1. Definition
Bei Prokaryonten und Pflanzenzellen der Plasmamembran außen anliegendes,
von den Zellen gebildetes organisches Material, das insbesondere
Stabilisierungsfunktion besitzt.
2. Aufgaben
gibt der Zelle Elastizität und Festigkeit
bei Bildung von PW und SW transportieren Golgi-Vesikel Anteil des
Zellwandmaterial zur Plasmamembran
3. Aufbau
- charakteristisch für Pflanzenzellen ist die für Wasser und darin gelöste
Stoffe durchlässige Zellwand
- Cellulosemikrofibrillen (CM) sind in plastische, aus Hemicellulosen und
Protopektin bestehende Wandmatrix eingebettet
- CM sind einige Mikrometer lang (Durchmesser: 10-25 nm)
- bestehen aus Cellulosefasern und Pektinen
- in den Mikrofibrillen sind ein oder mehrere 3 bis 7 nm breite mikrokristalline
Bereiche ausgebildet
- Cellulosemoleküle sind achsen- und flächenparallel angeordnet
- sie sind unregelmäßig verteilt
4. Entstehung der Zellwand
- nach der Befruchtung scheidet die pfl. Eizelle an ihre
hauptsächliche Oberfläche eine dünne Schicht gelartiger Stoffe (Pektine) ab '
bilden Primordialwand
- Pektine: aus langkettigen Kohlenhydraten zusammengesetzt
- Bei jeder Zellteilung wird als erste Trennwand eine Primordialwand angelegt
- Primordialwand = Mittellamelle, wenn cellulosehaltige Schichten beiderseits
angelagert sind
- Mittellamelle bleibt cellulosefrei
- Jede Tochterzelle beginnt neues Wandmaterial auf die Primordialwand zu lagern
- Auflagerung bilden Primärwand
Primärwand
- enthält elektronenoptische Strukturen ( Mikrofibrillen)
- sind regellos in einer Grundsubstanz aus Pektinen verstreut ' Streuungstextur
- da die Tochterzelle heranwächst, muss sich die Primärwand auch dehnen
- wird bei zunehmender Fläche nicht dünner, da neue Schichten von Mikrofibrillen
angelagert werden
- Dickenwachstum der Zellwand setzt ein, wenn endgültige Zellgröße erreicht wird
- an Primärwand schließt sich die Sekundärwand an
Sekundärwand
- Anlagerung von Mikrofibrillen erfolgt in Schichten
- dicke Sekundärwände auch lichtoptisch sichtbar
- Mikrofibrillen sind meist parallel angeordnet ' Paralleltextur
- Richtung in aufeinander folgenden Schichten veränderbar ' dadurch hohe
Festigkeit
- durch Dickenwachstum können Lignin und Suberin eingelagert werden
- verholze Zellwände enthalten Lignin
- Korkstoff Suberin macht Zellwände wassertundurchlässig
Tertiärstruktur
- dünne an Plasmamembran grenzende Schicht
- weist verflochtene Mikrofibrillen auf
- durch Einlagerung von Lignin kann diese verholzen
Bereitgestellt von Thomas
Gyöngyösi (10/2001)