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Versuche zur Anorganischen Chemie (Sekundarstufe I)

von Werner Schötschel

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Alle in dieser Datei beschriebenen Versuche zur Anorganischen Chemie der Sekundarstufe I sind über Jahrzehnte hin erprobt und optimiert worden, sodass bei genauer Beachtung der Angaben ein Gelingen der Versuche gesichert ist. Die Experimente sind zu einzelnen Kapiteln zusammengefasst. Die Reihenfolge der Kapitel entspricht einem möglichen Unterrichtsgang und kann vielfältig variiert werden. Alle Versuche sind so beschrieben, wie sie als Demonstrationsexperiment ausgeführt werden sollen. Jeder Lehrer muss selbst entscheiden, ob ein Versuch auch als Schülerexperiment geeignet ist. Die Vorschriften für den Umgang mit Gefahrstoffen sind in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Die Lehrer und Lehrerinnen müssen aus ihrer Fachkenntnis und ihrer pädagogischen Verantwortung heraus unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben entscheiden, ob ein Experiment durchgeführt werden soll oder nicht. In dieser Zusammenstellung sind auch Versuche zu finden, deren Ausführung - aus welchen Gründen auch immer - von einzelnen Lehrern oder Lehrerinnen abgelehnt wird. In einem solchen Fall kann die Versuchsbeschreibung eine gute Anregung sein, Ersatzexperimente zu erarbeiten, die mit ungefährlicheren Stoffen das gleiche pädagogische Ziel erreichen. Denkbar ist auch, dass ein Experiment nur als Filmaufnahme vorgeführt oder nur theoretisch besprochen wird. Dies sollte aber auf Ausnahmen beschränkt werden, denn ein fesselnder Chemieunterricht wird immer ein experimenteller Unterricht sein.

Einführung in die Chemie; Abgrenzung der Chemie gegenüber der Physik

     1.  Chemische Zaubertränke

     2.  Unterschied zwischen einem physikalischen und einem chemischen Vorgang

     3.  Beispiele für chemische Vorgänge

Metalle und Legierungen

     4.  Silberglänzendes Natrium

     5.  Schmelzen eines Löffels aus Wood-Legierung

     6.  "Versilbern" und "Vergolden" von Kupfermünzen

Gemenge und Verbindungen

     7.  Herstellung von Schwefeleisen

Oxidationen von Metallen und Brennstoffen und die Zusammensetzung der Luft

     8.  Verhalten von Metallen beim Erhitzen an der Luft

     9.  Untersuchung der Zusammensetzung der Luft

   10.  Verbrennung von Eisenwolle auf der Waage

   11.  Versuch zur Demonstration des Gesetzes von der Erhaltung der Masse

Bunsenbrenner und Flammenfärbung

   12.  Versuche zur Funktion des Bunsenbrenners

   13.  Versuche zur Flammenfärbung

Zerlegung von Oxiden und der Sauerstoff

   14.  Zerlegung von Quecksilberoxid (oder Silberoxid)

   15.  Verbrennung von Eisen in reinem Sauerstoff

   16.  Darstellung von Sauerstoff aus Kaliumchlorat

   17.  Verbrauch von Sauerstoff beim Atmen

Säuren und Laugen

   18.  Eigenschaften von Säuren und Laugen

   19.  Verwendung von Rotkrautbrühe als Säure-Base-Indikator

   20.  Verbrennung von Schwefel und Herstellung von Schwefliger Säure

   21.  Verbrennung von Phosphor und Herstellung von Phosphorsäure

   22.  Verbrennung von Holzkohle und Herstellung von Kohlensäure

   23.  Verbrennung von Natrium und Herstellung von Natronlauge

   24.  Verbrennung von Kalium und Herstellung von Kalilauge

   25.  Verbrennung von Magnesium und Blaufärbung von Lackmuspapier durch Magne­siumoxid

   26.  Unlöslichkeit von Eisenoxid und Kupferoxid

Das Wasser

   27.  Lösefähigkeit des Wassers für Gase und Flüssigkeiten

   28.  Unterschiedliche Lösefähigkeit des Wassers für feste Stoffe

   29.  Eigenschaften von gesättigten Lösungen

   30.  Abkühlung von Wasser beim Auflösen von Salmiak

   31.  Dichte von Lösungen (Schlierenbildung)

   32.  Diffusion von Lösungen

   33.  Destillation einer Kaliumpermanganat-Lösung

   34.  Hygroskopische Eigenschaft verschiedener Stoffe

   35.  Reduktion von Wasserdampf durch erhitztes Magnesium

   36.  Wasser als Verbrennungsprodukt des Wasserstoffs

Wasserstoff

   37.  Eigenschaften des Wasserstoffs

   38.  Knallgasprobe

   39.  Arbeiten mit dem Schneidbrenner-Modell

Reduktionen

   40.  Reduktion von Wasser mit Calcium

   41.  Reduktion von Wasser mit Natrium

   42.  Reduktion von Wasser mit Kalium

   43.  Reduktion von Wasser mit Natrium (und Selbstentzündung des Wasserstoffs)

   44.  Reduktion von Wasserdampf mit Eisenpulver

   45.  Vergleich der Reaktion von erhitztem Eisen bzw. Magnesium mit Wasser

   46.  Thermitversuch

   47.  Reduktion von Kupferoxid mit Eisen

   48.  Reduktion von Kupferoxid mit Wasserstoff

Der Schwefel

   49.  Physikalische Eigenschaften des Schwefels

   50.  Bestimmung der Schmelztemperatur des Schwefels

   51.  Herstellung rhombischer Schwefelkristalle

   52.  Herstellung monokliner Schwefelkristalle

   53.  Zähflüssiger Schwefel

   54.  Plastischer Schwefel

   55.  Sublimation des Schwefels

           Ergänzung: Sublimation von Iod

   56.  Endotherme Reaktion ("Festfrieren")

   57.  Reaktion von Kupfer mit Schwefel

   58.  Reaktion von Zink mit Schwefel

   59.  Reaktion von Quecksilber mit Schwefel

   60.  Analyse von Pyrit mit dem Lötrohr

Grundtatsachen der Kristallographie

   61.  Beobachtung von Kristallwachstum

   62.  Züchten großer Alaunkristalle

Hydroxide und einführende Betrachtung zu Säuren und Salzen

   63.  Hygroskopische Eigenschaft von Natriumhydroxid

   64.  Verseifung von Olivenöl mit Natriumhydroxid

   65.  Darstellung und Eigenschaften des Ammoniaks

   66.  Entwicklung von Wasserstoff aus Magnesium und Phosphorsäure

   67.  Saure bzw. alkalische bzw. neutrale Reaktion von Salzen in Wasser

   68.  Nachweis von Kristallwasser in Kristallsoda

Die Schwefelsäure und ihre Salze; Katalysatoren

   69.  Platin als Katalysator für die Entzündung von Wasserstoff

   70.  Palladium als Katalysator für die Entzündung von Wasserstoff

   71.  Entzündung von Wasserstoff mit Hilfe eines Schüttgutkatalysators

   72.  Ascorbinsäure (Vitamin C) als Antioxidans (Oxidationsinhibitor)

   73.  Wirkung des Enzyms Katalase

   74.  Katalytische Oxidation von Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid (Kontaktverfahren)

   75.  Bleikammerverfahren

   76.  Dichte der konzentrierten Schwefelsäure

   77.  Hygroskopische Eigenschaft der konzentrierten Schwefelsäure

   78.  Einwirkung von konzentrierter Schwefelsäure auf Kupfervitriol

   79.  Einwirkung von konzentrierter Schwefelsäure auf organische Substanzen

   80.  Herstellung von Zuckerkohle

   81.  Erhitzung und Volumenkontraktion beim Verdünnen von konzentrierter Schwefelsäure

   82.  Oxidation von Holzkohle durch konzentrierte Schwefelsäure

Die Salzsäure und ihre Salze

   83.  Geschmack von Kochsalz

   84.  Nebelbildung von "Salzsäuregas" an feuchter Luft

   85.  Springbrunnenversuch

   86.  Reaktion von "Salzsäuregas" mit erhitztem Natrium (Analyse von Salzsäuregas)

   87.  Elektrolyse von verdünnter Salzsäure im Hofmann-Apparat

   88.  Darstellung von Chlor aus Kaliumpermanganat

   89.  Chlorknallgasreaktion

   90.  Verbrennung von Wasserstoff in Chlor

   91.  Salmiak als "Lötstein"

Die Salpetersäure und ihre Salze

   92.  Qualitative Analyse des Kalisalpeters

   93.  Darstellung von Salpetersäure aus Kalisalpeter und konzentrierter Schwe­felsäure

   94.  "Luftverbrennung" nach Birkeland und Eyde

   95.  Verpuffung eines NH3/O2-Gemisches

   96.  Ostwald-Verfahren

   97.  Modellversuch zur Rauchgasentstickung

   98.  Schießbaumwolle

   99.  Xanthoproteinreaktion

100.  Reaktion von konzentrierter Salpetersäure mit Schwefel

101.  Reaktion von konzentrierter Salpetersäure mit unedlen und halbedlen Metal­len

102.  Oxidation von NO zu NO2

103.  Reaktion von konzentrierter Salpetersäure mit Silber

104.  Auflösung von Gold in Königswasser

105.  Passivierung von Eisennägeln durch konzentrierte Salpetersäure

106.  Einwirkung von verdünnter Salpetersäure auf unedle Metalle

107.  Schießen mit Schwarzpulver

 Anhang: Versuche zum Thema "Oxide des Stickstoffs"

Die Kieselsäuren und ihre Salze

108.  Reduktion von Siliciumdioxid mit Magnesium

109.  Herstellung von Natriumsilicat aus Quarzpulver und Natriumhydroxid

110.  Verwendung von Wasserglas als Kittsubstanz

111.  Verwendung von Wasserglas zum Entflammungsschutz

112.  Bildung von Kieselsäuregel

Die Schwefelwasserstoffsäure und ihre Salze

113.  Darstellung von Schwefelwasserstoff aus Schwefeleisen und Salzsäure

114.  Claus-Verfahren (Herstellung von Schwefel aus Schwefeldioxid und Schwefel­wasserstoff)

115.  Schwefelwasserstoffsäure als Lösung des Schwefelwasserstoffgases in Wasser

116.  Fällung von Sulfiden

Die Kohlensäure und ihre Salze

117.  Rettungsringe aus Kohlenstoffdioxid

118.  Nachweis von Kohlenstoffdioxid mit Kalkwasser (oder Barytwasser)

119.  Nachweis von Kohlenstoffdioxid in der Ausatemluft

120.  Nachweis von Carbonaten

121.  Nachweis von Kristallwasser in Kristallsoda

122.  Brausepulver

123.  Schaum-Feuerlöscher und Löschen von Bränden

124.  Schlangen des Pharao

  125.  Bildung und Wiederauflösung eines Niederschlags beim Einleiten von Kohlenstoffdioxid in Kalkwasser

126.  Bestimmung der Wasserhärte von Leitungswasser

127.  Brennen von Marmor

Die wichtigsten Möglichkeiten der Salzbildung

128.  Bildung von Wasser bei der Neutralisation

129.  Nachweis von Ammoniumverbindungen

130.  Bildung von Chloriden aus Chlor und Metallen

Einführung in die Chemie der wässrigen Lösungen

131.  Osmose

132.  Chemischer Garten

133.  Traubesche Zelle

134.  Osmotische Vorgänge in Zellen

135.  Leitfähigkeitsmessungen

136.  Nachweis der elektrischen Leitfähigkeit einer Salzschmelze

137.  Elektrolyse einer Lösung von Zinkiodid

138.  Nachweis der Ionenwanderung mit dem Nernst-Gerät

139.  Versuche zur Ionenwanderung

140.  Schmelzflusselektrolyse von Lithiumchlorid

141.  Dialyse einer Mischlösung von Stärke und Kaliumiodid

142.  Dialyse von kochsalzhaltigem Tee

143.  Tyndall-Effekt

144.  Tyndall-Effekt einer angesäuerten Natriumthiosulfat-Lösung

145.  Koagulation eines Eisen(III)-hydroxid-Sols durch Gleichstrom

146.  Koagulation eines Eisen(III)-hydroxid-Sols durch Zusatz eines Elektrolyten

147.  Wirkung eines Schutzkolloids

148.  Herstellung von Silicagel

149.  Adsorptionsvermögen von Silicagel

Sonderkapitel  "Technische Silicate"

V 1:  "Hydrolyse" von Glas

Sonderkapitel  "Edelgase"

V 1  Bedeutung der Edelgase in Glühbirnen

Weitere Versuche

V 1  Phosphoreszenz

V 2  Mineralisches Chamäleon (Farbe der verschiedenen Oxidationsstufen des Mangans)

Chemische Zaubertricks

V 1:  Limonade und Traubensaft

V 2:  Erdbeereis-Becher

V 3:  Theaterfeuer (Staubexplosion)

V 4:  Bierversuch

Versuche zur Anorganischen Chemie (Sekundarstufe I)

von Werner Schötschel

Einführung in die Chemie; Abgrenzung der Chemie gegenüber der Physik

1. Chemische Zaubertränke

1 Becherglas (600 ml) und 5 Stehkolben (je 500 ml); mehrere Tropfpipetten

Kolben 1:   5 Tropfen Natronlauge oder Kalilauge (Die vorrätige Lösung enthält 16 g NaOH bzw. 21g KOH in 100 ml Aqua purificata.)

Kolben 2:   3 Tropfen Phenolphthalein

Kolben 3:   10 Tropfen einer Lösung von 1 g Eisen(III)-chlorid-6-hydrat in 10 ml Aqua purifi­cata

Kolben 4:   5 Tropfen einer Lösung von 4 g Kaliumthiocyanat in 10 ml Aqua purificata + 5 Tropfen Na­tron­lauge oder Kalilauge (siehe oben!)

Kolben 5:   4 Tropfen einer Lösung von 1 g gelbem Blutlaugensalz = Kalium-hexacyanoferrat(II) in 10 ml Aqua purificata, daneben (nicht vermischen, da sonst eine weiße Trübung auf­tritt!) 5 Tropfen konzentrierte Schwefelsäure (Angaben genau einhalten: Verwendet man zu wenig Blutlaugensalz, so entsteht eine grüne Lösung, verwendet man zu viel Blutlaugensalz, so wird die Blaufärbung zu intensiv!)

In Kolben 1 wird aus dem Becherglas Leitungswasser gegeben und dann der Inhalt der einzelnen Kolben jeweils in den nächsten Kolben umgefüllt. Beim Aus­gießen behält man in jedem Kolben eine geringe Menge der Flüssigkeit zum späteren Vergleich zurück: farblos - rotviolett - gelb - erd­beerrot - blau. Die Kolben sollten trocken sein, da sonst in Kolben 2 eine milchige Trü­bung auftritt. In alle Kolben werden die Flüssigkeiten mit Tropfpipetten tropfenweise an verschiedenen Stellen des Kolbenbodens aufgebracht.

2. Unterschied zwischen einem physikalischen und einem chemischen Vorgang

a) Weißes ZnO wird im Reagenzglas trocken erhitzt: gelbe Verfärbung. Beim Abkühlen kehrt die weiße Farbe wieder zurück.

b) Ein Stück Mg-Band wird verbrannt.

3. Beispiele für chemische Vorgänge

a) Je 1 kleine Spatelspitze (!) Schwefelpulver und Kaliumchlorat (beide ge­ruchlos!) werden vor­sichtig (!) gemischt: physikalischer Vorgang. Eine geringe Menge des Gemisches wird in einer Reib­­schale zerrieben: kleine Explosionen, ste­chender Geruch.

b) Auf ein Gemisch aus feinem Zucker und Kaliumchlorat (je 1 Spatellöffel) lässt man aus einer Pipette konzentrierte Schwefel­säure tropfen: Feuererschei­nung, Entstehung von "Kohle". (Verbund-stein oder Ziegelstein als Unterlage; Ab­zug)

c) Ein Stück weißer Phosphor wird in Kohlenstoffdisulfid gelöst und die Lösung auf Filtrierpapier geschüttet: Nach einiger Zeit entzündet sich der Phosphor.

d) In einem Reagenzglas wird ein Stück Schwefeleisen mit ver­dünnter Salzsäure übergossen: Un­ter Aufschäumen entweicht ein Gas, das wie faule Eier riecht.

e) In einem Reagenzglas wird zu einer Kochsalz-Lösung eine Lö­sung von Silber­nitrat gegeben: Es entsteht ein weißer Nieder­schlag, der sich am Licht dunkel färbt. (2 Gläser; festes AgNO3 zeigen)

Metalle und Legierungen

4. Silberglänzendes Natrium

In einem verkürzten Reagenzglas (180 mm × 18 mm, Ring von 20 mm Höhe abgesprengt) schmilzt man einige Stückchen Natrium (nur grob von der Kruste befreit) in etwas Petroleum als Schutzflüssigkeit. Man verwendet am besten einen Thermostaten oder einen regulierbaren Elektrobrenner. Durch Rühren mit einem Draht bringt man die Metalltropfen zum Zusammenfließen. Dann taucht man langsam ein kleines Reagenz­glas (160 mm × 16 mm) mit durchbohrtem Boden in die Schmelze ein: In das innere Reagenzglas fließt fast reines, silberglänzendes Natrium. Vor dem Erstarren stellt man einen gebogenen Draht ein; mit ihm kann man die Metallstange nach dem Erkalten der Schmelze herausziehen.

oder: In die Schmelze wird ein Reagenzglas oder ein zugeschmolze­nes Rohr oder ein Glasstab ein­ge­taucht und erst nach dem Erstarren der Schmelze herausgezogen. Das herausgequetschte Metall liegt der Glaswand an; es zeigt und behält seinen Silberglanz sehr gut.

