20. - 21. Tag
Sammelbiene die Biene sammelt Nektar, Pollen, Kittharz, Honigtau und Wasser 22. Tag bis zum Tod
(Lebensdauer im Sommer ca 40 Tage)

Abb. 1: Die altersspezifische Arbeitsteilung der Arbeitsbienen im Staat

Die Entwicklung von Milben und Bienen im Jahresverlauf

Abb. 2: Die Entwicklung von Milben und Bienen im Jahresverlauf

1.

Erläutern Sie die interspezifische Beziehung zwischen Varroa-Milben und Honigbienen (Apis mellifera).

(2 BE)

2.

Stellen Sie in einem Fließschema den Zusammenhang zwischen Milbenbefall, dem Entwicklungszyklus der Honigbiene und dem Rückgang der Individuenzahl einheimischer Bienen dar.

(5 BE)

3.

Fertigen Sie eine beschriftete schematische Zeichnung einer Synapse an.

(5 BE)

4.

Begründen Sie die tödliche Wirkung von Flumethrin auf die Varroa-Milben. Erklären Sie die Notwendigkeit flumethrinhaltige Plastikstreifen mindestens 4-6 Wochen im Bienenstock zu belassen.

(4 BE)

5. Werten Sie die Abb. 2 aus.
Nennen und begründen Sie einen günstigen Zeitpunkt für den Einsatz der Varroazide.

(7 BE)

6. Beschreiben Sie eine Möglichkeit zur Züchtung varroaresistenter Bienenarten.

(2 BE)

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