Zunächst, was ist eigentlich ein Traum? Nun, in der Antike glaubte man,
dass Träume
von Göttern gesandt seien und der Träumer den Traum nur passiv empfange. Aber seit
Siegmund Freud ist klar, dass wir selbst die Urheber unserer Träume sind. Allgemein kann
man sagen, der Traum ist eine Phase während des Schlafs, wobei häufig Symbolhafte
Darstellungen verwendet werden.
Träumt man z.B. von Seife, so kann das Reinlichkeit, Reinigung, oder Schuldbefreiung
darstellen. Oder träumt man von einer Leiche, so veranschaulicht das abgebrochene
Beziehungen, veränderte Meinungen und Urteile. Sie kann aber auch den Wunsch verkörpern,
bestimmte Personen, Handlungen, Gedanken und Gefühle vorübergehend oder für immer aus
dem Leben zu streichen.
Die nähere Bedeutung des Traums ist aber immer nach dem individuellem Traumgeschehen
gerichtet!
Die Traumdauer
Früher nahm man an, dass ein Traum nur Sekunden dauert. Aber das stimmt nicht, denn
die Traumdauer ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Er kann zwischen 5 und 40 Minuten
lang dauern. Es gibt aber noch keine zuverlässigen, allgemeinverbindlichen Angaben!
Warum vergessen wir oft unsere Träume wenn wir aufwachen?
Also das hat in jedem Fall nichts mit einem schlechten Gedächtnis zu tun! Einen Traum
zu vergessen ist ganz natürlich, denn man vergisst ja auch oft Ereignisse aus dem Alltag.
Da der Mensch wählerisch ist, erinnert er sich nur an wichtige, lebhafte Träume und
vergisst schmerzhafte und scheinbar bedeutungslose Träume.
Sind Träume Botschaften?
Nun allgemein Beschäftigt sich das Unterbewusstsein beim träumen mit dem
alltäglichen Leben. Aber es gibt Ausnahmen, bei denen es nicht feststeht, ob es sich um
eine Voraussagung, Botschaft oder einen ganz normalen Traum handelt.
Viele solche stehen z.B. im Zusammenhang mit der Titanic.
Beispiele:
J. Connon Middleton hatte sich einen Platz auf der Titanic reservieren lassen, wollte
zu wichtigen Gesprächen in die USA reisen.
Er freute sich schon auf die luxuriöse Reise, da suchten ihn peinigende Angstträume
heim, die wiederholt auftraten. Zehn Tage vor der geplanten Abreise sah er das Schiff im
Traum kieloben im Meer driften. Passagiere und Besatzungsmitglieder kämpften in den
eisigen Fluten um ihr Leben. Sollte er die "Warnung" erst nehmen? Mr. Middleton
war unsicher, entschloss sich dann aber wenige Tage vor der Abfahrt dazu, auf die Seereise
zu verzichten. So rettete eine Reihe von Träumen wahrscheinlich sein Leben.
Colin Macdonald war vor dem ersten Weltkrieg ein geachteter Seemann, dessen berufliche
Qualifikation nicht nur in Schifffahrtskreisen gerühmt wurde. Er sollte unbedingt zur
Mannschaft der Titanic gehören, bekam wiederholt lukrative
Angebote. So verlockend ihm auch die Möglichkeit schien, als zweiter Ingenieur auf dem
Riesendampfer anzuheuern, er lehnte
konsequent alle Offerten ab. Dass man über seine "schlimmen Ahnungen" nur
lachte, machte ihm nichts aus. J. Jesketh bekam die eigentlich Macdonalds zugedachte
Position. Er kam beim Untergang der Titanic ums Leben.
Vierter Ingenieur war Leonard Hodginson. Die Titanic-Passage sollte der Höhepunkt
seiner beruflichen Laufbahn werden.
Danach wollte er sich mit 65 pensionieren lassen. Den erhofften friedlichen Lebensabend
konnte der alte Seebär leider nicht mehr genießen. Etwa einen Tag bevor er im eisigen
Meer ertrank, hatte seine damals 14jährige Nichte, die gar nicht wusste, dass ihr Onkel
auf der Titanic Dienst tat, einen beängstigenden Traum. Ihre Vision hatte zugleich auch
geradezu surrealistische Züge.
Sie sah sich im Heimatstädtchen Hanford, England, spazieren gehen. Plötzlich tauchte
mitten im grünen Trentham Park ein mächtiges Schiff auf. Deutlich erkannte sie eine
Vielzahl von Menschen, die an Bord kreuz und Quer umherliefen. Etwas machte ihnen
unglaubliche Angst. Sie schienen von Panik ergriffen, kaum noch zu logischem Denken
imstande zu sein. Dann versank der Schiffsriese im Park. Der Traum riss das Mädchen aus
dem Schlaf. Er kehrte wieder, als sie nach längerer Zeit wieder eingenickt war. Sie hatte
im Traum eine Zukunftsvision vom Untergang der Titanic.
