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    Was ist Globalisierung?

    Nie zuvor hat es in der Geschichte der Menschheit die Möglichkeit gegeben,  von jedem Punkt der Erde aus in Nachrichten in Sekundenschnelle weltweit zu verbreiten.  Und nie zuvor gab es mehr internationalen Handel und Verkehr als heute.  Deshalb gibt es in der öffentlichen Diskussion das Schlagwort der Globalisierung und die zusammenfassende Formulierung: "Die Welt ist ein Dorf".

    Was ist mit dem Schlagwort "Globalisierung" gemeint und was bedeutet es, wenn man sagt, "Die Welt ist ein Dorf"?.

    Zunächst muss man feststellen, dass die elektronischen Kommunikationsmittel in den letzten Jahren eine derart rasante technische Weiterentwicklung gehabt haben, dass die Vorstellung, jeder Mensch dieser Erde könnte bald jeden beliebigen Mitmenschen jederzeit und ohne viel Geld per Telefon, Fax oder E-Mail erreichen, nicht mehr völlig utopisch erscheint.

    Vorerst ist es sicher noch ein Privileg des wohlhabenderen Teils der Weltbevölkerung, mit dem Computer im Internet zu surfen und global Informationen auszutauschen.  Es gibt Milliarden von Menschen, die aus Armutsgründen hiervon ausgeschlossen sind.  Angesichts dieser Ungleichheit ist es fraglich, ob das etwas harmonische Bild vom Dorf, indem die Menschen dieser Erde gemeinsam leben, wirklich zutreffend ist.

    Eine andere Form der Globalisierung kann man im Bereich des Handels und der Produktion beobachten.  Viele Firmen sind international tätig.  Sie produzieren ihre Waren dort,
    wo die Arbeitskräfte billig sind, und sie verkaufen sie dort, wo sie Käufer mit genügend Geld finden.  Das führt dazu, dass in den Industrieländern Arbeitsplätze wegfallen und  viele Menschen arbeitslos werden.  Man spricht in diesem Zusammenhang vom Druck der Globalisierung auf die moderne Gesellschaft, auf das Einkommensniveau und auf die sozialen Sicherungssysteme, wie z. B. Kranken- und Rentenkassen.

    Aber das Bewusstsein, dass alle Menschen der Welt durch die Verknüpfung der  Wirtschaftssysteme und Kommunikationsnetze miteinander verbunden sind, kann dazu beitragen, Konflikte und Gefahren für das friedliche Zusammenleben zu vermeiden.

    So gab es auf der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover unter anderem einen weltweiten Dialog zu dem konfliktträchtigen Gegensatz von Stadt und Land.  Denn eine der größten Herausforderungen im 21. Jahrhundert ist es sein, die Arbeits- und Lebensbedingungen auf dem Land so zu gestalten, dass die Landflucht und die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Spannungen eingedämmt werden.

    Ein weiteres Beispiel für das moderne Bewusstsein von einer Weltgemeinschaft sind die Aktivitäten von Umweltschützern, denen das Internet ein ideales Medium für die Verbreitung von Nachrichten bietet.  Per Mausklick kann man sich z. B. darüber informieren, welche Probleme gerade von Greenpeace aufgegriffen werden und gegen welche umweltpolitische Unvernunft über Ländergrenzen hinweg gekämpft wird.
     
    Ganz unparteiisch dagegen, aber mit teilweise spektakulären Ergebnissen ist der Internet On-line-Dienst des Deutschen Klimarechenzentrums in Hamburg.  Sein Server verschafft direkten Zugang zu aktuellen Klimadaten und Forschungsprojekten. Weltweit können diese Informationen bei der Diskussion um die Veränderung des Weltklimas durch Umweltbelastungen eine Rolle spielen.

    Es bleibt zu hoffen, dass die wissenschaftliche Nutzung der global vernetzten elektronischen Informationssysteme ein akademisches Dorf entstehen lässt, in dem die Lösung von Konflikten in dem Bewusstsein  einer auf Frieden verpflichteten Welt gesucht wird. Dieses Bewusstsein muss eine Friedenspolitik tragen, die durch ihre Beiträge immer mehr und immer erfolgreicher auf die Vermeidung militärischer Konflikte hinwirkt.

    (G. Miklitz)
     



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