Gabriele Beyerlein: Das Feuer von Kreta (1998)Carlsen Verlag 270 Seiten, 2002 neue Rechtschreibung.
1. 2. Seit König Machaon aus dem Krieg zurück ist, ist das Leben unerfreulich geworden: Die Erziehung zur Prinzessin hat begonnen, Ismene wird streng bestraft für ihre Wildheit. Doch dann kommt endlich Monate später AIAS nach Mykene und bringt gute Nachricht: Er wird die kretische Prinzessin Phaidra heiraten - eine Liebesheirat - und die berühmten kretischen Handwerker nach Mykene mitbringen, wodurch sich der Wohlstand des Landes ins Unermessliche steigern wird. Als Unterpfand muss aber seine Schwester Ismene mit dem Schiff nach Kreta fahren - und zwar für immer. Ismene weigert sich heftig, doch sie hat dem Befehl ihres Bruders Folge zu leisten.
3. Ismene findet sich auf Kreta in einer ganz anderen Welt wieder: Eine fremde Sprache, fremde Sitten, alles ist größer und kulturvoller und in dem Palast von Knossos verirrt sie sich. Besonders verwirrt sie die Tatsache, dass auf Kreta die Frauen den Männern gleichgestellt sind, ja sogar besondere Vorrechte haben und alles tun und lassen und lernen können, was sie wollen. Auch die Götter sind weiblich und die Herrscherin auf Kreta ist eine Frau, die Minoa, zusammen mit ihrem Bruder, dem Minos.
4. Ismene wird nun erzogen und muss tanzen lernen und Sport treiben und bekommt Sprachunterricht. Der Sohn der Minoa, Glaukos, hat ein wohlwollendes Auge auf sie geworfen. Auf ihren Streifzügen durch den Palast von Knossos gerät sie zusammen mit ihrer Sklavin Kalli in die Schatzkammern des Palastes, sie werden dort überrascht und versuchen sich zu verstecken, dabei wird Kalli in eine steinerne Kiste eingeschlossen, wo sie zu ersticken droht. Der Minos selbst muss sie retten, aber das unerlaubte Eindringen in die geheimen Kammern ist ein schweres Vergehen. Zur Strafe muss Ismene jetzt noch mehr lernen; allerdings ist es ihr eigener Wunsch, die Wandmalerei zu lernen.
5. Im Herbst finden die Feierlichkeiten zu Ehren der Großen Göttin statt, worin diese um den dringend benötigten Regen gebeten wird. Dabei erlebt Ismene, wie Phaidra den gewagten Sprung über einen Stier durchführt, ein Ritual, das den Kindern der Minoa und des Minos abverlangt wird. 6. Im Frühjahr steht die Entscheidung an, ob Ismene in Knossos bleibt oder nach Mykenai zurückkehrt. Es geht aber um mehr, nämlich um Krieg oder Frieden, denn das mykenische Kriegervolk unter dem ersten König Machaon hat ein wollüstiges Auge auf die Schätze der kretischen Hochkultur geworfen. Ismenes Bruder, Aias, landet mit einer kleinen Heerschar im Hafen von Knossos und versucht den Frieden zu retten; er schlägt vor, dass Ismene sich mit dem Sohn der Minoa, Glaukos, verlobt. Nichts ist Ismene lieber als das. Die Lage ist gerettet, es gibt ein großartiges Hochzeitsfest mit bedeutsamen Reden und weitreichenden Schwüren.
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2005