Literatur: MNU, 24. Band (1971), Heft 3, S. 158-159

5. Schmelzen eines Löffels aus Wood-Legierung

In ein Becherglas wird heißes Wasser gefüllt und ein aus Wood-Legierung gegosse­ner Löffel einge­taucht. (Der Löffel wird in einer aus Gips hergestellten zweiteiligen Gussform hergestellt.)

6. "Versilbern" und "Vergolden" von Kupfermünzen

Einige Kupfermünzen werden mit verdünnter Salzsäure gereinigt. Die Münzen über­gießt man in ei­nem kleinen Becherglas mit einigen ml Natronlauge, gibt eine Spa­telspitze Zinkstaub hinzu und er­hitzt bis zum Sieden (Umrühren mit einem Glas­stab!). Nach etwa einer Minute nimmt man die Mün­zen mit einer Tiegelzange aus dem Glas, spült sie mit Wasser gut ab und reibt sie mit einem Tuch blank. Die Münzen haben sich mit einer silberglänzenden Zinkschicht überzogen.

Hält man nun eine verzinkte Münze mit der Tiegelzange kurz in die Flamme des Bunsenbrenners, so bildet sich ein "goldener" Messing­überzug. (Wechsel der Farbe beobachten und nicht zu lange erhitzen!)

Gemenge und Verbindungen

7. Herstellung von Schwefeleisen

14 g Eisenpulver und 8 g Schwefelpulver werden so lange in einer Reibschale ge­rieben, bis ein gleichmäßig graues Pulver entsteht: Lupe; Magnet; mit Wasser schütteln; mit CS2 übergießen und filtrieren; mit Salzsäure übergießen.

Ein Reagenzglas wird etwa zur Hälfte mit dem Eisen-Schwefel-Gemisch gefüllt und der obere (!) Teil der Mischung mit dem Bun­senbrenner erhitzt. Nach der Zündung des Gemisches wird die Flamme entfernt. Das Gemisch glüht durch: Magnet; Schläm­men; CS2; Salzsäure.

Oxidationen von Metallen und Brennstoffen und die Zusammensetzung der Luft

8. Verhalten von Metallen beim Erhitzen an der Luft

Drähte aus Cu, Fe, Pt und Mg werden in der Bunsenflamme er­hitzt.

9. Untersuchung der Zusammensetzung der Luft

2 Kolbenprober; Quarzrohr mit Kupferdrahtnetz

Nach dem Versuch wird das Restgas in einen Kolbenprober gezogen und über Was­ser in einem klei­­nen Standzylinder aufgefangen (Abdeckplatte!): Stickstoffnach­weis mit einem brennenden Span.

 

Anmerkung zum Versuch mit der schwimmenden Kerze für den Nachweis der Zusammen­set­zung der Luft:

Das Experiment ist grundsätzlich falsch!

1.) Wenn die Kerze erlischt, ist der Sauerstoffgehalt der Verbren­nungsluft erst von 21 % auf 16 % gesunken.

2.)                        z.B. 2 C20H42 (s)  +  61 O2 (g)                40 CO2 (g)  +  42 H2O (l)

Die Volumina des festen Paraffins und des nach der Abkühlung wie­der flüssigen Wassers können vernachlässigt werden. Da keine Durchmischung erfolgt, löst sich kaum CO2 in der Sperrflüssig­keit. Die Volumenverminderung würde also nur rund 1/3 des Sauerstoffvo­lumens bzw. 1/15 des Luft­vo­lumens betragen, das sind rund 7 % (unter der falschen Annahme, dass der Sauerstoff in der Luft durch die Kerze restlos verbraucht wird!).

3.) Das Ansteigen des Wasserspiegels ist hauptsächlich darauf zu­rückzuführen, dass die Kerzen­flamme die Luft in dem Abdeckgefäß vor dem Verschließen des Ge­fäßes erwärmt und sich der Gas­inhalt in dem Gefäß nach dem Erlöschen der Kerze wieder zusammenzieht.

10. Verbrennung von Eisenwolle auf der Waage

Ein Bausch Eisenwolle wird fein auseinandergezupft und an dem einen Ende ei­nes Waagebalkens befestigt. Die Waage wird austariert und dann der lockere Bausch mit einem Streichholz oder einer Taschenlampenbatterie entzündet. Die Ei­senwolle verfärbt sich blau­schwarz und wird deutlich schwe­rer. (Es bildet sich Fe3O4.)

11. Versuch zur Demonstration des Gesetzes von der Erhaltung der Masse

Ein Blitzlichtbirnchen (Drahtgespinst einer Aluminiumlegie­rung in Sauerstoff) erfährt durch das Ab­brennen keine Massenände­rung.


Bunsenbrenner und Flammenfärbung

12. Versuche zur Funktion des Bunsenbrenners

a) Versuche zum Durchschlagen und Wegblasen der Flamme mit dem Bunsenbrenner­modell (lan­ges, senkrecht eingespanntes Glasrohr von 2 cm Durchmesser und rund 25 cm Länge, dessen unte­res Ende mit einem durchbohrten Stopfen verschlossen ist, in dem ein Glasröhr­chen zur Gaszufuhr steckt)

ferner: Das Brennerrohr eines Bunsenbrenners wird abgeschraubt und das Gas an der Düse entzün­det.

Hinweis: Wenn noch ein alter Kokereigasbrenner vorhanden ist, kann damit das Durchschlagen und Wegblasen der Flamme sehr gut gezeigt werden.

b) Versuche über die Temperaturverteilung in der nicht leuchten­den Flamme: Drahtnetz waage­recht und senkrecht in die Flamme hal­ten (Raum verdunkeln!); Holzstab in die Flamme halten; Streich­holz rasch mit dem Köpfchen in den Innen­kegel einführen.

Rußende Flamme: Eine Porzellanschale wird dicht über dem Brenner­rohr in den Saum einer mittel­großen (ca. 15 cm hohen), leuchtenden Flamme eines Teclubrenners ge­halten.

13. Versuche zur Flammenfärbung

Mit einer Platinöse werden Spuren von Verbindungen der Metalle Lithium, Natrium, Kalium, Cal­cium und Kupfer in den Saum der nicht leuchtenden Bunsenflamme gebracht. Zur Betrachtung der roten "Lithiumflamme" und der gelben "Natriumflamme" werden Taschenspektroskope ausge­teilt.

 

Zerlegung von Oxiden und der Sauerstoff

14. Zerlegung von Quecksilberoxid (oder Silberoxid)

2 g Quecksilberoxid werden in einem schwer schmelzbaren "Bajonettrohr" mit einem Frankebren­ner stark erhitzt (Ableitungsrohr, pneumati­sche Wanne) und der Sauer­stoff in einem mittelgroßen (ca. 75 ml fassenden) Standzylinder aufgefangen. (Die stöchiometrische Berechnung ergibt, dass man zur Herstellung von 100 ml Sau­erstoff im Normzustand rund 1,94 g Quecksilberoxid benötigt!)

Ein glimmender Span wird mehrmals und dabei immer tiefer in den Sauerstoff ein­geführt: Der Span flammt auf.

Die Quecksilberkügelchen und die Reste von Quecksilberoxid werden nach der Ver­suchsauswer­tung in konzentrierter Salpetersäure gelöst und die Lösung in die Flasche für Abfälle mit Schwer­metall-Ionen gefüllt.

Anmerkung: Das Quecksilberoxid kann durch das nicht giftige Silberoxid ersetzt werden. Man kann dann statt des Bajonettrohrs ein schwer schmelzbares Reagenz­glas verwenden und kommt mit ei­nem normalen Teclubrenner aus. Man wiegt 2 g Sil­beroxid ein. (Die stöchiometrische Berechnung ergibt, dass man zur Herstellung von 100 ml Sauerstoff im Normzustand rund 2,07 g Silberoxid benötigt!) In dem Reagenzglas erhält man ein weißgraues Pulver, das verhältnismäßig fest an dem Glas ange­backen ist. Mit einem langen Spatel kratzt man das Pulver vom Glasboden ab, gibt es in einen Me­tallmörser und glättet das Pulver mit dem Pistill so lange, bis die Oberfläche silbernen Glanz zeigt.

15. Verbrennung von Eisen in reinem Sauerstoff

In einem hohen Obstglas mit Schraubverschluss wird der Boden mit einer Sand­schicht bedeckt. Das Glas wird mit Sauerstoff aus der Stahlflasche gefüllt und dann ein Bausch entzündete Eisenwolle in das Glas geworfen.


16. Darstellung von Sauerstoff aus Kaliumchlorat

In ein Reagenzglas werden 1 g KClO3 und 0,7 g MnO2 eingefüllt und durch Schüt­teln im Reagenz­glas gemischt (nicht in der Reibschale zusammenreiben!). Das Ge­misch wird schwach erwärmt. Das entweichende Gas wird über Wasser in einem mit­telgroßen Standzylinder aufgefangen und mit einem glimmenden Span als Sauerstoff identifiziert.

Anmerkung: Der aufgefangene Sauerstoff enthält einen weißen Rauch. Hierbei dürfte es sich um sublimiertes Kaliumchlorid handeln, denn beim Schütteln mit Wasser und Hinzufügen von Silber­nitrat-Lösung entsteht eine Trübung!

Hinweis: Erhitzung von KClO3 ohne MnO2 kann zu explosionsartiger Gasent­wicklung führen!

17. Verbrauch von Sauerstoff beim Atmen

Bei gefüllten Lungen wird längere Zeit der Atem angehalten und dann die ausgeat­mete Luft über Wasser in einem Standzylinder aufgefangen. Ein brennender Span erlischt.

Säuren und Laugen

18. Eigenschaften von Säuren und Laugen

a) Stark verdünnte Salzsäure oder Essig von einigen Schülern schmecken las­sen; in die Flüssig­keit Lackmus-Lösung geben.

b) Verdünnte Natronlauge bzw. Seifenlösung fühlt sich "schlüpfrig" an: Un­ebenheiten der Haut werden weggeätzt. Lackmus-Lösung hinzugeben.

19. Verwendung von Rotkrautbrühe als Säure-Base-Indikator

Zu Hause werden einige Rotkohlblätter gekocht und gut ausge­drückt.

a) Einige Tropfen Rotkrautbrühe werden in verdünnte Salzsäure ge­geben: Rotfär­bung.

b) Einige Tropfen Rotkrautbrühe werden in Seifenlösung gegeben: Blaufärbung. (Verwendet man ver­dünnte Natronlauge, so tritt eine grüne Farbe auf, die bald nach Gelb umschlägt.)

20. Verbrennung von Schwefel und Herstellung von Schwefliger Säure

In einem Verbrennungslöffel wird Schwefel verbrannt (hellblaue Flamme, stechen­der Geruch). Der brennende Schwefel wird in einen mit Sauerstoff gefüllten Standzylinder eingeführt. Er brennt mit hellerer Flamme weiter. In den Standzy­linder gibt man einige Milliliter Wasser. Dann wird der Stand­zylinder mit einer Abdeckscheibe verschlossen und geschüttelt: Die Scheibe haftet fest (Un­terdruck, d.h. das Oxid des Schwefels muss sich im Wasser gelöst haben!); blaues Lackmuspa­pier wird durch die Lösung rot ge­färbt.

21. Verbrennung von Phosphor und Herstellung von Phosphorsäure

Ein erbsengroßes Stück weißer Phosphor wird abgeschnitten, mit Filtrierpapier abgetrocknet und in einem Verbrennungslöffel entzündet. Der Löffel wird in einen mit Sauerstoff gefüllten Standzylinder eingeführt und der Standzylinder mit einer Scheibe abgedeckt. An der Wand des Zylinders entsteht ein weißer Niederschlag. In den Standzylinder gibt man einige Milliliter Wasser, schüttelt und prüft mit Lackmuspapier.


22. Verbrennung von Holzkohle und Herstellung von Kohlensäure

Ein Stück Holzkohle wird an einem Draht befestigt, in die Bunsen­flamme gehalten und dann die glimmende Holzkohle in einen mit Sau­erstoff gefüllten Standzylinder eingeführt. Die Holzkohle glüht hell auf. In den Standzylinder gibt man einige Milliliter Eiswas­ser und ein Stück blaues Lack­mus­papier und verschließt ihn mit ei­ner Abdeckscheibe. Wird der Standzylinder längere Zeit kräf­tig ge­­schüttelt, so haftet die Abdeckscheibe fest, und das Lack­muspapier färbt sich schwach rot.

23. Verbrennung von Natrium und Herstellung von Natronlauge

Ein erbsengroßes Stück Natrium wird abgeschnitten, entrindet und das anhaftende Petroleum sau­ber mit einem Filtrierpapier ent­fernt. Anschließend wird das Natri­umstückchen in etwas Benzin ge­schwenkt, mit Filtrierpapier abgetupft, auf einen Porzellanscher­ben gebracht und von oben erhitzt. Nach dem Erkalten wird das Oxid in Wasser gelöst: Die Lösung ätzt die Haut und färbt rotes Lack­muspapier blau.

24. Verbrennung von Kalium und Herstellung von Kalilauge

Der Versuch 13.1. wird mit Kalium wiederholt. (Das Kalium­stück darf nicht zu klein sein, d.h. gut erbsengroß; es wird nur so lange langsam von oben er­hitzt, bis die Bildung des gelben Oxids be­ginnt; dann wird von unten weiter er­hitzt.)

Hinweis: Die Verbrennung von Calcium kann nicht gezeigt werden, da die im Handel erhältlichen Calciumspäne zu dick sind und auch mit einem Frankebrenner nicht zur Entzündung gebracht wer­den können. Dünne Calciumspäne - wie sie früher von der französischen Firma Prolabo bezogen werden konnten - werden im deutschen Chemikalien­handel nicht angeboten.

25. Verbrennung von Magnesium und Blaufärbung von Lackmuspapier durch Magne­siumoxid

Ein Stück blank geschmirgeltes Magnesiumband wird mit der Tiegelzange in die Bunsenflamme ge­halten. Das entstehende weiße Oxid wird dann in ein kleines Be­cherglas gebracht, in dem sich et­was Wasser befindet: Rotes Lackmuspapier zeigt keinen Farbum­schlag! Drückt man aber ein Bröckchen des Oxids mit dem Spatel auf feuchtes, rotes Lackmuspapier, so zeigt sich eine Blau­färbung.

26. Unlöslichkeit von Eisenoxid und Kupferoxid

In 2 kleinen Bechergläsern wird etwas Eisenoxid bzw. Kupferoxid mit jeweils ei­nigen Millilitern Was­ser verrührt. Die Oxide lösen sich nicht. Auch wenn die Oxide auf feuchtes, rotes Lackmuspa­pier gedrückt werden, zeigt sich kein Farbum­schlag.


Das Wasser

27. Lösefähigkeit des Wassers für Gase und Flüssigkeiten

a) Frisches Leitungswasser wird in einem Reagenzglas erwärmt: Es steigen Luftbläschen auf.

b)

 

Ein Stehkolben wird mit Leitungswasser ge­füllt, in ein mit Wasser gefülltes hohes Becherglas ein­geführt und ein Stopfen mit weitem Glasrohr so aufgesetzt, dass keine Luftblase zurückbleibt. (Das Glasrohr darf nicht über den inneren Stopfenrand hervorragen, sonst sammeln sich die Gasbla­sen unter dem Stopfen an!) Dann wird ein größeres Reagenzglas mit Wasser gefüllt, ohne Luftbla­senein­schluss mit einem Stopfen verschlossen, mit der Mündung nach unten in das was­sergefüllte Becher­glas eingetaucht und nach Entfer­nen des Stopfens über das Glasrohr gesetzt. An­schließend wird das Be­cherglas auf einem Vierfuß er­hitzt. (Versuch zu Beginn der Stunde ansetzen!)

c) Ein Eiswürfel wird gezeigt: zahlreiche Luftblasen.

d) Eine Sprudelflasche wird geöffnet: Es entweichen Bläschen von Kohlenstoff­dioxid. - Wird ab­gestandener Sprudel erwärmt, so steigen erneut CO2-Bläschen auf.

e) Essigessenz und Alkohol lösen sich in Wasser, Benzin und Olivenöl dagegen nicht.

