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Fakten - Begriffe - Götter zum Thema: Hinduismus

Hindu

Anhänger des Hinduismus eines komplizierten  Religionssystems auf polytheistischer Grundlage verbunden mit  Glauben an Wiedergeburt nach dem Tode. Götter Brahma, Schiwa,  Wischnu.

Hinduismus

vielgestaltige ind. Religion, deren Hauptmerkmale  in der Anerkennung der heiligen Schriften der Veden u. der  Zugehörigkeit zu einem Kastensystem bestehen. Unpersönl.  Gottesauffassung, deren Objekt das neutrale göttl. Eine, das  Brahman, ist, u. persönl. Gottesauffassung als polytheist.  Volksglaube ergänzen einander. Hauptgötter sind Schiwa,  Wischnu u. Brahma. Kennzeichnend ist außerdem der Glaube an  Seelenwanderung u. Wiedergeburt.

Brahma

Hauptgott im Hinduismus neben Shiva (Schiwa) und  Vishnu (Wischnu). Verehrung im Brahmanismus, älter als der  eigentliche Hinduismus.

Brahmane: oberste der 4 hinduistischen Hauptkasten, die  Kaste der Priester; Brahmanen dominieren auch im Sozialgefüge  des heutigen Indiens

Kaste

von port. casta, Geschlecht, die, allgemein eine  abgeschlossene Gesellschaftsschicht, 2. Bsp. in Indien, die durch  Geburt vererbte Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen  Gruppe. Es gibt 4 Hauptkasten:

  • Brahmanen (Priester)
  • Kshatriyas (Krieger)
  • Vaishyas (Bauern und Handwerker)
  • Shudras (Knechte)


Durch Mischehen und Assimilation fremder Gruppen  heute Aufsplittung in ca. 3.000 Kasten. Die Kastentrennung,  insbesondere die Unberührbarkeit der Kastenlosen (Parias),  wurde zwar aufgehoben, wird aber weitgehend nach wie vor befolgt.  Daher: Kastengeist.

Indien

Staat in Süd-Asien, 3,725 Mill. km², 785  Mill. E. (210 pro km²). Hptst. Delhi, Sitz der  Bundesparlamente (2 Kammern: 1 Staatenkammer, 1 Volkskammer).

Bevölkerung: Die Bevölkerung besteht aus zahlr. Rassen,  von hellhäutigen und blauäug. Typen, v.a. bei Brahmanen,  bis zu den kleinen, dunklen, südlichen Rassengruppen. Die  Bevölkerungsdichte ist sehr ungleich, bis zu 800 pro km²  in Bengalen. 85% der Bevölkerung sind Hindus, ca. 10 %  Moslems, 2,3 % Christen, weitere Relig. Sikhs, Jains, Buddhisten,  Parsen. In der Landwirtschaft sind 71 % der Bevölkerung, in  der Industrie 9% beschäftigt.

Schiwa

Siwa, einer der 3 Hauptgötter des Hinduismus.  Gott der Vernichtung und der Zeugung, bildet mit Wischnu u. Brahma  die hinduist. Götterdreiheit (Trimurti); oft mit dem Stier  Nandi dargestellt.

Wischnu

Vishnu, hinduistischer Gott, meist dunkelblau und  mit 4 Armen dargestellt, unter seinen Verkörperungen auf Erden  v.a. Krischna und Rama.
['viƒ-] Vishnu, Narayana, Shridhara, Hari,  einer der Hauptgötter des Hinduismus; Universalgott, die  übrigen Götter sind nur seine Erscheinungsformen;  erscheint in zehn Inkarnationen.

Krischna

(Sanskrit: der Schwarze), in der indischen  Mythologie die 8. Inkarnation von Wischnu, in der Bhagavadgita als  allerhöchstes Wesen dargestellt. In der indischen Lyrik werden  seine Liebesabenteuer mit den Milchmädchen häufig als  Vorlage benutzt.

Indra

indischer Gott; ursprünglich kriegerische  Gottheit, im Hinduismus Regengott.

Trimurti

im Hinduismus die Dreiheit der hinduist. Götter  Brahma (Schöpfer), Wischnu (Erhalter) u. Schiwa (Zerstörer);  dargestellt als Menschenkörper mit 3 Köpfen u. 6 Armen.

Bhagavadgita

ind. Lehrgedicht im 6. Buch des Mahabharata, im  Kern aus dem 2. Jh. v. Chr. Die B. empfiehlt als Heilsweg  die persönl. Gottesliebe (Bhakti) u. gehört zu den  meistgelesenen Schriften der Hindu aller religiösen  Richtungen.

