Ingeborg Drewitz: Gestern war Heute

Lebenslauf und Lebensstadien

Das folgende Übersichtsblatt gibt die Struktur des Romanes auf andere Weise wieder: Die Kapitel zwischen den Arbeitstagebüchern können als Lebensabschnitte verstanden und charakterisiert werden

Arbeitsauftrag für fünf Gruppen: Charakteristik je eines Lebensabschnittes.

Schöne wäre es, dies im Zusammenhang mit der Diskussion/Thematik von LEBENSLAUF-MODELLEN zu machen, Modelle wie sie in vielfältiger Form entwickelt wurden: Angefangen von den "Sieben Leben" in Shakespeares "Was ihr wollt", vorgestellt von Jaques, dem Melancholiker, bis hin zu Gail Sheehy: "Die neuen Lebensphasen - Wie man aus jedem Alter das Beste machen kann" (Knaur 1998, siehe "Lebenslandkarte" S.32/3).
Fragestellung:
Müssen wir einen Lebenslauf immer im Modell des Auf- und Abstieges denken?
Wie denkt Gabriele selbst ihren Lebenslauf bzw. was legt uns die Autorin nahe?
Welches grafische Modell schwebt uns bei Gabrieles Lebenslauf vor Augen?

Des Weiteren ergibt sich dann auch die erste Funktionbeschreibung der Arbeitstagebücher: Abschließend - resümierend - reflektierend - bewertend. Genaueres siehe "Arbeitstagebücher".
      Geschichte und Individuum - Gabrieles Lebensstadien

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I.    1923    | Inflation            |                      
II.   1926    |                      |                       
III.  1929    | Arbeitslosigkeit     |                      
IV.   1933    | Reichstagsbrand      |                      
V.    1936    | Olympiade Berlin     |                      
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Aus dem Arbeitstagebuch zum Roman(1): Gabrieles Kindheit endet ...






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VI.   1938    |                       |                      
VII.  1940    | Frankreichfeldzug     |                      
VIII. 1942    | Kampf um Stalingrad   |                      
IX.   1943    | Alliierte Luftangriffe|                      
X.    1945    | Kapitulation          |                      
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Arbeitstagebuch (2): Notizen, Erinnerungen vom Leben und Überleben in den 
Monaten unmittelbar nach Kriegsende (beobachten, aufrechnen und 
immer wieder erinnern).




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XI. 1946-47   | Trümmerzeit/Besatzungszeit                         
XII.  1948    | Währungsreform,       |
              |     Luftbrücke        |
XIII. 1949/51 |                       |                        
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Arbeitstagebuch (3): Lebensgefühl: Langsam leben, gegen die zunehmende 
Unschärfe des ICH (218),





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XIV. 1954-57  | Ungarn-Aufstand      |
XV.  1957-61  | Mauerbau August 61   |
XVI. 1961-67  | Algerienkrieg,       |
              |       Kubakrise ...  |
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Arbeitstagebuch (4): Studentenproteste, häuslicher Streit, väterliche Gewalt:





   
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XVII. 1968    | Dutschke, M.L.King,  |
              |     Prager Frühling  |
XVIII. 1969   |                      |
XIX. 1969-71  |Zersplitterung der APO|
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Arbeitstagebuch (5): Die Autorin im Selbstgespräch über ihr Vorhaben, 
Gabrieles "Zweifel an der gewöhnlichen Kommunikation" einzukreisen (351).





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XX.  1976/7   | RAF? Deutscher Herbst?


Über hilfreiche Reaktionen freue ich mich: Klaus Dautel

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