Leistungskurs: Prüfung 1995
Aufgabe B 2: Schlangengift
Von den insgesamt 2700 Schlangenarten unserer Erde produziert ein Fünftel
giftige Sekrete. Schlangen setzen ihr Gift zum Beuteerwerb, zur Verdauung oder zur
Verteidigung ein. Die Zusammensetzung eines Schlangengiftes bestimmt seine Wirkungsweise,
So beeinflussen manche Gifte z. B. die Erregungsübertragung an den motorischen Endplatten
(neuromuskulären Synapsen). Die Abbildung zeigt die Struktur des Schlangengiftes
Erabutoxin. Es ist eines der ersten Toxine, dessen chemische Struktur völlig aufgeklärt
werden konnte

Chemische Struktur von Erabutoxin Für nachfolgende Schlangengifte sind
als primäre Wirkungen auf die Erregungsübertragung an dem motorischen Endplatten
nachgewiesen worden:
Bungarotoxin, das Gift der in Asien in buschigen Wäldern und auf
Reisfeldern vorkommenden Kraits, blockiert den Acetylcholin-Rezeptor.
- Taipoxin, das Gift des australischen Taipans, verhindert die Freisetzung von
Acetylcholin
- Die südafrikanische Schwarze Mamba produziert Dendrotoxine, welche die Kaliumporen des
präsynaptischen Elementes blockieren. Sie bildet auch Fasciculine, die das Enzym
Cholinesterase hemmt.
1. |
Fertigen Sie auf unliniertem Papier eine schematische
Zeichnung einer markhaltigen Wirbeltier-Nervenzelle an und beschriften Sie diese. |
(6 BE) |
2. |
Beschreiben Sie den Ablauf der Erregungsübertragung an einer
motorischen Endplatte. |
(8 BE) |
3. |
Erklären Sie, welche Wirkung drei der genannten Gifte auf
das Beutetier einer Schlange ausüben |
(6 BE) |
4. |
Beschreiben Sie anhand der Abbildung den strukturellen Aufbau von Erabutoxin. |
(5 BE) |
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