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Klima Sek. II
Diercke Atlas S. 46: “Deutschland
– Klima”.
Legende:
Die Legende besteht aus einer Matrix, in der
nach rechts die durchschnittlichen Niederschläge pro Jahr in mm angegeben
sind und nach unten die Zahl der Monate mit einer mittleren Temperatur
über 10 °C, das ist die Hauptvegetationszeit. Bei den Niederschlägen
erfolgt eine nichtäquidistante Einteilung in 7 Stufen von A bis G.
A bedeutet weniger als 500 mm, B 500 mm – 600 mm, C 600 mm – 800 mm, D
800 mm – 1000 mm, E 1000 mm – 1200 mm, F 1200 mm – 1600 mm und G über
1600 mm Niederschlag pro Jahr.
Bei einem Niederschlag von weniger als 500 mm pro Jahr kann das Klima als trocken angesehen werden. Ab etwa 800 mm ist der Jahresniederschlag für Landwirtschaft und Forst ausreichend. Ab etwa 1200 mm Jahresniederschlag sind die betreffenden Räume so feucht, dass in der landwirtschaftlichen Nutzung die Grünlandwirtschaft vorherrscht.
Die Kombination aus Buchstabe und Zahl ist mit
einer Farbe belegt und macht eine Aussage über das Klima am entsprechenden
Ort. So bedeutet z. B. D5, dass ein Niederschlag zwischen 800 mm und 1000
mm fällt und 5 Monate eine mittlere Temperatur über 10 °C
besitzen.
Es fällt auf, dass in der Matrix nur die
Diagonale von links unten nach rechts oben besetzt ist. Es gibt in Deutschland
kein Klima mit geringen Niederschlägen und kurzer Vegetationsperiode
bzw. mit hohen Niederschlägen und langer Vegetationsperiode. Die vorhandenen
Kombinationen sind durch Farben gekennzeichnet, wobei blaue und violette
Farben für hohe Niederschläge und kurze Hauptvegetationszeit
stehen, rote Farben für geringe Niederschläge und lange Hauptvegetationszeit.
Die eher grünlichen Farben vertreten mittlere Niederschläge und
mittlere Hauptvegetationszeiten.
Karte:
Die Niederschläge verringern sich im allgemeinen
von West nach Ost, entsprechend einem Übergang vom ozeanischen zum
kontinentalen Klima. Die Feuchtigkeit der atlantischen Luftmassen regnet
sich hauptsächlich an der Luv-Seite der Mittelgebirge und in den Staulagen
der Alpen ab ( über 1200 mm Niederschlag). Da mit zunehmender Höhe
die Länge der Vegetationszeit abnimmt, dominieren in den Mittelgebirgen,
in den Alpen und in den südlichen Teilen des Alpenvorlandes in der
Karte blaue bis violette Farben (hohe Niederschläge, kurze Hauptvegetaionszeit:
G2, G3).
Die östlich gelegenen Lee-Gebiete der Senken und Becken bleiben relativ trocken. Dementsprechend fallen die geringsten Niederschläge (500 mm – 600 mm; B5) in den Senken, Becken und Grabenbrüchen der Mittelgebirgsschwelle und des Süddeutschen Stufenlandes (z. B. Maindreieck, Stuttgart, zwischen Lahn und Fulda).
In der Norddeutschen Tiefebene fallen im Westen 600 mm – 800 mm Niederschlag (C5), im Osten 500 mm – 600 mm (B5) bei jeweils ca. 5 Monaten Hauptvegetationszeit, bei jedoch insgesamt leicht abnehmenden Temperaturen von West nach Ost. Eine längere Vegetationszeit liegt am Niederrhein und in der Kölner Bucht vor (C6).
Die von Nord nach Süd mit abnehmender Breitenlage zunehmende Sonneneinstrahlung wird durch die gleichzeitig im Durchschnitt zunehmende Höhenlage über dem Meeresspiegel ausgeglichen, so dass Klimastationen gleicher geographischer Länge gleich lange Hauptvegetationszeiten und gleiche mittlere Jahrestemperaturen besitzen.
Auffallend sind die roten Farben im Oberrheingraben
(meist nur bis 600 mm Niederschlag, bis sieben Monate Hauptvegetationszeit).
Die Klimagunst zeigt sich zudem in höheren Julitemperaturen und in
milden Wintern.
| zusammengestellt von: OStR Jürgen Becker | zuletzt aktualisiert am 08.08.2000 |
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