Morgan Robertson war ein ehemaliger Seemann, der sein New Yorker Appartement wie eine
Schiffskajüte eingerichtet hatte.
1898 lag Robertson eines Abends auf seinem Bett und "träumte", wie ein riesiger
Luxusdampfer irgendwo im Atlantik aus einer dichten Nebelbank hervorkam. Er war etwa 300
Meter land und von drei Schrauben angetrieben, die unglaubliche 23 Knoten
erreichten. Im Vorbeifahren sah er die Decks voller sorgloser Passagiere - mindestens
2000, mehr als ein Schiff seiner Zeit fassen konnte. Daraufhin zählte er die
Rettungsboote. Es waren 24- längst nicht genug für alle Passagiere. Da hörte er, wie
eine Stimme das Schiff für "unsinkbar" erklärte, und sah den Namen, der ihm
auf dem Bug in großen Lettern drohend entgegenragte:
"Der Titan".
Es gibt noch unzählbarviele andere Geschehnisse, die im Zusammenhang mit der Titanic
stehen. Doch keiner weiß wie viele davon wahr bzw. unwahr sind.
Doch abgesehen von der Titanic gibt es noch viele andere rätselhafte Träume, wie z.B.
Lincolns Traum vom eigenen Tod.
> Vor ungefähr zehn Tagen ging ich sehr spät zu Bett. Schon nach kurzer Zeit schlief
ich ein, denn ich war müde. Ich begann bald zu träumen. Um mich herum schien
totenähnliche Stille. Dann hörte ich plötzlich gedämpftes Schluchzen, so, als weinten
viele Menschen. Ich glaubte, mein Bett zu verlassen und nach unten zu gehen. Dort wurde
die Stille von dem gleichen mitleiderregenden Geschluchze unterbrochen, doch waren die
Trauernden unsichtbar. Ich ging von Zimmer zu Zimmer. Nirgends eine Menschenseele, doch
verfolgten mich die gleichen traurigen Schmerzenslaute auf meinem Rundgang. Jeder
Gegenstand schien mir vertraut, doch wo waren nur die Menschen, die so bekümmert waren,
als bräche ihnen das Herz? Ich war ratlos und beunruhigt. Was mochte dies alles bedeuten?
Entschlossen, den Grund für dieses so geheimnisvolle und so unheimliche Geschehen
herauszufinden, ging ich weiter, bis ich zum Ostzimmer kam und es betrat. Dort wurde ich
mit einer schrecklichen Überraschung konfrontiert. Vor mir stand ein Katafalk, und darauf
lag eine in Begräbniskleidung gehüllte Leiche. Darum herum standen Soldaten, die Wache
hielten. Es waren viele Menschen da, von denen einige trauervoll auf die Leiche blickten,
deren Gesicht bedeckt war, andere weinten vor Mitleid. <
Im Traum fragte Lincoln einen der Soldaten, wer denn gestorben sei. Die Antwort lautete:
"Der Präsident", ein politischer Mörder habe ihn getötet. Die Menge sei in
ein lautes Wehklagen ausgebrochen. Der Präsident erwachte aus seinem Traum. Die
Todesvision, so Lamon, ließ Abraham Lincoln nicht mehr los und verwirrte ihn zutiefst.
Als der Präsident am 15. April 1865 von John W. Booth erschossen worden war, bahrte man
den Leichnam des Staatsoberhaupts tatsächlich im Ostzimmer des Weißen Hauses auf. Sein
Gesicht wurde zeitweise mit einem Tuch bedeckt - um die tödliche Schussverletzung
zu
verbergen. Trauernde Soldaten umstanden den Katafalk als Ehrenwache für den Ermordeten.
Mary Lincolns erste Worte, nachdem sie vom Tod ihres Gatten erfuhr, waren: > So hat
sich sein prophetischer Traum also doch erfüllt! <
Das erstmal zu einigen Traumbeispielen.
Weitere Informationen in diesen Büchern:
Bro, Dr. med. Harmon: Traumdeutungen, Genf 1982
Lamon, Ward Hill: Recollections of Abraham
Lincoln, Chicago 1895
Ebon,
Martin:
Können wir in die Zukunft sehen?, München 1984
Walter- Jörg Langbein: Die Kraft der Träume, Moewig, Printed in Germany 1997
Adrienne von Taxis: Traumdeutung, Wien 1997 by Tosa
Verlag
Durch Atmung zum Traum
Bei alten Völkern und Kulturen versetzen sich oft Personen in einen Traumzustand. Auch
bei schamanischen Ritualen, wobei zusätzlich Drogen verwendet werden, versetzt man sich
in einen Traumzustand.
Bei uns wird es heute für wichtige therapeutische Zwecke verwendet. Aber man sollte sich
dabei an erfahrene Personen wenden, da so etwas auch sehr gefährlich sein kann! Es ist
schon vorgekommen, dass Personen nicht mehr aus diesem Zustand aufgewacht sind.