28. Unterschiedliche Lösefähigkeit des Wassers für feste Stoffe

In ein großes Reagenzglas mit Schraubverschluss werden 8 g Kochsalz, in ein an­deres 8 g Kalialaun gegeben. Mit einem Mess­zylinder füllt man in jedes Glas 20 ml Leitungswasser. Man schüt­telt den Inhalt der beiden Gläser gut durch und lässt absetzen. Vom Kochsalz löst sich mehr auf als vom Kali­alaun.

Werden beide Gläser in einem Wasserbad erwärmt, so löst sich der Kalialaun voll­ständig auf; vom Kochsalz bleibt auch in heißem Was­ser ein Teil ungelöst.

Beim Abkühlen scheidet sich - bis zur nächsten Unterrichtsstunde - wieder Kali­alaun aus. (Beide Reagenzgläser zuschrauben!)

29. Eigenschaften von gesättigten Lösungen

Es wird eine gesättigte Kochsalz-Lösung hergestellt, die klare Lösung in ein Be­cherglas dekantiert und ein Stück Würfelzucker darin gelöst.

30. Abkühlung von Wasser beim Auflösen von Salmiak

Einige Löffel Salmiak werden in wenig Wasser aufgelöst. Die Lösung kühlt sich stark ab (Demon­strationsthermometer!).


31. Dichte von Lösungen (Schlierenbildung)

In ein Reagenzglas mit durchbohrtem Boden werden einige große Kristalle von Kaliumpermanga­nat gegeben, das Reagenzglas senkrecht in einem Stativ gehaltert und ein mit Wasser gefülltes Be­cherglas mit Hilfe eines Laborlifts langsam von unten an das Reagenzglas herangeführt, bis die Bo­denöffnung des Reagenzglases in das Wasser eintaucht: Die Kaliumpermanganat-Kristalle lösen sich, und violette Schlieren sinken auf den Boden des Becherglases.

32. Diffusion von Lösungen

(kleine Petrischale auf Overhead-Projektor!)

33. Destillation einer Kaliumpermanganat-Lösung

(Eine nur schwach rot gefärbte Kaliumpermanganat-Lösung verwen­den!)

34. Hygroskopische Eigenschaft verschiedener Stoffe

a) Einige Plätzchen ätznatron werden auf eine Uhrglasschale gelegt: Sie zie­hen die Feuchtigkeit aus der Luft an und zerfließen.

b) Tetraphosphordecaoxid wird in dünner Schicht (!) auf einen Spatel gege­ben und nach einiger Zeit der Spatel umgedreht: Das Pulver haftet an dem Spatel.


35. Reduktion von Wasserdampf durch erhitztes Magnesium

(Hinweise: schwer schmelzbares Reagenzglas; Sand mit einer langen Pipette an­feuchten, ohne die Wand des Reagenzglases oberhalb des Sandes zu benetzen; Magnesiumband blank schmirgeln und um einen Bleistift wickeln; Glas in Stativ einspannen; Magnesium sehr stark erhitzen, dann Sand schwach erwärmen: Mag­nesium glüht auf; Wasser­stoff entzünden; Rückstand an Farbe und Zerreib­barkeit sowie durch Aufdrücken auf feuchtes rotes Lackmuspapier als Magnesiumoxid identifizie­ren.)

oder: In einen Rundkolben (250 ml) werden ca. 100 ml Aqua purificata und einige Siedesteinchen gegeben. Der Rundkolben wird über ein rechtwinklig gebogenes Glasröhrchen mit einem ca. 30 cm langen, schwer schmelzbaren Glasrohr verbunden, in dem zwischen zwei Pfropfen aus Glaswolle ein mit Magnesiumpulver gefülltes Porzellanschiffchen steht. Das andere Ende des Reaktionsrohres wird mit einem durchbohrten Stopfen verschlossen, in dem ein rechtwinklig gebogenes Glasröhr­chen steckt. Dann wird das Wasser im Rundkolben mit einem Teclubrenner aufge­heizt. Wenn es gleich­mäßig kocht, wird mit einem zweiten Teclubrenner das Por­zellanschiffchen von unten kräftig erhitzt. Das Magnesium glüht hell auf und verwandelt sich in ein weißes Pulver. Das aus dem Ab­leitungsrohr entströmende Gas kann nun entzündet werden.

(Die Glaswolle zwischen Porzellanschiffchen und Ableitungsröhrchen dient als Rückschlagsiche­rung, die Glaswolle vor dem Porzellanschiffchen verhindert, dass größere Wassertropfen mit dem Wasser­dampf über das Porzellanschiffchen geführt werden.)

36. Wasser als Verbrennungsprodukt des Wasserstoffs

An eine Wasserstoffflasche wird über eine mit konzentrierter Schwefelsäure beschickte Drechsel­sche Wasch­flasche durch einen langen Gummischlauch ein 10 cm langes, etwa 15 mm weites Glas­rohr angeschlossen, dessen Mündung nur wenig (auf etwa 12 mm) verengt sein darf. In das Glas­rohr, das in einem Korkstopfen steckt, stopft man einen festen Bausch von Glaswolle. Der über der Mündung des Glasrohres hängende Trichter - aus Blech oder Glas - soll eine Weite von 6 bis 8 cm besitzen. Von dem Trichter führt ein weites (!) Glasrohr zu dem Gasverflüssigungsapparat. Dieses Rohr wird mit dem Trichterrohr, dessen Ende gerade abgeschnitten sein muss, durch ein mit Iso­lierpapier aus­gelegtes Stück Gummischlauch verbunden. Das Ableitungsrohr des Gasverflüssigers wird durch einen Schlauch mit einer Wasserstrahlpumpe verbunden. Der Kühl-Einsatz des Gas­ver-­


flüs­sigers wird mit Eiswasser gefüllt. Man entfernt das Brennerrohr aus der Klammer, schickt einen Wasserstoffstrom durch die Waschflasche und prüft das ausströ­mende Gas auf Knallgasfrei­heit. Darauf wird der Wasserstoff entzündet und zunächst eine kleine Flamme eingestellt. Der Brenner wird in der Klammer so befestigt, dass die Flamme schräg nach oben ge­richtet ist. Nun setzt man die Wasserstrahlpumpe in Gang (Wasser nicht zu schnell laufen lassen!) und vergrößert allmählich die Wasserstoffflamme. Nach wenigen Augenblicken beginnt die Kon­densation des Wasserdampfes in dem Gasverflüssiger. Wenn sich eine ausreichende Menge Wasser angesammelt hat, werden Wasserstrahlpumpe und Was­ser­stoffstrom abgestellt. Man entfernt den Gasverflüssiger aus der Ap­paratur und identifiziert das Reaktionsprodukt z.B. mit wasserfreiem Kupfersulfat.

Literatur: H. Rheinboldt: Chemische Unterrichtsversuche, 2. Auflage, S. 117, Versuch 69

 

Wasserstoff

37. Eigenschaften des Wasserstoffs

a) Unter ein Becherglas, das mit der Öffnung nach unten auf einer austarierten Balkenwaage steht, wird Wasserstoff geleitet. Der das Becherglas tragende Arm der Waage hebt sich.

ferner: Ein Kunststoffbeutel oder Luftballon wird mit Wasserstoff gefüllt: Er schwebt zur Decke.

b)

 

Ein Standzylinder wird unter Wasser mit Wasserstoff gefüllt, mit einem Stopfen verschlossen und mit der Mündung nach unten in ein Stativ eingespannt. Nach Entfernung des Stopfens und Ver­dunk­lung des Raums wird langsam von unten eine an einem Draht befe­stigte brennende Kerze in den Zylinder eingeführt. Das Gas entzün­det sich und brennt an der Öffnung, die Kerze aber erlischt im In­nern des Gefäßes. Wird die Kerze langsam wieder herausgezogen, so entzündet sie sich an der Wasserstoffflamme.

c) Aus einem Specksteinbrenner verbrennt Wasserstoff mit farbloser Flamme.

d) 4 Reagenzgläser werden zu 2/3, 1/2, 1/3 und 1/6 mit Wasser gefüllt. In ei­ner pneumatischen Wanne wird das Wasser in den Glä­sern langsam (!) durch Wasser­stoff verdrängt. Nacheinander wird bei jedem Reagenzglas die Mündung unter Was­ser mit dem Daumen ver­schlossen, der Inhalt durch mehrmaliges Kippen des Glases gemischt und die Gasmischung an einer Bunsenflamme ent­zündet. Die Wasserstoff-Luft-Gemische explodieren mit pfeifendem, unterschied­lich lautem Knall.

Anteile

  Verhältnis

H2

Luft

O2

   H2 : O2

 

 (67 %)

10 : 1

 

 (50 %)

  5 : 1

 

 (33 %)

2,5 : 1

stärkster Knall

 (17 %)

  1 : 1

 


e) In einer flachen Blechdose wird eine Seifenlösung herge­stellt (z.B. mit Palmolive-Geschirr­spül­mittel). In einen Kolben­prober lässt man zunächst 20 ml Sauerstoff und anschließend 40 ml Wasser­stoff einströmen. Das Gasgemisch drückt man in die Seifenlösung und entzündet die entste­henden Seifenblasen mit einer an ei­nem Stock befestigten Kerze.

oder: Ein Luftballon wird aus einem Kolbenprober mit einer Mischung von 1 Volumenanteil Sauer­stoff und 2 Volumenanteilen Wasserstoff gefüllt und der an der Decke schwebende Luftballon mit einer an einem Stock befestigten Kerze zur Explosion gebracht.

f) In die Mitte des Bodens einer leeren Getränkedose wird mit einem dünnen Nagel ein feines Loch geschlagen. Man stellt die Dose mit dieser Öffnung nach oben auf ein über einem Dreifuß lie­gendes Tondreieck und füllt die Dose von un­ten durch die große Trinköffnung mit Wasserstoff. Ent­­zün­­det man den ausströmen­den Wasserstoff, so hört man nach einigen Sekunden einen pfeifen­den Ton, der zu­nehmend lauter wird, bis plötzlich eine Explosion erfolgt und die Dose hochge­schleu­dert wird.

(Erklärung: Durch das Abbrennen des Wasserstoffs entsteht in der Dose ein Unter­druck, der durch die untere Dosenöffnung Luft nachströmen lässt. Es bilden sich Wasserstoff-Luft-Gemische, die mit zunehmendem Luftanteil mit immer lauter wer­dendem Pfeifen reagieren. Ist im Doseninnern ein Wasserstoff-Luft-Volumenver­hältnis von 2 : 5 erreicht (was einem Wasserstoff-Sauerstoff-Volu­men­verhältnis von 2 : 1 entspricht), so explodiert das Gasgemisch schlagartig.)

g). Eine Pappröhre mit einer Länge von 60 bis 80 cm und einem Durchmesser von etwa 8 cm wird an der einen Öffnung unter Verwendung von Klebeband fest ver­schlossen. Etwa 10 cm vom ver­schlossenen Ende bringt man ein Zündloch an. An­schließend wird die Röhre mit der Öffnung schräg nach oben an einem Stativ befe­stigt und mit einer Styroporkugel locker verschlossen. Man leitet bei deutlich vernehmbarem Strömungsgeräusch etwa 20 s Wasserstoff in die Röhre und zün­det an­schlie­ßend das Wasserstoff-Luft-Gemisch mit Hilfe einer an einem langen Stock befestigten brennenden Kerze.

Hinweis: Die richtige Einfülldauer muss durch Vorversuche ausprobiert werden, da sie von den Ma­ßen der Pappröhre abhängt. Die Pappröhre ist so auszurichten, dass weder ihr verschlossenes Ende noch die Styroporkugel auf Personen zeigen. Die Schüler werden vor der Zündung aufgefor­dert, den Mund zu öffnen.

38. Knallgasprobe

In ein mit der Mündung nach unten gehaltenes Reagenzglas lässt man eine geringe Menge Wasser­stoff aus der Stahlflasche einströmen, verschließt das Glas mit dem Daumen, kippt es mehrmals hin und her und nähert die Mündung des Reagenzglases dem Saum einer Bunsenflamme.

39. Arbeiten mit dem Schneidbrenner-Modell (Firma Hedinger, Stuttgart)

Mit dem Funktionsmodell eines Schneidbrenners wird ein dünnes Eisenblech "durchgebrannt".

Reduktionen

40. Reduktion von Wasser mit Calcium

Ein großer Calciumspan wird mit einem Messer an einigen Stellen blank ge­schabt und in ein zur Hälfte mit Wasser gefülltes Reagenzglas geworfen. Es ent­weicht ein Gas. Nimmt man das Glas in einen Reagenzglashalter und hält die Mün­dung des Glases einige Sekunden in die Bunsenflamme, so lässt sich zeigen, dass das Gas brennbar ist. Die milchig getrübte Flüssigkeit wird filtriert. Das Fil­trat färbt Lackmusfarbstoff blau.

Hinweis: evtl. Vergleich der Reaktion von Mg und Ca mit Wasser: 2 Petrischalen auf Overhead-Pro­­jek­tor; zu dem Wasser einige Tropfen Phenolphthalein geben.


41. Reduktion von Wasser mit Natrium

Ein Stückchen Natrium wird mit Filtrierpapier sorgfältig von anhaftendem Petroleum gesäubert, ent­rindet, ein erbsengroßes Stückchen abgeschnitten und in eine mit Wasser gefüllte, runde (!) Glas­wanne geworfen (Schutzscheibe aufstellen oder Becken mit einem Blatt Papier zudecken!). Das Na­triumstückchen fährt unter Zischen auf dem Wasser umher, wird dabei zu einer Kugel, die immer kleiner wird und schließlich vollständig verschwindet. Im Wasser sinken Schlieren nach unten. Die Lösung färbt Lackmusfarbstoff blau.

42. Reduktion von Wasser mit Kalium

Der Versuch 41 wird mit Kalium wiederholt. Der entweichende Wasserstoff ent­zündet sich von selbst und brennt mit violetter Flamme.

43. Reduktion von Wasser mit Natrium (und Selbstentzündung des Wasserstoffs)

Der Versuch 41 wird noch einmal durchgeführt, das Natriumstückchen aber auf ein Stück Fil­terpa­pier gelegt, das auf dem Wasser schwimmt. Das Natrium­stückchen wird dadurch an dem (sei­ne Tempe­ratur herabsetzenden) Umherschwimmen gehindert, und der Wasserstoff entzündet sich.

44. Reduktion von Wasserdampf mit Eisenpulver

In ein schwer schmelzbares Reagenzglas gibt man etwa 2 cm hoch Sand, be­feuchtet ihn mit einer Pipette und gibt etwa in die Mitte des Reagenzglases 2 Spatel Eisenpulver (Ferrum reductum), stopft einen kleinen Bausch Glaswolle in das Reagenzglas und verschließt es mit einem durch­bohrten Stop­fen (Ableitungsrohr, kleine pneumatische Wanne). Man erhitzt zunächst stark den obe­ren Teil des Eisenpulvers. Durch die Wärmeleitung wird auch der feuchte Sand heiß, und es ent­weicht ein farblo­ses Gas. Man fängt das Gas in mit Wasser ge­füllten Reagenzgläsern auf (1 Glas vorher zur Hälfte mit Luft füllen!) und führt die Knallgasprobe durch. (Bei der Reaktion ist kein Aufglühen des Eisens zu beob­achten. Nach der Reaktion ist das Eisenpulver schwarz.)

45. Vergleich der Reaktion von erhitztem Eisen bzw. Magnesium mit Wasser

Auf einer feuerfesten Unterlage werden nebeneinander je 2 Spatel Eisenpulver (Ferrum reductum) und Magnesiumpulver aufgehäuft, stark erhitzt und dann vor­sichtig (!) aus einer Pipette mit Wasser betropft. Das bis zur Rotglut erhitzte Eisen reagiert mit dem Wasser nur unter Zischen. Das Magne­sium beginnt nach kur­zem Erhitzen unter heller Weißglut zu brennen und reagiert mit dem aufge­tropften Wasser äußerst heftig.

46. Thermitversuch

kleiner Blumentopf mit zugegipstem Loch, Sand­kasten, Kartu­schen-Lötlampe mit Spe­zialaufsatz

Zündgemisch: 2 g BaO2 + 5 g Magnesiumpulver werden vorsichtig gemischt.

(Herstellung von Thermit: 25 g Fe2O3 + 8,5 g Al-Pulver in einer Reibschale sorgfältig mischen.)


47. Reduktion von Kupferoxid mit Eisen

3 g Ferrum reductum und 6 g CuO werden in einer Reibschale gut gemischt und in einem Reagenz­glas erhitzt: Das Gemisch glüht auf, und es entsteht rotes Kupfer.

48. Reduktion von Kupferoxid mit Wasserstoff

In einem schwer schmelzbaren Glasrohr, das von 2 Gabelstativen leicht nach un­ten geneigt gehalten wird, leitet man Wasserstoff in langsamem Strom über schwarzes Kupferoxid und entzündet das ausströmende Gas (vorher Knallgasprobe, außerdem einen kleinen Bausch Glaswolle als Rück­schlagsicherung in das Ableitungsrohr!). Wird jetzt das Oxid erhitzt, so glüht es auf. Die auftre­tende rote Farbe des Pulvers zeigt, dass Kupfer entsteht. Das Kleinerwerden der Flamme lässt er­kennen, dass Was­serstoff ver­braucht wird. Gleichzeitig schlagen sich an den kalten Wänden des Rohres Wassertropfen nieder. (Wird bald nach Beendigung des Versuchs das Por­zellanschiffchen herausgezogen, so glüht das noch heiße Kupfer an der Luft auf und verfärbt sich schwarz.)

Der Schwefel

49. Physikalische Eigenschaften des Schwefels

(Aggregatzustand bei Zimmertemperatur, Farbe, Geruch, Geschmack, Sprödigkeit, Isolationswir­kung, Löslichkeit in Wasser und in Kohlenstoffdisulfid)

50. Bestimmung der Schmelztemperatur des Schwefels

Die Schmelzkapillare wird etwa 3 mm hoch mit Schwefel gefüllt (mit dem zugeschmolzenen Ende vorsichtig auf den Tisch klopfen!)

Das Paraffinöl bzw. der Kupferblock wird zunächst bis in die Nähe der Schmelztemperatur relativ rasch aufgeheizt, dann wird die Temperatur nur langsam gesteigert (Vorversuch!). Als Schmelz­temperatur gilt die Temperatur, bei der die letzten kristallinen Teilchen in die flüssige Phase über­gegangen sind.

51. Herstellung rhombischer Schwefelkristalle

Ein Bröckchen Schwefel wird in Kohlenstoffdisulfid gelöst, die Lösung in eine Uhrglasschale ge­gos­­sen und mit einem Stück Karton zugedeckt. In der nächsten Unterrichtsstunde werden einzelne gute Kri­stalle des Verdunstungsrückstandes mit der Lupe betrachtet.


52. Herstellung monokliner Schwefelkristalle

Ein zu 2/3 mit Schwefel gefüllter großer Porzellantiegel wird vorsichtig erhitzt, bis der Schwefel dünnflüssig geworden ist (Dreifuß, Tondreieck). Dann wird die Flamme entfernt. Sobald an der Oberfläche Nadeln von 1 bis 2 cm Länge entstanden sind, wird der Porzellantiegel mit einer spe­ziel­len, den Tiegel um­greifenden Zange gefasst und der noch flüssige Schwefel in eine Por­zellan­schale ausgegossen. (Der in der Porzellanschale erstarrte Schwefelkuchen wird beim nächsten Mal wieder eingeschmol­zen.)

53. Zähflüssiger Schwefel

Schwefelstücke werden in einem Reagenzglas mit kleiner Flamme erhitzt. Der Schwefel schmilzt zu einer hellgelben, leicht beweglichen Flüssigkeit. Bei steigender Temperatur wird die Schmelze dunkelbraun und schließlich so dickflüssig, dass sie sich nicht mehr gießen lässt. Bei weiterem Erhitzen wird der Schwefel wieder dünn­flüssig und siedet schließlich.

54. Plastischer Schwefel

Schwefelstückchen werden in einem Reagenzglas bis zum zweiten dünnflüssigen Zustand erhitzt. Die Schmelze wird in Wasser gegos­sen. Die entstehende gummiartige Substanz wird aufbewahrt und in der nächs­ten Unterrichtsstunde erneut betrachtet.

55. Sublimation des Schwefels

Man lässt Schwefeldämpfe aus einem schräg eingespannten Reagenzglas in ein kleines, kaltes Becherglas einströmen.

Ergänzung: Sublimation von Iod

Man gibt einige Iodkristalle in ein Becherglas (100 ml, hohe Form), deckt mit einer Uhrglasschale ab und erwärmt das kleine Becherglas in einem mit Wasser ge­füllten, nur wenig breiteren Becherglas (150 ml). In das Uhrglas gibt man etwas kaltes Wasser. Das Iod sublimiert und kristallisiert an der Unterseite des Uhrglases wieder aus.

56. Endotherme Reaktion ("Festfrieren")

Ein kleiner Erlenmeyerkolben (100 ml) wird zu je 1/4 seines Inhalts mit Bariumhydro­xid-octahydrat und Ammoniumthio­cyanat gefüllt. Nachdem die beiden Substanzen durch Schütteln gründlich ver­mischt worden sind, wird der Kolben auf einen nassen Holzklotz (oder auf einen nas­sen, etwas aus­gedrückten Schwamm) ge­stellt. Nach etwa 5 Minuten ist der Erlenmeyerkolben auf dem Holz­klotz bzw. dem Schwamm angefroren. Sein Inhalt hat sich verflüs­sigt.

Erklärung: Es handelt sich um eine Protolyse:

Ba(OH)2×8H2O  +  2 NH4SCN                Ba2+  +  2 H2O  +  2 NH3  +  2 SCN-  +  8 H2O

 

Die zu dieser endothermen Reaktion erforderliche Energie wird der Umgebung ent­zogen.

57. Reaktion von Kupfer mit Schwefel

In einem senkrecht eingespannten Reagenzglas wird ein Schwe­felbröckchen bis zum Sieden erhitzt. In den Schwefeldampf wird an einem gebogenen Draht ein Kupferblechstreifen getaucht (mit ei­nem Nagel ein Loch in den Blechstreifen schlagen!). Das Kupfer glüht auf und verwandelt sich in einen blauschwarzen, spröden Stoff.

evtl. zusätzlich: 4 g Kupferpulver und 1 g Schwefelblüte werden vorsichtig gemischt, auf einer feuerfesten Unterlage aufgehäuft und mit einer glühenden Stricknadel gezündet: Unter leichtem Auf­glühen entsteht ein blauschwarzer Stoff.


58. Reaktion von Zink mit Schwefel

Ein Gemenge von 6 g Zinkstaub und 3 g Schwefelblüte wird auf einem Blech­deckel von oben er­hitzt (große Schutzunterlage auf den Tisch und Schutz­scheibe!). Hierbei muss die Flamme längere Zeit auf die gleiche Stelle des Gemi­sches gerichtet werden. Unter starker Feuererscheinung und Rauchent­wicklung ent­steht ein hellgelber Stoff.

59. Reaktion von Quecksilber mit Schwefel

In einer Reibschale wird ein Tropfen Quecksilber mit etwas Schwefelblüte zerrie­ben. Es entsteht ein schwarzes Pulver.

60. Analyse von Pyrit mit dem Lötrohr

Ein Pyritkörnchen wird auf Holzkohle mit dem Lötrohr er­hitzt. Es wird zunächst oxidierend, dann reduzierend geblasen: stechender Geruch; der entste­hende Stoff wird von einem Magneten angezo­gen.

Grundtatsachen der Kristallographie

61. Beobachtung von Kristallwachstum

Overhead-Projektor, Petrischalen

a) Methanol + Salicylsäure (langsam; nach einiger Zeit bilden sich Nadeln)

b) Harnstoff in heißgesättigter Lösung (evtl. impfen!)

62. Züchten großer Alaunkristalle

200 g Kalialaun werden in 800 ml heißem Wasser gelöst. Nach­dem die Lösung auf 40 °C abgekühlt ist, wird sie in ein breites Thermosgefäß von 1 Liter Inhalt ge­gossen. In die Lösung wird ein an ei­nem Faden befestigter Alaunkristall gehängt. Im Verlauf von 1 bis 2 Tagen wächst ein großer Kris­tall von Oktaederform heran. (Der Kristall sollte nicht zu lange in der Lösung belassen werden, da sonst auf seiner Oberfläche kleinere Kristalle wachsen.)

Hydroxide und einführende Betrachtung zu Säuren und Salzen

63. Hygroskopische Eigenschaft von Natriumhydroxid

Einige Natriumhydroxid-Pastillen werden auf eine Uhrglasschale gelegt. Nach einigen Minuten ist um die Pastillen ein feuchter Hof zu erkennen.

64. Verseifung von Olivenöl mit Natriumhydroxid

In einem Reagenzglas werden 2 ml Olivenöl mit 2 Natriumhydroxid-Pa­stillen ge­kocht. Die Flüssig­keit schäumt stark auf. Nach dem Abkühlen erhält man einen festen Stoff (unter dem sich evtl. noch etwas Flüssigkeit befindet). Bringt man eine geringe Menge des Reaktionspro­duktes in ein mit Wasser gefülltes Reagenz­glas und schüttelt das Glas kräftig, so bildet sich ein Schaum.

65. Darstellung und Eigenschaften des Ammoniaks

In einem Reagenzglas werden 2 ml Ammoniakwasser erhitzt. Das entweichende Gas prüft man vor­sichtig auf seinen Geruch und lässt es auf feuchtes, rotes Lack­muspapier einwirken.


66. Entwicklung von Wasserstoff aus Magnesium und Phosphorsäure

In einem Reagenzglas löst man einen halben Spatel Tetraphosphordecaoxid in Was­ser auf (Vor­sicht!) und verdünnt die entstandene Phosphorsäure, bis das Glas zu etwa ein Viertel gefüllt ist. Dann gibt man einen halben Spatel Magnesiumpulver hinzu. Es entweicht ein farbloses Gas. - Man wiederholt den Versuch, befestigt das Glas in einem Reagenzglashalter und bringt die Flamme ei­nes Teclubrenners in die Nähe der Mündung des Glases. Die Knallgasprobe verläuft positiv, lässt sich aber meistens nicht wie­derholen, da die frei werdende Reaktionswärme die Phosphorsäure zum Sieden bringt und durch die Beimischung des Wasserdampfes der Wasserstoff nicht mehr brennt.

67. Saure bzw. alkalische bzw. neutrale Reaktion von Salzen in Wasser

In 3 kleinen Bechergläsern werden

      (1) Aluminiumsulfat

     (2) Natriumcarbonat

      (3) Natriumsulfat

in Aqua purificata gelöst. Die Reaktion der Lösungen wird mit Lack­muspapier überprüft.

68. Nachweis von Kristallwasser in Kristallsoda

Eine Spatelspitze Kristallsoda oder ein Sodakristall wird in einem Reagenzglas schwach erwärmt. Schon nach kurzer Zeit (bei 32,5 °C!) scheint die Soda zu schmelzen, denn es entsteht eine Flüssig­keit. Aber auch nach dem Abkühlen bleibt der Inhalt des Glases flüssig! Bei stärkerem Erhitzen ver­dampft Wasser, und es bildet sich eine feste, weiße Substanz. (identisch mit Versuch 121)

Die Schwefelsäure und ihre Salze; Katalysatoren

69. Platin als Katalysator für die Entzündung von Wasserstoff

Wasserstoff aus der Stahlflasche (Glasspitze mit einem Bausch Glaswolle als Rückschlagsiche­rung!) wird mit einem Gasselbstzünder (mehrere feine Platindräht­chen) entzündet. (Ist der Gas­selbstzünder längere Zeit nicht benutzt worden, so muss er vor dem Versuch kurz durch eine Bun­senflamme gezo­gen werden!)

70. Palladium als Katalysator für die Entzündung von Wasserstoff

Wasserstoff aus der Stahlflasche wird auf ein Häufchen Palladium-Aktivkohle ge­leitet (Glasspitze mit einem Bausch Glaswolle als Rückschlagsicherung!). Nach kurzer Zeit beginnt die Kohle zu glimmen, und der Wasserstoff entzündet sich.

71. Entzündung von Wasserstoff mit Hilfe eines Schüttgutkatalysators

Auf ein Kaffeesieb aus Metall werden ca. 30 Kügelchen des Schüttgutkataly­sators der Firma Degus­sa gegeben. Aus etwa 10 bis 12 cm Entfernung leitet man Wasser­stoff aus der Stahlflasche in ver­hält­nismäßig starkem Strom auf die Katalysator­perlen (Glasspitze mit einem Bausch Glaswolle als Rückschlagsicherung!). Die Perlen beginnen zu glühen, und der Wasserstoff entzündet sich.

Hinweis: Bei dem Schüttgutkatalysator der Firma Degussa handelt es sich um einen Dreiweg-Katalysator (Platin und Rhodium - etwa 5 : 1 - auf Aluminiumoxid-Perlen; bewirkt Oxidation von Koh­len­wasserstoffen, Oxidation von CO und Reduktion von Stickstoffoxiden).


72. Ascorbinsäure (Vitamin C) als Antioxidans (Oxidationsinhibitor)

Zwei Viertel eines Apfels werden geschält. Das eine Stück wird mit einer Obst­reibe zerrieben und der geriebene Apfel in eine Porzellanschale oder auf einen kleinen Teller gegeben. Dann wird auf die Obstreibe etwas Ascorbinsäure gestreut und der Versuch mit dem zweiten Apfelstück wieder­holt. Der ohne Zusatz von Ascorbinsäure zerriebene Apfel verfärbt sich innerhalb von 15 bis 20 Minuten braun (enzymatische Reaktion unter Mitwirkung des Luftsauerstoffs!). Bei Zusatz von Ascorbin­säure un­terbleibt die Braunfärbung zunächst und setzt erst viel spä­ter ein.

73. Wirkung des Enzyms Katalase

5 ml Perhydrol (30 %iges Wasserstoffperoxid) werden mit 15 ml Aqua purificata verdünnt und in einen mittelgroßen (20 cm hohen) Standzylinder gefüllt. Gibt man einige Hefekrümel hinzu, so ent­wickelt sich ein Gas, das mit einem glimmenden Span als Sauerstoff identifiziert werden kann. (Der Versuch gelingt sehr gut mit einer Spatelspitze Trockenbackhefe. Es bildet sich dann ein Schaum, in dem ein glimmender Span hell aufflammt.)

74. Katalytische Oxidation von Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid (Kontaktverfahren)

In das Verbrennungsrohr (1) aus Quarzglas wird vor einem Pfropfen aus Quarzglaswolle eine etwa 30 mm lange Schicht Schwefelkies (Pyrit) (2) gepackt. Im Verbrennungsrohr (3) (ebenfalls aus Quarz­glas) befindet sich zwischen 2 Pfropfen aus Quarzglaswolle ein Platinasbestnetz (4). Die Verbren­nungsrohre (1) und (3) werden über eine Gaswaschflasche (5) miteinander verbunden. Sie ist so weit mit Wasser gefüllt, dass das Einleitungsrohr eben darin eintaucht. An das Verbren­nungs­rohr (3) schließt sich über das Glasröhrchen (6) die Glaskugel (7) mit 4 Tuben (Scheidtsche Kugel) an. Zwei Tuben dieser Kugel werden mit Stopfen verschlossen. In den Stopfen des vierten Tubus führt die Gaswaschflasche (8), in der sich Wasser befindet, das mit Universalindikator ange­färbt ist. An diese Gaswaschflasche schließt sich die Gaswaschflasche (9) an, die zur Absorption des SO3 mit konzentrierter Schwefelsäure gefüllt ist. Sie ist über einen Gummischlauch mit einer Wasserstrahl­pumpe (W) verbunden. Zwischen den Gaswaschflaschen (8) und (9) kann eine weitere Gaswasch­flasche eingefügt werden. Diese wird mit einer Bariumchlorid-Lösung gefüllt, die mit verdünnter Salzsäure stark angesäuert worden ist.


Zum Erhitzen des Pyrits und des Platinasbestnetzes sind 2 Brenner bereitzustellen. Durch Einschalten der Wasserstrahlpumpe saugt man einen gleichmäßigen Luftstrom durch die Apparatur.
Mit mittelstarker Bunsenflamme wird der Pyrit erhitzt, bis die Reaktion einsetzt. Das Platinasbest­netz wird stark erhitzt. Hier erfolgt das Erhitzen während der gesamten Reaktion.

