Max Frisch: Homo faber Praxisbericht und Arbeitsvorschläge

Max Frisch: Homo Faber (1957)

in der Kursstufe - ein Erfahrungsbericht mit Unterrichtsvorschlägen

Vorbemerkung: Auch wenn Max Frischs „Homo faber“ schon in zahlreichen Lektüre-, Interpretations- und Klausurhilfen für den Unterricht ausreichend aufbereitet zu sein scheint, muss dennoch jeder Kollege/jede Kollegin seinen/ihren Weg finden, auf dem er/sie die Schüler zu einem Verständnis dieses Werkes führen kann/will.
Dabei muss ein eigenes Verständnis erarbeitet und auch die Relevanzfrage beantwortet werden: Warum ist dieser Roman für junge Menschen eine lohnenswerte Lektüre?
Diese Frage habe ich für mich auf zweierlei Weise beantwortet:

  1. Die Darstellung und Problematisierung von geschlechtsspezifischem Rollenverhalten, so grob sie fortgeschrittenen Leserinnen und Lesern auch erscheinen mag, ist eine eingehende Behandlung wert (Stichwort: Gender Studies).
  2. Die scheinbare Unverträglichkeit von Technik und emotionsloser Faktenorientierung einerseits sowie Mythologie und künstlerischer Fantasie andererseits spiegelt in gewisser Weise auch die schulischen Fächer und ihre jeweilige Wertigkeit in den Augen vieler Schüler (und Lehrer) wider.
Daraus lässt sich die Frage: „Wer bin ich und wie möchte ich sein?“ ableiten; vielleicht nicht unbedingt in dieser Direktheit, wohl aber als Denkrichtung hinter allen Gesprächen, sowie Interpretations- und Schreibversuchen im Unterricht.

Verzichtet wird demgegenüber weitgehend auf die Vermittlung von (im weitesten Sinne) Bildungswissen wie z.B. mythologische Bezüge (Ödipus, Demeter), auf werkübergreifende Kontexte wie z.B. deutsch-schweizerische Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, auf biografische Exkursionen zu angrenzenden Frisch-Werken ...

Verstärkt wird aber - weil es in Baden-Württemberg zur Zeit (2014 folgende) für das schriftliche Abitur Pflicht ist - der aspektorientierte Vergleich mit den anderen Pflichtlektüren, die da heißen "Agnes" von Peter Stamm und "Dantons Tod" von Georg Büchner. Dabei sind Schreibstrategien und Routinen zu entwickeln, die es den Schülern erlauben, in einer vergleichenden Betrachtung ihre Textkenntnis und ihr Werkverständnis strukturiert einzubringen.

Hier zum Aufbau meiner Unterrichtseinheit mit Kurzkommentaren und Materialhinweisen:


Liebe Leserinnen und Leser: Für Rückmeldungen, Ideen und hilfreiche Kommentare zu diesen Vorschlägen und zu Frischs Roman habe ich ein ZUMpad eingerichtet und freue mich über Reaktionen. Ich bin gespannt!

 

Ohne ein bisschen Werbung geht es nicht. Ich bitte um Nachsicht, falls diese nicht immer ganz themengerecht sein sollte.
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