ZUM [Internet]

Biologie in Sachsen

Schmetterling

Alle Fächer / Koordinator: C. Busse / E-Mail

 

Leistungskurs: Prüfung 1995

Aufgabe B 1: Okapi (Evolution)

 

Erst 1901 wurde das Okapi vom englischen Zoologen Johnston in den Regenwäldern des oberen Kongobeckens entdeckt. Da der Körperbau des Tieres stark einer Form ähnelt, die durch Knochenfunde aus dem Obermiozän bekannt war, hielt man es lange Zeit für ein lebendes Fossil, als einen im Urwald erhalten gebliebenen Vorfahr der heutigen Giraffen.
Jüngste Untersuchungen des Wiener Paläontologen Erich Thenius zeigen aber, dass das Tier, dessen Körperbau erstaunlich viele Merkmale seiner Steppenverwandten aufweist, erst vor 4,5 Millionen Jahren zum Waldbewohner wurde, als sich der Regenwald in Afrika enorm auszudehnen begann. Heutige Stammbaumdarstellungen zeigen für Okapi und Langhalsgiraffen gemeinsame Vorfahren (“Urgiraffen“)
Die folgende Tabelle enthält wesentliche Unterschiede der zwei Giraffensippen, die beide zu den wiederkäuenden Paarhufern gehören.

Langhalsgiraffe (Giraffe) Kurzhalsgiraffe (Okapi)
Steppentier, Herdentier, tagaktiv Urwaldbewohner, Einzelgänger, nachtaktiv
Verbreitungsgebiet: von Nubien und Äthiopien bis Südafrika Verbreitungsgebiet: tropischer Regenwald von Zentralafrika
Erscheinungsbild: bis 6 m groß, sehr langer Hals, Rückenlinie stark abfallend Erscheinungsbild: mehr pferdeartig, etwa 1,150 m groß Rückenlinie wenig abfallend, Hals wesentlich kürzer als bei Langhalsgiraffen
Kopf der Männchen mit 2 bis 5 kleinen Hörnern, die völlig von Fell überzogen sind Kopf der Männchen mit 2 Hörnern, deren Spitzen nicht völlig vom Fell überzogen sind
Fellzeichnung außerordentlich variabel: alle Übergänge von dunkelbraunem Fell mit weißem Netzwerk bis zu weißlichem Fell mit unregelmäßig stern- oder blattförmigen dunklen Flecken Fell bei Männchen braunrot, bei Weibchen und Jungtieren schwarz, mit auffallend abwechselnd tiefschwarz und leuchtend weißen zebraähnlichen Streifen auf Vorderbeinen, Hinterkeulen und Hinterbeinen

1.

Mit Hilfe von Serumreaktionen wurden die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Okapi, Giraffe und Zebra untersucht. 
Beschreiben Sie das Experimentelle Vorgehen bei serologischen Verwandtschaftsbeweis. Welches Ergebnis ist zu erwarten?

(6 BE)

2.

Für eine exakte Stammbaumanalyse des Okapi wurde das Erbgut verschiedener Giraffenrassen in Einzelstränge zerlegt und mit Einzelsträngen der Okapi-DNA gemischt. Warum kann diese Methode der DNA-Hybridisierung zu Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse beitragen?

(6 BE)

3. 

Erklären Sie die mögliche Entwicklung der Urgiraffe zum Okapi bzw. zur Langhalsgiraffe durch das Zusammenwirken verschiedener Evolutionsfaktoren.

(13 BE)

Zurück zur Übersicht Biologie - Sachsen

Zurück

Zurück zur Übersicht - Prüfungsaufgaben


© C. Busse 30.04.2005

Suche in ZUM.DE, ZUM-Wiki, ZUM-Unity und Digitale Schule Bayern
Der Partnershop mit Amazon

unterstützt die Arbeit der ZUM


ZUM Backlink - Rechtlicher Hinweis - Serverstatistik - Mitgliedschaft - Partner - Download ZUM-Flyer
© 1997 - 2012 ZUM Internet e.V.