Literatur: Flügel: "Die Chemie in Versuchen, Anorganische Chemie" (PHYWE-Schriftenreihe), Versuch 7.12.

Als Ersatz für das Netz aus Platinasbest wird Platinquarzwolle empfohlen (vergl. http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/tip/november.htm

Herstellung von Platinquarzwolle: Man gibt 0,5 g Quarzglaswolle in ein Becherglas (50 ml) und dazu 20 ml einer Lösung von Natrium-hexachloroplatinat(IV)-hexahydrat (w = 0,01 %). Anschlie­ßend wer­den 10 ml einer Ascorbinlösung (w = 5 %) hinzugegeben. (Man muss ein mildes Reduk­tionsmittel verwenden, um einen ausreichend feinkristallinen und gut haftenden Niederschlag von Platin zu erhalten.) Man rührt gut um. Nach einigen Stunden färbt sich die Lösung durch das aus­fallende Platin dunkel. Es ist darauf zu achten, dass die Quarzglaswolle immer von Flüssigkeit be­deckt ist. Die Mischung bleibt mindestens über Nacht stehen. Anschließend nutscht man ab und wäscht mit Aqua purificata gut nach. Nach dem Trocknen ist die platinierte Quarzglaswolle einsatzbereit. Vor jeder Verwendung muss sie kurz ausgeglüht werden.

Auch die Firma PHYWE bietet in ihrem Lieferprogramm Platinquarzwolle an.

75. Bleikammerverfahren

Ein Stehkolben (500 ml) wird mit braunem Stickstoffdioxid gefüllt (einfachstes Verfahren: in dem Kolben auf Kupferspäne konzentrierte Salpetersäure geben und die Flüssigkeit abgießen, sobald sich genügend Stickstoffdioxid entwickelt hat). Dann wird gemäß der Abbildung Schwefeldioxid in den Kolben geleitet. Es kommt zu einer Farbaufhellung, und nach einiger Zeit überziehen sich die Wände des Kol­bens mit eisblumenartigen "Bleikammerkristallen" aus Nitrosylschwefelsäure (NO)HSO4. Wird der Stopfen vom Stehkolben entfernt, so bildet sich langsam wie­der braunes Stickstoffdioxid zurück. Gibt man in den Kolben einige Milliliter Aqua purifi­cata, so lassen sich mit Bariumchlorid-Lösung Sulfat-Ionen nachweisen. Der mit Natronlauge gefüllte Erlenmeyerkol­ben dient zur Absorp­tion der gesund­heitsschädlichen Gase.

76. Dichte der konzentrierten Schwefelsäure

In einem hohen Standzylinder wird die Dichte von konzentrierter Schwefelsäure mit einem Aräo­me­ter bestimmt.

77. Hygroskopische Eigenschaft der konzentrierten Schwefelsäure

Man tariert eine kleine Kristallisierschale mit 20 ml konzentrierter Schwefel­säure auf einer Waage aus, arretiert die Waage und lässt das Gefäß etwa eine halbe Stunde unbedeckt stehen. Eine erneute Wägung zeigt dann, dass der Inhalt des Gefäßes schwerer ge­worden ist.


78. Einwirkung von konzentrierter Schwefelsäure auf Kupfervitriol

In einem Reagenzglas lässt man konzentrierte Schwefel­säure auf festes Kupfervitriol einwirken: Das blaue Pulver wird hellblau bis weiß.

79. Einwirkung von konzentrierter Schwefelsäure auf organische Substanzen

In Porzellanschalen lässt man konzentrierte Schwefel­säure auf Holz, Papier und Leinen einwirken: Die Substanzen werden geschwärzt und zerfressen.

80. Herstellung von Zuckerkohle

In einem 50 ml-Becherglas lässt man etwa 10 ml konzentrierte Schwefelsäure auf ca. 25 g Rohr­zucker einwirken: Das Reaktionsgemisch erhitzt sich, und aus dem Becherglas wächst eine dicke "Wurst" von Zuckerkohle.

81. Erhitzung und Volumenkontraktion beim Verdünnen von konzentrierter Schwefelsäure

In ein Becherglas gibt man mit einer Pipette 25 ml Aqua purificata und gießt dazu aus einem Mess­kol­ben 50 ml konzentrierte Schwefelsäure. Man misst mit einem Demonstrationsthermometer die Tem­peratur und bestimmt nach dem Abkühlen das Vo­lumen des Gemisches.

82. Oxidation von Holzkohle durch konzentrierte Schwefelsäure

Ein Stückchen Holzkohle wird mit konzentrierter Schwefelsäure erhitzt: Es tritt ein stechender Ge­ruch auf.

Die Salzsäure und ihre Salze

83. Geschmack von Kochsalz

In einer kleinen Abdampfschale aus Glas reicht man etwas Kochsalz herum und lässt es schmecken.

84. Nebelbildung von "Salzsäuregas" an feuchter Luft

Flaschen mit verdünnter und konzentrierter Salzsäure werden gezeigt. Die Flasche mit konzentrier­ter Salzsäure wird geöffnet und über die Flasche gehaucht: Es bilden sich weiße Nebel.

85. Springbrunnenversuch

In einem Gasentwickler lässt man auf eine 2 mm hohe Kochsalz­schicht konzentrierte Schwefel­säure tropfen (1 Tropfen in 2 bis 3 Sekunden). Das Gas wird in einen trockenen Rundkolben (!) ein­geleitet. Das Gaseinleitungsrohr soll bis auf den Boden des Gefäßes reichen. Anschließend wird das Gefäß mit einem Gummistopfen, in dem ein zu einer Spitze ausgezogenes Glasrohr steckt, ver­schlossen. Die Spitze zeigt ins Innere des Gefäßes. Das Gefäß wird mit dem Hals nach unten so tief in ein was­serge­fülltes Becherglas (2 l, breite Form, Wasser mit Lackmus-Lösung versetzt) ge­staucht, dass ei­nige Was­sertropfen ins Innere eindringen (Stopfen vorsichtig etwas lockern!). Kurz darauf schießt das Wasser als Springbrunnen in den Rund­kolben.

Hinweis: Statt des Becherglases kann man auch eine große, recht­eckige Glaswanne verwenden, die bis unter den Rand mit Wasser ge­füllt wird. Der Kolben wird mit einer großen Dreifingerklemme an der Auftreibung unter dem Schliff so an einem schweren Dreifußstativ gehaltert, dass sich die Öff­nung des Glasrohres ca. 0,5 cm über dem Boden der Wanne befindet: Der Stopfen taucht dann in die Wanne ein, kann aber noch ge­lockert werden.


86. Reaktion von "Salzsäuregas" mit erhitztem Natrium (Analyse von Salzsäuregas)

In ein schwer schmelzbares Reagenzglas mit einer rechtwinkligen Ableitung dicht über dem Boden gibt man ein ca. 1 cm3 großes Stück sauber entrindetes Natrium, er­hitzt das Natrium bis zum Schmel­­­­­z­en und leitet dann Salzsäuregas aus einer lan­gen Glasspitze in langsamem Strom über das erhitzte Natrium. Das Salzsäuregas wird in einem Gleichdruckgasentwickler erzeugt, indem man konzentrierte Schwe­felsäure auf Natriumchlorid langsam auftropfen lässt. In dem Reagenzglas bil­det sich ein dich­ter, weißer Rauch, und das aus dem seitlichen Ansatz ausströmende Gas lässt sich ent­zünden. Der weiße Belag hat einen salzigen Geschmack.

87. Elektrolyse von verdünnter Salzsäure im Hofmann-Apparat

88. Darstellung von Chlor aus Kaliumpermanganat

In einem Gasentwickler lässt man konzentrierte Salzsäure auf Kaliumpermanganat tropfen und fängt das entweichende Gas in einem Standzylinder auf. (Bei Verwen­dung von Braunstein muss man er­wärmen!)

89. Chlorknallgasreaktion

Von 2 Reagenzgläsern wird das eine mit Chlor, das andere über Wasser mit Wasser­stoff gefüllt. Die beiden Reagenzgläser werden übereinander gesetzt, die beiden Gase durch mehrfaches Umkip­pen der Gläser gemischt und dann die beiden Gläser über einer Bunsenflamme auseinander gezo­gen. Man hört einen scharfen Knall. Man gibt in die beiden Gläser etwas Wasser und versetzt das ei­ne mit Lack­mus-Lösung, das andere mit Silbernitrat-Lösung.

Hinweis: Die Chlorknallgasreaktion kann auch durch Blitzlicht gezündet werden (siehe Versuchs­anordnung "Fotochemische Blitzreaktion mit Chlorknallgas" der Firma Renate Zitt, Freiburg im Breisgau).


90. Verbrennung von Wasserstoff in Chlor

Man lässt Wasserstoff aus einem langen, zu einer Spitze ausgezogenen Glasrohr (mit einem Bausch Glaswolle als Rückschlagsicherung!) ausströmen, entzündet ihn und führt die Flamme in einen mit Chlor gefüllten Standzylinder ein (weißer Hin­tergrund!). Die Wasserstoffflamme färbt sich fahl­grün, die gelbgrüne Farbe des Chlors im Standzylinder verschwindet, und es treten weiße Nebel auf. Die Wasser­stoffflamme muss im Standzylinder mehrere Minuten brennen, bis das Chlor restlos verbraucht ist! Nach dem Abstellen der Wasserstoffzufuhr gibt man einige Milli­liter Aqua purifi­cata in den Standzylinder, schüttelt gründlich und weist die entstandene Säure mit Lackmusfarb­stoff nach. (Falls im Standzylinder noch Chlor enthalten ist, misslingt der Säurenachweis, da Chlor den Indikatorfarb­stoff bleicht!)

91. Salmiak als "Lötstein"

Ein Ende eines etwa 15 mm breiten und etwa 100 mm langen Streifens aus dün­nem Kupferblech wird mit der Tiegelzange über die Bunsenflamme gehalten, bis es sich mit einer schwarzen Schicht von Kupferoxid überzieht. Dann wird eine dünne Schicht von Ammoniumchlorid (= Salmiak) auf­ge­legt und das Kupferblech wieder in die Bunsenflamme gehalten. Sobald weißer Rauch entsteht, wird der Kupferblech­streifen aus der Flamme genommen und feuchtes rotes Lackmuspapier dicht über den Streifen gehalten (Blaufärbung!). Werden nun die Reste von Am­moniumchlorid mit einem Spatel entfernt, so zeigt der Kupferstreifen wieder me­tallischen Glanz. (Nicht mit Wasser abspülen, da sonst der Metallglanz verloren ­geht!)

Die Salpetersäure und ihre Salze

92. Qualitative Analyse des Kalisalpeters

a) Kalisalpeter färbt die nicht leuchtende Bunsenflamme hellviolett: Kalium.

b) Kalisalpeter wird in einem Reagenzglas geschmolzen. Beim weiteren Erhitzen schäumt die Schmel­­ze, und ein glimmender Span flammt in dem Gas auf: Sauerstoff.

c) In einem trockenen Reagenzglas mischt man eine Spatelspitze KNO3 mit 3 Spatelspitzen Eisen­staub durch Schütteln. Das Reagenzglas wird in ein Stativ gespannt und stark erhitzt (Ableitungs­rohr, pneumatische Wanne, Standzylinder von 15 cm Höhe und 3 cm Durchmesser). Das Gemenge glüht auf, und es entweicht ein Gas, in dem ein brennender Span erlischt: Stickstoff.

93. Darstellung von Salpetersäure aus Kalisalpeter und konzentrierter Schwe­felsäure

In einer Retorte werden 20 g Kalisalpeter mit 10 ml konz. Schwefelsäure langsam erwärmt. In ei­nem mit Eiswasser gekühlten Erlenmeyer-Kolben kondensiert eine zunächst farblose, später gelbli­che, ste­chend riechende und an der Luft Nebel bildende Flüssigkeit. Wenn in der Retorte in größe­rer Menge braune Gase entste­hen, wird die Destillation beendet.


94. "Luftverbrennung" nach Birkeland und Eyde

erforderliche Geräte: Glaskugel mit 4 Tuben (Scheidtsche Kugel) , 1 Paar Hochspannungselektro­den, Handgebläse (Doppelgebläse), Waschflasche

Um eine deutlich sichtbare NO2-Bildung zu erreichen, muss der Lichtbogen etwa 5 min einge­schaltet sein. Mit Hilfe des Handgeblä­ses wird das Reaktionsprodukt dann in die Waschflasche ge­pumpt und die entstandene Säure mit Lackmus-Lösung nachgewiesen. (Statt des Netzspannungs­reglers kann auch ein Schiebewiderstand 2,4 A, 100 W verwendet werden!)

Literatur: Flügel: "Die Chemie in Versuchen, Anorganische Chemie" (PHYWE-Schriftenreihe), Versuch 3.7.

95. Verpuffung eines NH3/O2-Gemisches

In ein großes Reagenzglas wird etwa 1 cm hoch konzentriertes Ammoniakwasser ge­füllt. Das Rea­genzglas wird schräg eingespannt und durch ein bis auf den Grund reichendes Glasrohr ein mäßiger Sauerstoffstrom aus der Vorratsflasche eingelei­tet. In Abständen von einigen Sekunden wird die Flamme eines Bunsenbrenners an die Öffnung des Reagenzglases geführt, um Explosionen des ent­standenen Gasgemi­sches hervorzurufen. (Es müssen laute Explosionen zu hören sein; andernfalls ist die Stärke des Sauerstoffstroms zu regulie­ren!)


96. Ostwald-Verfahren

Das Reagenzglas mit seitlichem Ansatz (1) wird mit 3 bis 4 Spatellöffel Natriumhydroxid, der Tropftrichter (2) etwa zur Hälfte mit einer konzentrierten Ammoniaklösung beschickt. Durch die zweite Bohrung im Gummistopfen führt ein rechtwinklig gebogenes Glasröhrchen (3). Zur Trock­nung des Ammoniaks wird das U-Rohr (4) mit Natriumhydroxid gefüllt. In das an das U-Rohr an­schließende Verbrennungsrohr (5) wird zwischen zwei Pfropfen aus Quarzglaswolle ein Platin-Rhodium-Netz (6) gebracht. über ein Glasröhrchen schließt sich an das Verbrennungsrohr eine Glaskugel (7) mit 4 Tuben an (Scheidtsche Kugel). Zwei Tuben werden mit Gummistopfen ver­schlossen. Auf die Glaskugel folgen 2 Gaswaschflaschen (8) und (9). Die Gaswaschflasche (8) ist zu etwa einem Drit­tel mit Wasser gefüllt, dem einige Tropfen Lackmus-Lösung zugesetzt sind, die Gaswaschflasche (9) ebenso hoch mit konzentrierter Natronlauge. Das Ableitungsrohr der Gas­waschflasche (9) schließt an eine Wasserstrahlpumpe (W) an.

Mit dem Bunsenbrenner wird das Platin-Rhodium-Netz bis zur Rotglut erhitzt, was etwa 30 s dau­ert. Dann entfernt man den Brenner und schaltet gleichzeitig die Wasserstrahlpumpe an. Aus dem Tropftrichter lässt man tropfenweise Ammoniaklösung in das Reagenzglas fließen. Das Ammoniak-Luft-Gemisch verbrennt nun am Katalysator zu rotbraunen nitrosen Gasen. (Das entstehende NO wird sofort durch den Luftsauerstoff zu NO2 weiteroxidiert.) Die dabei frei wer­dende Energie lässt den Katalysator hell aufleuchten. Wasserstrahlpumpe und Ammoniakentwick­lung werden so einge­stellt, dass der Katalysator eben noch glüht. (Der bei Versuchsbeginn auftre­tende weiße Rauch ist auf die Bildung von NH4NO2 zurückzuführen.)

[Statt des Gasentwicklers kann man auch einen Rundkolben (250 ml) mit 2 Tuben verwenden, des­sen seitlicher Tubus mit einem durchbohrten Gummistopfen verschlossen ist, in dem ein mit Pro­pan­triol befeuchtetes Glasrohr leicht hin- und hergleiten kann. In diesen Kolben werden rund 50 ml konzentrierte Ammoniaklösung gegeben. Bei Versuchsbeginn sollte sich die Öffnung des Glas­roh­res etwa 1 cm über der Flüssigkeit befinden. Durch Veränderung des Abstands kann der Anteil des Ammoniaks in der angesaugten Luft verändert werden.]

