Die Mittel des naturalistischen Theaters wurden am radikalsten von G. Hauptmann in den "Webern" oder "Vor Sonnenaufgang" umgesetzt: Konsequente Illusionsästhetik!
d.h. szenischer Illusionismus.
Die Bühne ist eine Guckkastenbühne mit einer "vierten Wand" zum Publikum hin, so dass sie eine geschlossene Welt verkörpert.
Die Bühne soll kein Katheder sein, von dem herab das Publikum angesprochen oder belehrt wird, beabsichtigt ist die objektive Darstellung der Wirklichkeit, die Bühne spiegelt Welt wieder, wie sie ist.
Die Figuren agieren gemäß ihrem Charakter und den Bedingungen ihrer Welt (Milieu), das Publikum ist für sie nicht vorhanden, sie wenden sich nicht an dieses, sie zeigen nichts, sie sprechen es nicht an, es existiert nicht.
Vgl. Bertolt Brechts Gegen-Position, seine Anti-Illusions-Dramatik ("episches Theater") , die genaugenommen nicht anti-aristotelisch, sondern anti-naturalistisch war.
(Quelle und Inspiration: Manfred Brauneck: Literatur und Öffentlichkeit im ausgehenden 19. Jahrhundert, Metzler Stuttgart 1974)