Bau:
Der Regenwurm ist ein am Boden lebender, weit verbreiteter Ringelwurm. Er ist ein
bis zu 30 cm langes, gliedmaßenloses Lebewesen, bei dem man auf den ersten Blick weder
vorn noch hinten unterscheiden kann. Sieht man aber genauer hin so erkennt man einige für
ihn charakteristische Besonderheiten. Davon sind die 150 Körperringe oder Segmente
das auffälligste Merkmal. Der Kopflappen ist ein lappig vorgezogenes Segment an
einem Körperende, der die Mundöffnung überdeckt. In jedem folgenden Segment sind
vier Paar Chitinborsten in die schleimige, nackte und feuchte Haut eingelassen. Sie
unterstützen die Fortbewegung. Im vorderen Drittel befindet sich der Gürtel, eine
hellgefärbte Verdickung, die in der Fortpflanzung eine wichtige Rolle spielt.
Lebensweise:
Unter einem Quadratmeter Wiese können, je nach Bodenart, zwischen 100 und 400
Regenwürmer leben und ihre engen Röhren und Gänge durch die Erde fressen. Die
Röhrenwände werden beim Durchkriechen mit Kot austapeziert. Wenn dieser trocknet wird
eine gewisse Festigkeit erreicht. Durch die Röhren wird der Boden aufgelockert und das
Wasser verteilt sich besser in ihm. Nachts ziehen Regenwürmer welke Blätter und
Grashalme in ihre Gänge und beschleunigen so die Zersetzung abgestorbener Pflanzenteilen
Regenwürmer fressen außer Pflanzenresten ausschließlich Erde. Aus der sie die
organischen Stoffe absorbieren. Unverdauliche Stoffe werden als Kothäufchen abgegeben.
Diese enthalten eine hohe Konzentration an Mineralstoffen, die für das Gedeihen von
Pflanzen unverzichtbar sind.
Obwohl der Regenwurm keine Sinnesorgane hat ist er zu erstaunlichen Reizwahrnehmungen
und Reaktionen fähig. Er kann Temperaturunterschiede unterscheiden, schmecken, riechen,
Licht und Berührung wahrnehmen. Diese Komplexität erreicht er durch sein Strickleiternervensystem
an dem ein Gehirn anliegt.
Nachdem es geregnet hat kommen Regenwürmer aus ihren Gängen gekrochen, da sie durch ihre
Haut atmen und durch das Wasser ersticken würden. Doch dort angekommen erwartet sie die
nächste Gefahr; das Vertrocknen durch die Sonne.
Bei einem kriechendem Regenwurm kann man wellenförmige Bewegungen beobachten, die von
vorne nach hinten bzw. von hinten nach vorne über den Körper verlaufen.
Dies bewirken zwei Muskelschichten die mit der Oberhaut zum Hautmuskelschlauch verwachsen
sind. Durch das Zusammenziehen der inneren Längsmuskelschicht kann sich der Wurm
verkürzen, der Körper wird dicker. Zieht sich die äußere Ringmuskelschicht
zusammen, wird er lang und dünn. Beide Bewegungen erfolgen abwechselnd. Dabei verankern
die Chitinborsten das Tier im Boden oder auf der Unterlage und verhindern somit das
Zurückrutschen das Wurms. Auf diese Weise kann der Regenwurm auch in seinen engen
Erdgängen auf- und absteigen.
Regenwürmer sind Zwitter, d.h. sie bilden sowohl Ei- als auch Spermienzellen.
Sie können sich jedoch nicht selbst befruchten. Bei der Paarung liegen zwei Tiere
nebeneinander und tauschen ihre Spermien aus, die im Vorratsbehälter im Körperinneren
gespeichert werden. Der Gürtel sondert eine Schleimmanschette ab, in die der Wurm ein
Eipaket abgibt sobald die Eizellen reif sind. Während sich das Tier aus der Manschette
herauswindet, befruchten die gespeicherten Spermien die Eizellen. Die abgestreifte
Manschette erhärtet an der Luft, und nach wenigen Wochen schlüpfen aus diesem Kokon die
etwa einen Zentimeter langen Würmchen.
Innerer Bau: