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Ethik in Sachsen

Ich weiß, dass ich nichts weiß. (Sokrates)


Aristoteles: Erkennbarkeit der Welt

Ausgangspunkt: Zitate aus der Metaphysik des Aristoteles

  • "Falsch ist es, vom Seienden zu sagen, es sei nicht, und vom Nichtseienden, es sei, Wahr ist es, vom Seienden zu sagen, es sei, und vom Nichtseienden, es sei nicht. Also wird jeder, der sagt, etwas sei, oder sagt, etwas sei nicht, entweder wahr oder falsch reden."

  • "Denn das Wahre enthält eine Bejahung gemäß einem Verbundensein oder eine Verneinung gemäß einem Getrenntsein , das Falsche aber enthält das, was dieser Scheidung widerspricht... Das Falsche und das Wahre sind ja nicht in den Sachen selbst - als ob etwa das Gute wahr und das Schlechte ohne weiteres falsch wäre - , sondern in der Überlegung."

  • er erläutert weiter: "dass derjenige die Wahrheit denkt, der beim Getrennten Getrenntsein und beim Verbundenen Verbundensein annimmt, derjenige aber irrt, der das Gegenteil von dem meint, was bei den Sachen selbst besteht... es ist nämlich dies: du bist nicht deshalb weiß, weil wir der Wahrheit gemäß annehmen, du seiest weiß; sondern weil du weiß bist, deshalb reden wir wahr, wenn wir das behaupten."

Seine Erörterungen über die Logik und den Gang des Erkennens sind eher von materialistischen Gedanken durchdrungen. Aristoteles meint, dass die Formen des Denkens den Formen des Seins entsprechen müssen.

Er sah als erster in der Wahrheit nicht eine Eigenschaft der realen Gegenstände oder idealer Wesenheiten, sonder suchte sie in der Relation zwischen den vom erkennenden Subjekt formulierten Aussagen und dem erkannten Objekt.
Er bestimmte die Wahrheit als Übereinstimmung der Erkenntnis mit der Realität.

Damit wendet er sich gegen seine Lehrer Platon und dessen Ideenlehre.

Wichtige Argumente gegen Platons Ideenlehre sind:

  1. Platon verdoppelt überflüssigerweise die Welt. (Welt der Ideen - Welt des Sichtbaren)

  2. Das Wesen der Dinge kann unmöglich außerhalb der Dinge bestehen.

  3. Die Ideen können weder das Sein noch die Bewegung der Naturgegenstände verursachen.

  4. Das Verhältnis zwischen Idee und Naturgegenständen kann nicht erklärt werden.

  5. Platon hat die Existenz keiner einzigen Idee wirklich bewiesen.

Siehe auch: Helmut Seidel - Aristoteles und der Ausgang der antiken Philosophie (Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie)

 

 


 

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© C. Busse 28.05.2005

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