Literatur: Flügel: "Die Chemie in Versuchen, Anorganische Chemie" (PHYWE-Schriftenreihe), Versuch 8.9. (verändert)


97. Modellversuch zur Rauchgasentstickung

Ein Kolbenprober wird mit 100 ml Ammoniakgas gefüllt (entweder aus einer Vor­ratsflasche ent­nommnen oder dargestellt, indem man in ei­nem Rundkolben auf ein Gemisch aus Ammoniumchlo­rid und Natrium­hydroxid aus einem Tropftrichter Wasser auftropfen lässt und evtl. etwas erwärmt). Ein zweiter Kolbenprober wird mit 40 ml Stick­stoffdioxid gefüllt, das man in einem schwer schmelzbaren Reagenz­glas durch Erhitzen von Bleinitrat entwickelt. Die beiden Kolben­prober wer­den in Sta­tiven gehaltert und mit einem kurzen Schlauch­stück verbunden. Drückt man nun das Stickstoffdioxid lang­sam in den mit Ammoniak gefüllten Kolbenprober, so zeigt die Bewegung des Stempels in diesem Kolbenprober eine Volu­menverminderung an, und die braune Farbe des ein­strömenden Stickstoffdi­oxids verschwindet.

Reaktionsgleichung:

6 NO2  +  8 NH3                12 H2O  +  7 N2

 

98. Schießbaumwolle

In einer Porzellanschale werden 20 ml konz. Salpetersäure und 40 ml konz. Schwe­felsäure ge­mischt. Nachdem die Mischung abgekühlt ist, werden 2 g Cellulose-Watte mit Hilfe eines Glassta­bes etwa 10 min in der Mischung bewegt und ge­drückt, dann etwa 2 Stunden in dem Nitriergemisch belassen und anschließend in fließendem Wasser bis zur neutralen Reaktion gespült. Das Wasser wird aus­gepresst und der Bausch zerzupft. Die Flöckchen wer­den in der Nähe der Heizung oder bei 50 °C im Wärmeschrank gut getrocknet. Wird ein Flöckchen der so er­haltenen Schießbaumwolle im Rea­genz­glas erhitzt, so verpufft es, ohne einen Rückstand zu hinterlassen. Berührt man die Schieß­baum­wolle mit der Flamme eines Gasbrenners, so brennt sie rasch und ohne Rauch und Rückstand ab. (zum Ver­gleich: Verbrennen von normaler Watte)

99. Xanthoproteinreaktion

Unverdünntes Eiklar oder mehrere Stücke gekochtes Eiklar werden in einem Rea­genzglas mit konz. Sal­petersäure übergossen. Nach wenigen Minuten tritt eine Gelbfär­bung auf.

weiterer Versuch: Zu einer Eiweiß-Lösung gibt man 3 Tropfen konzen­trierte Salpeter­säure. Es tritt ein weißer Niederschlag auf, der sich beim Erwär­men gelb färbt. Gibt man nach dem Erkalten Am­moniak­wasser im über­schuss hinzu, so schlägt die Farbe nach Orange um.

100. Reaktion von konzentrierter Salpetersäure mit Schwefel

Erhitzt man wenig Schwefelpulver mit konzentrierter Salpetersäure, so lassen sich in der verdünn­ten und zweimal filtrierten Flüssigkeit mit Bariumchlorid-Lö­sung Sulfat-Ionen nachweisen. (Flüs­sigkeit vor dem Bariumchlorid-Zusatz zur Kon­trolle aufteilen! Da sehr kleine Kristalle entstehen, muss man etwa 5 Minuten warten!)

Vorversuch: verdünnte Salpetersäure + Bariumchlorid-Lösung

101. Reaktion von konzentrierter Salpetersäure mit unedlen und halbedlen Metal­len

Magnesium, Zink, Kupfer und Quecksilber reagieren mit konzentrierter Salpeter­säure schon in der Käl­te unter Entwicklung von braunrotem NO2.

z.B.  3 Cu  +  8 HNO3                3 Cu(NO3)2  +  4 H2O  +  2 NO

Das NO wird an der Luft zu braunem NO2: vergl. Versuch 102!


102. Oxidation von NO zu NO2

In einem Gleichdruckgasentwickler lässt man auf Kupferspäne eine Mischung von 1 Volumenanteil konzentrierter Salpetersäure und 3 Volumenanteilen Wasser ein­wirken, erwärmt den Kolben mit fä­chelnder Flamme, fängt das entweichende farblose Gas über Wasser in einem Standzylinder auf und verschließt den Standzy­linder mit einer Abdeckscheibe. Entfernt man die Abdeckscheibe, so verfärbt sich der Inhalt des Standzylinders langsam von oben nach unten braun.

103. Reaktion von konzentrierter Salpetersäure mit Silber

In 2 Reagenzgläser gibt man kleine Stücke Silberblech und setzt konzentrierte Salpetersäure zu: schwache Reaktion mit Aufsteigen von Gasbläschen! Erwärmt man eines der Reagenzgläser, so löst sich das Silber unter Entwicklung von braun­rotem NO2 auf.

104. Auflösung von Gold in Königswasser

In 2 Reagenzgläser gibt man etwas Blattgold und setzt konzentrierte Salpeter­säure zu. In der Kälte erfolgt keine Reaktion. Nun wird eines der Reagenzgläser erhitzt: Auch jetzt ist keine Reaktion fest­zustellen. Gibt man aber in das Rea­genzglas mit der kalten Salpetersäure die doppelte bis drei­fache Menge konzen­trierte Salzsäure, so löst sich das Gold auf.

105. Passivierung von Eisennägeln durch konzentrierte Salpetersäure

Man gibt in die Oberteile von 3 kleinen Petrischalen (4 cm Durchmesser)

  (1) konz. Salpetersäure,

  (2) und (3) schwach verdünnte Salpetersäure (in einem großen Reagenzglas 10 ml konz. Salpeter-säure und 5 ml Aqua purificata mischen!).

In (1) und (2) gibt man jeweils einen kleinen Eisennagel (nicht blank schmir­geln!). In (1) ist evtl. für kurze Zeit die Entwicklung eines braunen Gases zu beobachten, dann erfolgt keine weitere Re­ak­tion. In (2) erfolgt eine heftige Re­aktion. überträgt man nun mit einer stumpfen Pinzette aus Chromnickel­stahl den Nagel aus (1) in (3), so erfolgt keine Reaktion. Nimmt man aber den Nagel aus der Schale (3) mit der Pinzette heraus, schabt mit einem Messer an ihm entlang und legt ihn zurück in Schale (3), so erfolgt auch hier eine heftige Reaktion.

Anmerkungen: Versuch nicht auf dem Overhead-Projektor aus­führen, da ag­gressive Gase ent­ste­hen! - In großen Petrischalen braucht man zu viel Säure, in Reagenzgläser kommt man mit der Pin­zette nur schwer hinein. Es empfiehlt sich, die Schüler in Gruppen an den Versuchstisch zu ho­len.

106. Einwirkung von verdünnter Salpetersäure auf unedle Metalle

In 3 große Reagenzgläser, die etwa 4 cm hoch mit verdünnter Salpetersäure (1 Volumenanteil kon­zentrierte Salpetersäure + 2 Volumenanteile Wasser) gefüllt sind, wird eine Zink-Granalie, ein klei­ner Eisennagel bzw. ein etwa 3 cm langes Stückchen Magnesiumband gegeben. In allen Fällen ent­weicht ein farblo­ses Gas.

Anmerkung: Konzentration der Salpetersäure genau einhalten: Bei höherer Konzen­tration entstehen sofort braune Gase, bei zu geringer Konzentration der Salpe­tersäure reagiert das Zink sehr langsam, und am Eisennagel ist fast keine Gasentwicklung zu sehen. Für den Versuch mit dem Magnesium kann allerdings die Salpetersäure stärker verdünnt werden (1 : 3). Es ist ferner darauf zu achten, dass die Salpetersäure nach der Herstellung der Mischung wieder abgekühlt ist und dass wirklich nur ein Nagel, eine Zink-Granalie bzw. ein nicht zu großes Stück Magnesium­band eingeworfen wird. An­dern­falls erfolgt durch die schnellere Erwärmung zu rasch eine Entwicklung von braunen Gasen.


107. Schießen mit Schwarzpulver

In ein schwer schmelzbares Reagenzglas gibt man einen Spatel voll Schwarzpulver, verschließt das Glas mit einem locker sitzenden Stopfen, spannt es schräg in ein Stativ ein und erhitzt es: Der Stop­fen wird bei der Explosion herausgeschleu­dert.

Anmerkung: Selbstherstellung von Schwarzpulver: 1 g Schwefel und 1,5 g Holzkohle werden in ei­ner Reibschale fein zerrieben und dann auf einem Stück Papier mit 7,5 g KNO3 sorgfältig ver­mischt, wo­bei jeder Druck vermieden werden muss.

Anhang: Versuche zum Thema "Oxide des Stickstoffs"

1.) In einem Gleichdruckgasentwickler lässt man auf Kupferspäne eine Mischung von 1 Volumen­anteil konz. Salpetersäure und 3 Volumenanteilen Wasser ein­wirken, erwärmt den Kolben mit fä­chelnder Flamme, fängt das entweichende farblose Gas über Wasser in einem Standzylinder auf und verschließt diesen mit einer Abdeckscheibe. Entfernt man die Abdeckscheibe, so verfärbt sich der Inhalt des Standzylinders langsam von oben nach unten braun. (identisch mit Ver­such 102)

2.) In einem Gleichdruckgasentwickler lässt man konzentrierte Salpetersäure auf Kupferspäne ein­wirken. Das entweichende NO2 wird in 3 Erlenmeyerkölbchen aufgefangen.

              Kölbchen 1 erwärmt: Farbvertiefung

              Kölbchen 2 in Eiswasser gekühlt: Aufhellung

              Kölbchen 3 zum Vergleich

3.) In einem Gleichdruckgasentwickler lässt man mittelkonzentrierte Salpetersäure (1 : 1) auf Kup­ferspäne einwirken. Das Gemisch von NO und NO2 leitet man durch eine Kondensationsröhre ("Ente"), die von einer Kältemischung (Eis + Kochsalz) umgeben ist. Es entsteht eine blaue (bzw. grüne) Flüssigkeit. Gießt man die Flüssigkeit auf Eis, so tritt die blaue Farbe deutlich hervor.

 

Die Kieselsäuren und ihre Salze

108. Reduktion von Siliciumdioxid mit Magnesium

Ein Gemenge von 1 g Quarzmehl und 1 g Magnesiumpulver wird in einem senkrecht eingespannten schwer schmelzbaren Reagenzglas vorsichtig (!) erhitzt. Die Reak­tion verläuft stark exotherm. Nach dem Erkalten gibt man das Reaktionsprodukt in ein zur Hälfte mit verdünnter Salzsäure ge­fülltes Kelchglas. Es entstehen Gas­blasen, die an der Luft sofort unter kleinen Explosionen und Feuer­erscheinung zerfallen. In dem Kelchglas bleibt ein braunes Pulver zurück, das abfiltriert, mit Wasser gewaschen und im Wärmeschrank getrocknet wird.

109. Herstellung von Natriumsilicat aus Quarzpulver und Natriumhydroxid

In einem Reagenzglas werden etwa 4 g Natriumhydroxid geschmolzen und 1 bis 2 g Quarzpulver in kleinen Portionen dazugegeben (Schutzbrille!). Nachdem die gla­sige Schmelze abgekühlt ist, kocht man mit Aqua purificata auf, dampft etwas ein und filtriert. Gibt man zu dem Filtrat konzentrierte Salzsäure, so fällt ein gallertiger Niederschlag aus.

110. Verwendung von Wasserglas als Kittsubstanz

Konzentrierte Wasserglas-Lösung wird mit so viel Calciumcarbonat-Pulver verrie­ben, dass ein dicker Brei entsteht, mit dem man 2 Glasstücke verkittet. An der Luft erhärtet der Kitt zu einer stein­harten Masse. (Das Calciumcarbonat-Pulver saugt das Wasser auf und lässt das Wasserglas erstar­ren. Da sich Wasserglaskitt in warmem Wasser wieder löst, dürfen mit Wasserglas gekittete Glas- oder Por­zel­lan­gegenstände nicht mit heißem Wasser abgewaschen werden.)


111. Verwendung von Wasserglas zum Entflammungsschutz

Ein Streifen Filtrierpapier oder ein Leinenlappen wird mit Wasserglas-Lösung ge­tränkt und getrock­net. Das so behandelte Papier bzw. Gewebe lässt sich nicht ent­zünden. (Vergleich mit unbehandel­tem Papier bzw. Leinen!)

112. Bildung von Kieselsäuregel

a) Man lässt in ein altes Trinkglas, das zur Hälfte mit konzen­trierter Was­serglas-Lösung gefüllt ist, aus etwa 20 cm Höhe eine mäßig verdünnte Salzsäure (1 Teil konz. Salzsäure + 1 Teil Wasser) eintropfen oder einfließen. Es scheidet sich eine steife Gallerte in Form von Eiszapfen aus, die noch deutlich den Ort und die Art des Einfließens erkennen lassen.

b) In einem Reagenzglas überschichtet man konzentrierte Was­serglas-Lösung vorsichtig mit kon­zentrierter Salzsäure. An der Be­rührungsfläche der beiden Flüssigkeiten bildet sich eine Gal­lerte, die bald so fest wird, dass man nach Ab­gießen der überschüssigen Salzsäure das Glas umdre­hen kann, ohne dass die noch vorhandene Wasserglas-Lösung herausläuft.

c) In konzentrierte Wasserglas-Lösung wird Kohlenstoffdioxid aus der Stahl­flasche eingebla­sen: Es bildet sich eine Gallerte.

Die Schwefelwasserstoffsäure und ihre Salze

113. Darstellung von Schwefelwasserstoff aus Schwefeleisen und Salzsäure

In einem senkrecht eingespannten Reagenzglas wird auf Schwefeleisen verdünnte Salzsäure gege­ben und schwach erwärmt. Es entweicht ein farbloses, übel riechen­des Gas. Wenn ein stetiger Gas­strom aufsteigt und alle Luft verdrängt ist, wird das entweichende Gas entzündet (Glasspitze, Raum ver­dun­keln oder zumindest dunk­ler Hintergrund): blaue Flamme, stechender Geruch. über die Flamme wird ein trockenes Becherglas gehalten: Es beschlägt sich mit Wassertröpfchen. Hält man in die Flamme eine kalte Porzellanschale, so scheidet sich Schwefel ab.

114. Claus-Verfahren (Herstellung von Schwefel aus Schwefeldioxid und Schwefel­wasserstoff)

Ein Erlenmeyerkolben wird innen mit warmem Wasser angefeuchtet und mit einem dreifach durch­bohrten Stopfen verschlossen. Aus 2 Gasentwicklern wird gleichzei­tig Schwefeldioxid (dargestellt aus Natriumsulfit und verdünnter Schwefelsäure) und Schwefelwasserstoff (dargestellt aus Ei­sen(II)-sul­fid und verdünnter Salz­säure) in den Erlenmeyerkolben eingeleitet. Im Kolben entsteht elementa­rer Schwefel. Die überschüs­sigen Gase werden mit einem Schlauch in den Abzug gelei­tet.


115. Schwefelwasserstoffsäure als Lösung des Schwefelwasserstoffgases in Wasser

Schwefelwasserstoffgas wird in Wasser eingeleitet und die Reaktion des "Schwefelwasserstoffwas­sers" mit blauem Lackmuspapier geprüft.

116. Fällung von Sulfiden

In 4 Kelchgläsern werden ZnSO4, Pb(NO3)2 und Cd(NO3)2 in Wasser bzw. SbCl3 in verdünnter Salz­­säure gelöst. In einem Reagenzglas werden 2 kleine Stückchen Schwefeleisen mit verdünnter Salz­säure übergossen und der entstehende Schwefel­wasserstoff unter Verwendung eines U-Rohres in die Lösungen eingeleitet (evtl. schwach erwärmen!). Nach jeder Einleitung muss das Einleitungs­rohr ge­säubert wer­den.

Hinweis: Antimon(III)-chlorid muss in verdünnter Salzsäure gelöst werden, denn in Wasser entsteht unlösliches, weißes Antimonhydroxid, in zu konzentrierter Salz­säure fällt beim Einleiten von Schwe­felwasserstoff kein Sb2S3 aus.

