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Gregor Johann Mendel

 

Gregor Johann Mendel wurde am 22. Juli 1822 in Heinzendorf bei Neu-Titschein geboren. Als Sohn eines Landwirtes besuchte er das Privatkollegium in Leipnik und danach das Gymnasium in Troppau. Schon als kleiner Junge interessierte er sich für die Natur, wobei er durch den Pfarrer Gregor Mendel und Lehrer seines Heimatortes stark beeinflusst wurde. So lernte er das Propfen der Obstbäume und die Methoden der Bienenzucht kennen. Mit sehr starken finanziellen Schwierigkeiten studierte er am Philosophischen Institut Ölmutz, um Geistlicher zu werden. 1843 trat er als Norize in das Augustinkloster ein. Sein Theologiestudium an der Universität von Brunn begann er 1844, 1847 wurde er zum Priester geweiht. Während seines Studiums, besuchte er auch Vorlesungen über Landwirtschaft, Obst- und Weinanbau bei Diebl. Dort führte er schon erste Versuche im klostereigenen Garten mit Pflanzen durch. 1848 übernahm er diesen Garten. Als Mendel 1849 den Auftrag erhielt, am Gymnasium in Znaim Unterricht in Latein, Griechisch, Deutsch und Mathematik zu nehmen, schaffte er ein Jahr später die Lehramtsprüfung nicht. 

Er ging nach Wien und studierte dort von 1851 bis 1853 Naturwissenschaft. Ein Jahr später übernahm er die Lehrstelle in Brunn für Naturwissenschaften aus der Deutschen Staatsoberrealschule für 14 Jahre. Nebenbei arbeitete er im Naturforschenden Verein und beschäftigte sich mit den Fragen der Meteorologie und widmete sich der Pflanzen- und Bienenzucht. 1855 begann Mendel mit seinen Kreuzungsversuchen an Erbsen. Er erfasste die Mängel und Grenzen seiner Vorgänger und erwies sich  als überaus guter Theoretiker. Mendel beschränkte sich auf eine geringe Anzahl eindeutig unterschiedlicher Merkmale, und beobachtete an Populationen, nicht wie seine Vorgänge an wenigen Individuen. Sein Augenmerk widmete er nicht auf den Gesamtorganismus, sondern in einzelne markante Erscheinungen. Mendel kauft 34 Erbsenrassen, die er 2 Jahre lang auf Reinheit prüfte. Davon wählte er 22 Rassen aus, bei denen er dieselben Merkmalspaare in den Nachkommen verfolgte, indem er je zwei differierende Merkmale durch Kreuzung vereinigte.

1865 erschien sein Werk: Versuche über Pflanzenhybriden

1.      Samen:                        rund – runzlig oder kantig

    2.      Kotyledonen:               gelb – grün

    3.      Samenschale:               weiß – grau

    4.      Hülsenform:                 gewölbt – eingeschnürt

    5.      Hülsenfarbe:                grün – gelb

    6.      Blütenstellung:  achsenständig – endständig

    7.      Blütenachse:                lang – kurz

     Ausschließen musste er diejenige, die sich nicht eindeutig unterscheiden lassen konnten. Um Selbstbefruchtung auszuschließen, hatte er die Staubgefäße vorzeitig entfernt, und schützte vor Fremdbefruchtung mit kleinen Papierbeuteln. Um Zufälle auszuschließen war er bemüht eine große Anzahl an Pflanzen heranzuziehen. Mendels Mittelpunkt waren Populationen, nicht Individuen. Somit züchtigte er aus den 22 Erbsenrassen weit mehr als 5000 Nachkommen. Mit genauen mathematischen Statistiken und unter Benutzung eines Symbolsystems konnte er folgende Gesetzmäßigkeiten erkennen:

Erstes Gesetz: Uniformitätsregel

 Die Nachkommen der Parental Generation sind bezüglich des untersuchten Merkmals alle gleich, das heißt, sie sind uniform.

Zweites Gesetz: Spaltungsregel

  Die in der ersten Kindergeneration vereinigten Merkmale, können sich in der zweiten Kindergeneration wieder trennen.

Drittes Gesetz: Unabhängigkeitsregel

Kommen Organismen zur Kreuzung, die sich in mehr als einem Merkmal bzw. Anlagepaar unterscheiden, dann wird jede Merkmalsanlage unabhängig von der anderen weitervererbt. Dieses dritte Mendel Gesetz der freien Kombination ermöglicht dem Pflanzen- und Tierzüchter, neue Kombinationsrasen zu erzielen.

Später wurden diese Gesetze die „Mendelesche Gesetze“ genannt. Als Mendel 1865 seine Ergebnisse auf einer Diskussion und in der Zeitung des Naturvereins vorstellte, fand diese zunächst kaum Beachtung. Nur sechs auserwählten zeigte Mendel seine Theorien und Ergebnisse und schickte jene an einen engen Freund nach Russland, wo sie genauso wenig Anerkennung erhielten. Als Mendel 1868 zum Abt des Klosters gewählt wurde, mussten die botanischen Arbeiten in den Hintergrund rücken. Seit 1883 litt er an einem starkem Herz- und Nierenleiden und starb am 6. Januar 1884. Kurz vor seinem Tode äußerte Mendel: „... ich bin überzeugt, dass es nicht lange dauern wird, da die ganze Welt die Ergebnisse dieser Arbeit anerkennen wird.“

Erst 16 Jahre später nach seinem Tod wurden die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung von drei Biologen unabhängig voneinander wiederentdeckt. Später wurden Mendels Gesetzmäßigkeiten an den verschiedensten botanischen und zoologischen Objekten bestätigt. In der Tier- und Pflanzenzucht wurden neue Erfolge auf der Basis einer anerkannten Theorie der Vererbung erzielt.


Zusammengetragen und erstellt von Thomas Gyöngyosi (evtl. Anfragen an den Autor)


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