Die Kohlensäure und ihre Salze

117. Rettungsringe aus Kohlenstoffdioxid

In ein Wasserglas füllt man "kohlensäurereichen" Sprudel, lässt ihn etwa 10 Minu­ten abstehen und gibt dann 3 oder 4 unterschiedlich große Naphthalinkugeln ("Mottenkugeln") hinzu. Diese sinken zunächst auf den Boden des Glases, überzie­hen sich aber bald mit immer größer werdenden Gasbla­sen, die wie kleine Ret­tungsringe wirken und die Kugeln zum Aufsteigen bringen. (Wenn die Mot­ten­kugeln die Oberfläche erreicht haben, platzen gewöhnlich einige der Gasblasen. Die Ku­geln ge­ra­ten dadurch manchmal in eine Dreh­bewegung, sinken bisweilen nach unten, beladen sich erneut mit Gasblasen und steigen dann wieder auf.)

118. Nachweis von Kohlenstoffdioxid mit Kalkwasser (oder Barytwasser)

Zu einer Calciumhydroxid-Lösung werden einige Tropfen Sprudel gegeben: Es tritt eine Trübung auf. (Ein überschuss an Sprudel ist zu vermeiden, da sich sonst der Niederschlag wieder auflöst!)

119. Nachweis von Kohlenstoffdioxid in der Ausatemluft

In Calciumhydroxid-Lösung bzw. Bariumhydroxid-Lösung wird durch ein Glasrohr Ausatemluft ein­geleitet.

120. Nachweis von Carbonaten

In ein Reagenzglas wird eine Spatelspitze Soda oder ein Sodakristall gegeben und mit verdünnter Salzsäure versetzt. Das entweichende Gas wird in Calciumhydroxid-­Lösung oder Bariumhydroxid-Lösung eingeleitet.

121. Nachweis von Kristallwasser in Kristallsoda

Eine Spatelspitze Kristallsoda oder ein Sodakristall wird in einem Reagenzglas schwach erwärmt. Schon nach kurzer Zeit (bei 32,5 °C!) scheint die Soda zu schmelzen, denn es entsteht eine Flüssig­keit. Aber auch nach dem Abkühlen bleibt der Inhalt des Glases flüssig! Bei stärkerem Erhitzen ver­dampft Wasser, und es bildet sich eine feste, weiße Substanz. (identisch mit Versuch 68)


122. Brausepulver

3 g NaHCO3 und 3 g Weinsäure werden in einer Reibschale vermischt und in einem Kelchglas mit Wasser übergossen.

123. Schaum-Feuerlöscher und Löschen von Bränden

Vorversuch:

In eine Kristallisierschale von 10 cm Durchmesser gibt man ca. 10 ml Brennspiri­tus, stellt die Schale in eine Schutzwanne aus Zinkblech (34 cm × 24 cm) und entzündet den Spiritus mit einem bren­nen­den Holzspan (Saal abdun­keln!). Wird nun mit einer Spritzflasche (oder aus einer Glas­spitze, die durch einen Schlauch an die Wasserleitung angeschlossen ist) vorsichtig Wasser in die Flamme ge­spritzt, so wird der Spiritus durch das Wasser verdünnt, und schließ­lich reicht sein Dampfdruck nicht mehr aus, um die Verbrennung weiter zu unter­halten. - Wieder­holt man den Ver­such mit Benzin, so erlischt die Flamme nicht! Da sich das Ben­zin nicht mit Wasser mischt, spritzt es über den Rand der Kri­stallisierschale und brennt außerhalb weiter. (Um einen Benzinbrand zu löschen, muss man die wei­tere Sauerstoffzufuhr unterbinden, z.B. indem man das brennende Ben­zin mit einem Schaum ab­deckt.)

Hauptversuch:

In eine Spritzflasche (1 l) wird eine Lösung von 50 g NaHCO3 in 500 ml Wasser gefüllt. Nachdem sich das Salz gelöst hat, gibt man 2 bis 3 ml ei­nes Tensids (z.B. Palmolive) hinzu und schüttelt et­was, damit eine Schaumschicht entsteht. Auf diese Schaumschicht gibt man unter Verwendung eines Pul­vertrich­ters 10 g fe­ste Citronensäure und verschraubt schnell die Spritzflasche. Der Schlauch der Spritzflasche muss vorher so eingestellt worden sein, dass das untere Schlauch­stück ca. 8 cm im Gas­raum der Flasche hängt. Nun schüttelt man kräftig um und spritzt den entstehenden Schaum in eine bereitgestellte Schale. Mit dem Schaum kann man auch brennendes Benzin löschen (siehe Vorver­such!). Dabei darf man den Schaumstrahl nicht in die Mitte der Flammen richten, son­dern muss das brennende Benzin vom Rand her mit dem Schaum abdecken.

124. Schlangen des Pharao

Auf eine feuerfeste Unterlage gibt man etwas Zigarrenasche, tränkt diese mit Methanol, legt 2 Em­ser Pastillen darauf und entzündet sie. Aus jeder Pastille entsteht eine schwarze "Schlange".

Anmerkung: In den Emser Pastillen beträgt der Massenanteil an Em­ser Quellsalz 10 %, der Rest be­steht aus Saccharose und Tablet­tierhilfsmitteln, z.B. Gelatine. Die Hauptbestandteile des Emser Quellsalzes sind NaHCO3 (Massenanteil rund 70 %) und NaCl.

125. Bildung und Wiederauflösung eines Niederschlags beim Einleiten von Kohlenstoffdioxid in Kalkwasser

In einen Erlenmeyerkolben (100 ml) gibt man kalte Calciumhydroxid-Lösung (eventuell Zugabe von Eis!) und leitet Kohlenstoffdioxid aus der Stahlflasche ein, bis ein Niederschlag ausfällt. Die Hälfte der Suspension gibt man in einen zweiten Erlenmeyerkolben. Dann wird in einen der beiden Kolben weiter Kohlen­stoffdioxid eingeleitet, bis sich der Niederschlag wieder aufgelöst hat.


126. Bestimmung der Wasserhärte von Leitungswasser nach der Durognost-Methode

Vorbemerkung: Die Wasserhärte wird in Härtegraden angegeben: 1 Grad deutscher Härte (1 °d) entspricht 10 mg CaO in 1 l Wasser. Zur Angabe der Wasserhärte werden auch die gelösten Magne­siumverbindungen äquivalent in Calciumverbindungen umgerechnet und alle Werte auf CaO bezo­gen.

          Kaiserslautern(Buntsandstein!):         1 °d

          Neunkirchen:                                       4 bis 6 °d

          Saarbrücken:                                        5 bis 6 °d (Altsaarbrücken, St.Johann, St.Arnual)

                                                                    12 bis 13 °d (Malstatt, Burbach)

          München:                                          16 °d

          Würzburg (Muschelkalk!):               37 °d

          neue Bohrung in Ihn bei Dillingen:    51 °d

          Schwäbisch Hall:                               98 °d

          Dietingen bei Rottweil:                   162 °d

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen muss die Wasserhärte in Zukunft in mmol·l-1 angegeben wer­den:

                  1 °d (Gesamthärte) entspricht 0,178 mmol CaO in 1 l Wasser.

                  1 mmol CaO in 1 l Wasser entspricht 5,6 °d (Gesamthärte).

Der Spezialindikator Durognost löst sich in Wasser leuchtend rot. Die Durognost-Härtegrad-Ta­bletten bewirken einen Umschlag des Farbstoffs nach Grün.

Die weiß eingesiegelten Tabletten entsprechen jeweils 1 °d, die orangefarben eingesiegelten Tab­let­­ten entsprechen jeweils 5 °d (bezogen auf eine Wasserprobe von 5 ml). Die Tabletten müs­sen der Wasserprobe einzeln zugesetzt werden und völlig gelöst sein, bevor die nächste zugegeben wird. Die Tabletten enthalten keine Sprengmittel. Um den Lösungsvorgang zu beschleunigen, wer­den die Tabletten mit der stempelförmig ausgebildeten Seite des Glasstabes auf dem Boden des Messglases durch leichtes Drehen zerrieben.

Voruntersuchung: Das Messröhrchen wird bis zur 5-ml-Marke mit dem zu untersuchenden Wasser gefüllt und 1 Tropfen Durognost-Spezialindikator hinzugegeben (Rotfärbung!). Anschließend wer­den so viele Härtegrad-Tabletten zu jeweils 5 °d hinzugegeben, bis der Farbumschlag nach Grün erfolgt. Wur­den z.B. 4 Tabletten verbraucht, so liegt die Wasserhärte zwischen 15 und 20 °d.

Hauptuntersuchung: In einer neuen Probe des gleichen Wassers werden nach Zugabe von 1 Tropfen Durognost-Spezialindikator zunächst (für das gegebene Beispiel einer Wasserhärte zwischen 15 und 20 °d) 3 Tabletten zu jeweils 5 °d gelöst und anschließend nacheinander so viele Tabletten zu je­weils 1 °d, bis der Farbumschlag erfolgt.

Mit der Durognost-Methode lässt sich die Wasserhärte auch auf 1/2 °d genau bestimmen, wenn das Messröhrchen bis zur 10-ml-Marke mit dem zu untersuchenden Wasser gefüllt wird und die dop­pelte Menge an Durognost-Spezialindikator (2 Tropfen) hinzugegeben wird. Die orangefarben ein­gesiegelten Tabletten entsprechen dann jeweils 2,5 °d, die weiß eingesiegelten Tabletten 0,5 °d.

127. Brennen von Marmor

Ein Stückchen Marmor (etwa 1 cm lang und 0,5 cm breit) wird auf einer Magne­siarinne mit dem Frankebrenner zu heller Glut erhitzt. Nach dem Erkalten wird der Glührückstand in einem kleinen Becherglas mit Aqua purificata übergossen. Die Reaktion der entstehenden milchig getrübten Flüs­sig­keit wird mit rotem Lack­muspapier geprüft. (Kontrollversuch mit einem ungebrannten Stück Mar­­mor!)


Die wichtigsten Möglichkeiten der Salzbildung

 

128. Bildung von Wasser bei der Neutralisation

In einem Gasentwickler lässt man konzentrierte Schwefelsäure auf Natriumchlorid einwirken und leitet das entstehende Chlorwasser­stoffgas in ein Reagenzglas, in dem sich einige Natriumhydroxid-Plätz­chen befinden. Das Reagenzglas erwärmt sich und beschlägt sich innen mit einer farblosen Flüs­sig­keit, die mit blauem Cobalt­chloridpapier als Wasser identifiziert werden kann.

129. Nachweis von Ammoniumverbindungen

Die zu prüfende Substanz wird auf ein Uhrglas gegeben und mit einigen Tropfen Natronlauge oder Kalilauge versetzt. Ein zweites Uhrglas, auf dessen Innenseite ein Streifen feuchtes rotes Lackmus­papier haftet, wird über das untere Uhrglas gestülpt: Falls es sich bei der zu prüfenden Substanz um eine Ammoniumverbindung handelt, färbt sich das rote Lackmuspapier blau.

130. Bildung von Chloriden aus Chlor und Metallen

In 2 Standzylindern wird der Boden etwa 1 cm hoch mit Sand be­deckt. Dann leitet man Chlor in die Standzylinder ein und ver­schließt diese mit Abdeckscheiben. In den einen Zylinder streut man et­was Antimonpulver und verschließt den Zylinder sofort wieder. Das Antimon entzündet sich. In den an­de­ren Zylinder lässt man un­ter Verwendung einer Tiegelzange einen kleinen Büschel Eisenwolle fal­len, an dessen Spitze man etwas Antimonpulver gegeben hat. Die Ei­senwolle entzündet sich über das An­timon und reagiert mit dem Chlor unter Feuererscheinung und der Bil­dung eines braunen Rauchs.

Einführung in die Chemie der wässrigen Lösungen

131. Osmose

Die konzentrierte Rohrzucker-Lösung wird mit Eosin angefärbt.


andere Versuchsdurchführung mit dem Stoye-Gerät:

Die Membran wird zwischen den Glasteilen 1 und 2 mit Hilfe der Dichtungsringe aus Gummi dicht schließend eingesetzt, anschließend werden die Schrauben über Kreuz fest angezogen. Der Glas-teil 1 wird mit Aqua purificata blasenfrei gefüllt, das Glasröhrchen aufgesetzt, ebenfalls mit Wasser gefüllt und in das Wasser im Becherglas eingetaucht. Dann wird der Glasteil 2 mit konzentrierter, durch Eosin angefärbter Rohrzucker-Lösung gefüllt, das Steigrohr aufgesetzt und der Flüssigkeits­stand markiert. Nach etwa 30 min wird der Flüssigkeitsstand erneut abgelesen.

132. Chemischer Garten

In einem Marmeladeglas wird vorrätige Natriumsilicat-Lösung mit der doppelten Menge Aqua puri­fi­cata verdünnt. Aus einem Pillenglas schüttet man in die Wasser­glas-Lösung unter gleichmäßiger Ver­tei­lung einige erbsengroße Kristalle der folgen­den Salze: FeCl3, Ni(NO3)2, MgCl2, MnCl2, Cu(NO3)2, CaCl2, Co(NO3)2.

z.B.   Me2+  +  SiO32-                MeSiO3   (semipermeables Häutchen)

 

133. Traubesche Zelle

Eine Petrischale wird auf den Overhead-Projektor gestellt und etwa 1 cm hoch mit einer Kalium-hexacyano­ferrat(II)-Lösung ( ß(K4[Fe(CN)6] = 40g×l-1 ) gefüllt. In die Lösung legt man einen 1 bis 2 cm lan­gen Kupfersulfatkristall. Um den Kristall bildet sich eine dünne, rotbraune, schwach durch­sichtige Haut, die sich immer stärker auf­bläht und schließlich platzt. Nach dem Aufplatzen bildet sich so­fort wieder eine neue Haut. Im Innern der Haut erkennt man den Kristall und die blaue Kup­fersul­fat-Lösung

Erklärung: Die entstehende Haut aus Kupfer(II)-hexacyanoferrat(II) ist semiper­meabel.

134. Osmotische Vorgänge in Zellen

a) Früchte (z.B. Erdbeeren) werden mit Zucker bestreut. Sie ziehen Saft.

b) Eine Kartoffelscheibe wird mit Salz bestreut. Sie schrumpft zusammen.

c) Zwei Hühnereier werden für 24 Stunden in verdünnte Salzsäure gelegt, bis sich die Kalk­schalen aufgelöst haben. Anschließend werden die beiden Eier gut gewässert. Dann wird ein Ei in ein Be­cherglas mit Aqua purificata gelegt, das andere in ein Becherglas mit einer konzentrierten Koch­salz-Lösung. Nach einigen Tagen ist das erste Ei prall aufgebläht. Sticht man es mit einer Prä­pa­riernadel an, so spritzt der Inhalt heraus. Das andere Ei ist zusammengeschrumpft.


135. Leitfähigkeitsmessungen

Um bei der Versuchsserie auch zeigen zu können, dass Leitungswasser eine geringe Leitfähigkeit be­sitzt, sollte man eine Glühbirne für 220 V verwenden. Dann muss aber sehr vorsichtig experi­mentiert wer­den (Graphitelektroden in einem Holzbrett gehaltert!). Ferner empfiehlt sich, in den Stromkreis einen Tastschalter einzu­bauen und ihn erst dann durch einen Schüler betätigen zu las­sen, wenn die Elek­troden in die richtige Position gebracht worden sind.

Graphit

leitet

Schwefel

leitet nicht

Kupfer

leitet

Messing

leitet

Eisen

leitet

Glas

leitet nicht

Porzellan

leitet nicht

Rohrzucker (kristallin)

leitet nicht

Kochsalz (kristallin)

leitet nicht

Propantriol = Glycerin

leitet nicht

Benzin

leitet nicht

Aqua purificata

leitet nicht

Rohrzucker-Lösung

leitet nicht

Kochsalz-Lösung

leitet

Kaliumnitrat-Lösung

leitet

Leitungswasser

leitet schwach

Natronlauge

leitet

Phosphorsäure

leitet

verdünnte Schwefelsäure

leitet

HCl-Gas in Benzin gelöst

leitet nicht

HCl-Gas in Aqua purificata gelöst = Salzsäure

leitet

 

136. Nachweis der elektrischen Leitfähigkeit einer Salzschmelze

Versuchsaufbau von Versuch 135

Eine Mischung aus gleichen Massenanteilen KNO3 und NaNO3 wird in eine kleine Porzellanschale ge­füllt und erhitzt. Sobald das Salz zwischen den bei­den Kohlestäben geschmolzen ist, fließt ein elektrischer Strom.


137. Elektrolyse einer Lösung von Zinkiodid

U-Rohr, 3 g ZnI2 in 100 ml Aqua purificata, Pt-Elektroden, 5 bis 40 V =

138. Nachweis der Ionenwanderung mit dem Nernst-Gerät

In den Trichter füllt man bei geschlossenem Hahn eine Kalium­permanganat-Lösung (0,05 g KMnO4 in 100 ml Aqua purificata), die durch Zusatz von 5 g Harnstoff "schwerer" gemacht worden ist, und öffnet dann den Hahn etwas, so dass die Kalium­permanganat-Lösung bis zu dem U-Rohr ansteigt. Hierauf füllt man das U-Rohr bis fast an die Elek­troden mit einer KNO3-Lösung (0,03 g KNO3 in 100 ml Aqua purifi­cata) und lässt durch langsames Öffnen des Hahnes die KMnO4-Lösung in das U-Rohr so weit eintreten, dass die KNO3-Lösung etwa 1 cm über die Platinelektro­den reicht. Legt man eine Gleichspannung von ca. 20 V an, so kann man nach etwa 15 Minuten eine Verschiebung der violetten Grenzlinie zur Anode hin beobachten.

139. Versuche zur Ionenwanderung


140. Schmelzflusselektrolyse von Lithiumchlorid

über Nacht im Wärmeschrank bei ca. 60 °C getrock­netes Lithiumchlorid wird in einem V-Rohr aus Quarz geschmolzen (Schmelztemperatur 610 °C). Anschließend wird eine Elektrolyse mit Nickel- oder Eisen-Elektroden durchgeführt (7 V =). Nach etwa 1 min ist an der Anode Chlorgeruch festzu­stellen. An der Kathode scheidet sich ein Metall ab. Nimmt man die Kathode aus der Schmelze und taucht sie in ein Becherglas, das Wasser mit Phenolphthalein enthält, so entzündet sich der entste­hende Wasserstoff, und das Wasser färbt sich rot.

141. Dialyse einer Mischlösung von Stärke und Kaliumiodid

In einem Becherglas (100 ml) kocht man 2,5 g lösliche Stärke in 50 ml Aqua puri­ficata kurz auf und löst darin 5 g Kaliumiodid oder Natriumchlorid. Die in der Mischung enthaltene Stärke weist man mit einer Lösung von Iod in Kaliumiodid, die Halogenid-Ionen mit Silbernitrat-Lösung nach. Dann füllt man unter Verwendung eines Trichters die Mischung in eine Dialysierhülse und hängt diese in eine mit Aqua purificata gefüllte Saugflasche. Nach 10 bis 15 Mi­nuten werden aus der Saug­flasche 2 Wasserproben entnommen und auf Stärke bzw. auf Halogenid-Ionen überprüft.

(Die vollständige Entfernung des Elektrolyten aus der Mischlösung durch längeres Hindurchleiten von Wasser dauert zu lange!)


142. Dialyse von kochsalzhaltigem Tee

In eine Tasse mit heißem Wasser hängt man einen Beutel schwarzen Tee, lässt 2 bis 3 Minuten zie­hen, gibt dann 2 gehäufte Teelöf­fel Kochsalz hinzu und rührt gut um. Aus einem zu einem Kreis von etwa 25 cm Durchmesser zurechtgeschnittenen Stück Einmach-Cellophan faltet man einen Beutel, führt in diesen einen Trichter ein und füllt den Beutel zu etwa 2/3 mit der Tee-Kochsalz-Lö­sung. Dann wird der Trichter herausgezogen und der Beutel mit einer Schnur oder einem Draht ver­schlos­sen. Anschließend wird der Beutel in eine kleine Schale gelegt und so viel kaltes Wasser in die Schale gegeben, dass etwa die Hälfte des Beutels von Wasser umgeben ist. Nach etwa 30 bis 40 Minuten lässt man das Wasser in der Schüssel schmecken: Es schmeckt salzig, hat sich aber nicht braun ge­färbt!

143. Tyndall-Effekt

Demonstrationsgerät zum Tyndall-Effekt der Firma Hedinger, Stuttgart

Man verwendet die beiden Plexiglasküvetten mit schwarzer Rückwand und schwarzen Seitenwän­den und füllt die eine mit der Versuchs­lösung, die andere mit einer Vergleichsflüssigkeit. Dann legt man die Abdeckblende auf einen Tageslichtpro­jektor und stellt die bei­den Küvetten auf die runden Öff­nungen der Abdeckblende.

Versuchslösung:  Stärke-Lösung (w = 1 %)

                   oder: Eisen(III)-hydroxid-Sol (vergl. Versuch 145!)

                   oder: Mastix-Lösung (10 g Mastix werden in 90 g vergälltem Ethanol ge­löst. Von dieser Lösung gibt man 0,5 ml in 1 Liter Aqua purifi­cata.)

Vergleichslösung: Es ist sehr schwer, eine Vergleichslösung herzu­stellen, die keinen Tyndall-Effekt zeigt. Man kann eine Lösung von reinem Kochsalz in ther­misch destilliertem Wasser verwenden oder eine isotonische Kochsalz-Lösung, wie sie zur Infusion und Injektion verwandt wird ( ß(NaCl) = 0,9 g×l-1; als Lösemit­tel "Aqua ad iniectabilia" ).

144. Tyndall-Effekt einer angesäuerten Natriumthiosulfat-Lösung

Man lässt einen Lichtstrahl durch eine Glaswanne fallen, in der sich 240 ml stark verdünnte Salz­säure befinden (100 ml verdünnte Salzsäure + 140 ml Aqua purifi­cata). Dann vermischt man die Salzsäure mit Natriumthiosulfat-Lösung (1,2 g Na2S2O3 in 240 ml Aqua purificata) und beobachtet den Licht­strahl.

145. Koagulation eines Eisen(III)-hydroxid-Sols durch Gleichstrom

Wird in einem U-Rohr mit Platinelektroden durch ein Eisen(III)-hydroxid-Sol Gleichstrom von 20 bis 50 Volt geleitet, so tritt nach etwa 20 bis 30 Minuten an der Anode Farbaufhellung, an der Ka­thode Farbvertiefung und schließlich Aus­scheidung brauner Flocken ein. (Die kolloiden Eisen­hydroxid-Teil­chen sind durch die Adsorption von Fe3+-Ionen aus der Lösung positiv geladen. Die positiv ge­ladenen Teilchen wandern zur Kathode. Dort werden die Fe3+-Ionen entladen, und das Kolloid flockt aus.)

Herstellung des Eisen(III)-hydroxid-Sols: In siedendes Aqua puri­ficata lässt man unter ständigem Rüh­ren reine FeCl3-Lösung (1,3 g in 20 ml Aqua purificata) ein­tropfen.


146. Koagulation eines Eisen(III)-hydroxid-Sols durch Zusatz eines Elektrolyten

Setzt man in einem Becherglas einem Eisen(III)-hydroxid-Sol etwas Alaun-Lösung zu, so scheiden sich nach etwa 20 Minuten grobe Flocken aus. (Die kolloiden Ei­senhydroxid-Teilchen sind durch die Adsorption von Fe3+-Ionen aus der Lösung po­sitiv geladen. Die dadurch erfolgende Abstoßung der Teilchen bedingt eine hohe Stabilität des Sols. Durch die Zugabe von SO42--Ionen wird die po­sitive elektri­sche Ladung der kolloiden Eisenhydroxid-Teilchen aufgehoben, und das Kolloid flockt aus.)

Herstellung des Eisen(III)-hydroxid-Sols: siehe Versuch 145!

147. Wirkung eines Schutzkolloids

In einem mit einigen Tropfen Gelatine-Lösung versetzten Eisen(III)-hydroxid-Sol tritt beim Zuge­ben von Alaun-Lösung keine Ausflockung ein.

Herstellung des Eisen(III)-hydroxid-Sols: siehe Versuch 145!

148. Herstellung von Silicagel

In einem kleinen Becherglas lässt man in Wasserglas-Lösung einen Tropfen konzen­trierte Salzsäure aus einer Pipette eintropfen.

149. Adsorptionsvermögen von Silicagel

Schüttelt man sehr verdünnte Methylenblau-Lösung mit Silicagel, so erhält man ein farbloses Filtrat (bis zur nächsten Stunde stehen lassen!).


Sonderkapitel  "Technische Silicate"

V 1:  "Hydrolyse" von Glas

Aus Glasbruch (Fensterglas bzw. zerbrochene Reagenzgläser aus Jenaer Glas) wird durch Zerstoßen und Zerreiben in einer Reib­schale Glaspulver hergestellt. (Schutzbrille! - Reibschale ab­decken, in­dem ein Blatt Papier in der Mitte mit einem Loch verse­hen und der Griff des Pistills durchge­steckt wird!)

In 3 Reagenzgläser gibt man jeweils etwa 3 ml Aqua purificata und 3 Tropfen Phe­nolphthalein-Lö­sung. Das erste Reagenzglas dient zum Vergleich, in das zweite Reagenzglas wird ein Spatel Fen­ster­glas­pulver, in das dritte ein Spatel pulverisiertes Jenaer Glas gegeben. Das dritte Reagenzglas wird an­schlie­ßend bis zum Sieden er­hitzt.

Während die Vergleichslösung farblos bleibt, färbt sich in der zweiten Probe die Grenzschicht zwi­schen der Lösung und dem Glas­pulver intensiv rot. In der dritten Probe zeigt sich nur eine schwache Rötung, die auch durch Erhitzen der Lösung nicht stärker wird.

Erklärung: Fensterglas enthält wasserlösliches Natriumsilicat, dessen Lösung al­kalisch reagiert. In dem Jenaer Glas sind die Natrium-Ionen weitgehend durch zwei- und dreiwertige Metall-Ionen er­setzt, die wasserunlösliche Silicate bil­den.


Sonderkapitel  "Edelgase"

V 1  Bedeutung der Edelgase in Glühbirnen

Eine Glühbirne (60 W oder 100 W, klar) wird in einer Fassung über einen Tastschal­ter ans Netz ange­schlossen und auf Funktionstüch­tigkeit überprüft. Dann wird die Glühbirne herausgeschraubt und mit der nicht leuchtenden Bunsenflamme eine Stelle des Glaskolbens der Glühbirne er­hitzt. Die erwärmte Stelle beult sich nach außen und platzt auf. Nach dem Abküh­len wird die Glühbirne er­neut in die Fassung geschraubt und über den Tastschal­ter ans Netz angeschlossen. Die Glühbirne leuchtet für wenige Sekunden hell auf, und die Glühwendel verbrennt zu weißem Rauch.


Weitere Versuche

V 1  Phosphoreszenz

1 g Fluorescein und 100 g Borsäure werden in einer Reibschale gut zerrieben, auf 3 Reagenzgläser aus Quarz verteilt und so lange er­hitzt, bis eine glasartige Schmelze entsteht. Nach einer Bestrah­lung mit UV-Licht leuchtet der Inhalt der Gläser noch längere Zeit nach: Phosphoreszenz. Durch Erwär­men des Reagenzglases wird die Dauer der Phosphoreszenz verkürzt, durch Abkühlen des Reagenz­glases verlängert (!).

V 2  Mineralisches Chamäleon (Farbe der verschiedenen Oxidationsstufen des Mangans)

Becherglas (1 l, hohe Form), Magnetrührer mit Beleuchtung, 2 Pipetten (20 ml und 10 ml) und 2 Pi­pettierhilfen

Lösung 1:  300  ml Wasser + 0,5 g KMnO4

Lösung 2:    75  ml Aqua purificata + 25 g festes NaOH + 0,5 g HCOONa

Lösung 3:    25  ml Aqua purificata + 25 ml konz. Schwefelsäure

Lösung 4:    50  ml Aqua purificata + 0,5 g Na2SO3

Man stellt das hohe Becherglas auf den beleuchteten Magnetrührer, gibt 20 ml der Lösung 1 in das Becherglas und füllt mit Wasser bis etwa 5 cm unter dem Rand auf. Man gibt den Rührstab in das Glas, stellt aber den Rührmotor nicht an. Dann gibt man 20 ml der alkalischen Natriummethanoat-Lösung in einem Schwung in die Kaliumpermanganat-Lösung (ohne umzurühren!). Die alkalische Methanoat-Lösung sinkt nach un­ten, und nach einigen Minuten wird die violette Kaliumpermanga­nat-Lösung von un­ten beginnend blau. Die blaue Farbe schlägt allerdings nach einiger Zeit, wieder von unten nach oben fortschreitend, in eine grüne Farbe um. Nur noch ein schma­ler, blauer Streifen bleibt zwi­­schen der grünen und der violetten Schicht beste­hen.

Sobald die untere Hälfte der Lösung grün gefärbt ist (d.h. nach 5 bis 10 Minuten), unterschichtet man sie mit Hilfe einer Pipette mit 20 ml der Lö­sung 3 und stellt für wenige Sekunden den Rührer an. Der untere Teil der grünen Farbschicht färbt sich rotbraun. (Oberhalb der rotbraunen Farbe be­findet sich eine kaum sichtbare, schmale, braune Zone!) Man unterschichtet dann die rot­braune Schicht mit 5 ml der Lösung 4 und stellt wieder für kurze Zeit den Rührer an (der Rührstab soll nicht mehr als 1 Um­drehung machen!). Der untere Teil der rotbraunen Schicht wird entfärbt, so dass nun folgende Schichtung zu sehen ist:

violett:                                      MnO4-                             (Permanganat-Ion       Ox.-zahl: +7

blau:                                          Mischfarbe von MnO4- und MnO42-

grün:                                          MnO42-                            (Manganat-Ion           Ox.-zahl: +6

rotbraun:                                   MnO44- bzw. MnO32-     (Manganit-Ion            Ox.-zahl: +4

farblos (eigentlich hellrosa!):    Mn2+                                                                   Ox.-zahl: +2

(verändert nach Wagner: "Chemie in faszinierenden Experimenten", 7. Aufl., S. 95-99)


Chemische Zaubertricks

V 1:  Limonade und Traubensaft

Man stellt in einem Becherglas (1 l) eine Tannin-Lösung her aus 600 ml Wasser und soviel Tannin, dass die Lösung gerade gelblich erscheint und aussieht wie Limo­nade. Dann stellt man sechs num­me­­rierte Bechergläser (300 ml) in einer Reihe auf dem Versuchstisch auf. Die Bechergläser 1, 3 und 5 bleiben leer, in das Becher­glas 2 gibt man 1 Tropfen gesättigte FeCl3-Lösung, in den Be­cher­glä­sern 4 und 6 bedeckt man den Boden mit konzentrierter Schwefelsäure.

Dann gießt man die "Limonade" aus dem großen Becherglas in die Be­chergläser 1 bis 3. In den Glä­­sern 1 und 3 bleibt die "Limonade" erhalten, während sie sich in Glas 2 in "Traubensaft" um­wandelt. Anschließend wird der Inhalt der 3 Bechergläser wieder in das Vor­ratsgefäß zurückgegos­sen, das dann mit "Traubensaft" gefüllt ist.

Im zweiten Teil des Tricks werden nun die Gläser 4 bis 6 mit "Traubensaft" ge­füllt. In den Gläsern 4 und 6 wird der "Traubensaft" in "Limonade" zurückverwan­delt, während in Glas 5 der "Trauben­saft" erhalten bleibt. Werden nun die 3 Be­chergläser in das Vorratsgefäß zurückgegossen, so wird dessen Inhalt wieder zu "Limonade".

Erklärung: Tannin ergibt mit FeCl3 einen blauen Komplex, der durch Schwefelsäure wieder zerstört wird.

V 2:  Erdbeereis-Becher

Rinderblut + H2O2

V 3:  Theaterfeuer (Staubexplosion)

Man dreht aus dünnem Karton unter Verwendung von Klebestreifen eine kegel­förmige Tüte mit ei­ner kleinen Öffnung (Durchmesser 4 bis 5 mm) und einer großen Öffnung (Durchmesser ca. 5 cm). Dann hält man die kleine Öffnung mit einem Finger zu und gibt eine Spatelspitze Bärlappsporen (Ly­copodium) oder Weizenmehl in die Tüte. Man setzt den Mund an die größere Öffnung und pus­tet möglichst kräftig das Pul­ver durch die kleinere Öffnung von schräg unten in die Flamme.

V 4:  Bierversuch

1 Glasstiefel, 1 l

2 Biergläser oder Bechergläser, 500 ml

In die Spitze des Glasstiefels gibt man 1 bis 2 ml Pril (oder ein anderes farbloses Spülmittel).

         Glas A:                                            Glas B:

         500 ml Aqua purificata                    500 ml Aqua purificata

         0,6 g Na2SO3                                                      3,25 g KIO3

         5 ml Ethanol

         2 g konz. Schwefelsäure

Man gießt mit Schwung gleichzeitig die Inhalte der beiden Gläser in den Glas­stiefel. Die Mischung färbt sich sofort braun, und es bildet sich eine Schaum­krone.

 

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