Mahabharata

»das große Epos vom Kampf der  Nachkommen des Bharata«, ein ind. Epos von rd. 100 000  Doppelversen bes. über den Bruderzwist der Kaurawas u.  Pandawas im Raum des heutigen Delhi. Das Werk dürfte sich zw.  dem 5. Jh. v. Chr. u. dem 4. Jh. n. Chr. zu  seiner jetzigen Gestalt entwickelt haben. Als legendärer  Verfasser wird Wjasa genannt.

Bhakti

gläubige Liebeshingabe an eine der hinduist.  Gnadengottheiten (Schiwa, Wischnu, Kali), zugleich einer der drei  Erlösungswege neben dem Weg des Werkes u. dem der Erkenntnis.

Ramajana

das, indisches Nationalepos mit 24.000  Doppelversen, wahrscheinlich von Walmiki verfasst (4./3. Jh.  v. Chr.). Erzählt die Sagen von dem göttl. Helden Rama  und den Kämpfen, die er zu bestehen hatte, um seine von dem  Dämonengott Ravana geraubte Gattin Sita zu befreien.

Guru

indische Bezeichnung eines Weisen oder Lehrers  (religiös-philosophisch).
 

Reinkarnation

heißt übersetzt etwa Wiederfleischwerdung oder Wiederverkörperung. Daneben findet man auch Begriffe wie Wiedergeburt und Seelenwanderung. Reinkarnation bedeutet, dass die Seele (nach dem Tod des Körpers) immer wieder einen neuen Körper erhält und in die Welt zurückkehrt. Diese Welt ist maya (Täuschung). Man durchläuft einen endlosen Kreislauf von Geburten und Toden. Diese ewige Rückkehr ins materielle Leben wird als Qual empfunden, aus der man erlöst werden muss. Dies geschieht nach dem Gesetz der Vergeltung aller Taten (das Gesetz des Karma). Jede Tat und jeder Gedanke erzeugt eine gute oder schlechte Wirkung; wem es also in seinem gegenwärtigen Leben schlecht geht, der sühnt für die Taten in seinem letzten Leben. Erlösung (Moksa) vom persönlichen Dasein erlangt man durch die völlige Überwindung aller egoistischen Triebe und Wünsche. Dann kehrt das Selbst (atman) zum Brahma, zum Absoluten zurück.

Für die Erlösung aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten gibt es verschiedene Wege (Pfade):

1.) den Weg der frommen Werke und der Buße
2.) den Weg der Erkenntnis und der Erleuchtung
3.) den Weg der gläubigen Liebe (bhakti)

Neben diesen Wegen gibt es bestimmte Methoden eines genau vorgeschriebenen Trainings - das Yoga. Dabei gibt es 8 Stufen: Gewaltlosigkeit, äußere und innere Reinheit, Beherrschen bestimmter Körperhaltungen, Atemkontrolle als Vorstufe zur Konzentration, Konzentration auf den eigenen Geist, Konzentration auf einen Punkt, Meditation, völlige Versenkung.

Die Befreiung aus dem ewigen Kreislauf des Lebens kann schon im gegenwärtigen Leben erfolgen. Wer dies erreicht hat, gilt als Guru (der Ehrwürdige, geistiger Meister) und kann andere zur Wahrheit und Erleuchtung führen. Der Guru wird oft als Verkörperung des Göttlichen gesehen, durch Hingabe an ihn, das Befolgen seiner Weisungen und durch das Praktizieren der von ihm gelehrten Meditationsweise sollen die Schüler zur Erkenntnis gelangen. Durch den Guru erfolgt eine Einweihung (Initiation) des Schülers. Diese besteht meist in der Übergabe eines Mantras (ein- oder mehrsilbige Klangworte, die beim Meditieren immer wieder wiederholt werden) und in der Übergabe bestimmter Anweisungen. Zum Teil wird eine Meditationskette und ein neuer Name übergeben.
 

Einige Gedanken zu den Folgen des Karma-Denkens in Indien:

Man kann sich wohl kaum ein brauchbareres Instrument für die besitzenden Klassen vorstellen. Die Kasten, die auf diesem System beruhen sind starr; die Reichen sind reich als Vergeltung für ihre zahlreichen guten Taten im letzten Leben und die Armen sind arm wegen ihrer zahlreichen schlechten Taten im letzten Leben. Vollbringt der Arme gute Taten um irgendeinen Lohn zu erwarten, so wird er keinerlei Ergebnis erzielen. So hat er also zu dienen ohne Forderungen zu stellen.

Soweit zu Indien. Im Westen wäre mit der Einführung des Kastensystems wohl kaum Erfolg zu erwarten, andererseits wirkten und wirken die westlichen Einflüsse nach Indien zurück. So wird im Neohinduismus die Kasteneinteilung oft von Geburt und Volk gelöst und als "geistig-elitäre" Ordnung der Menschheit umgedeutet. Dazu kommen im Westen teilweise beträchtliche andere Umdeutungen und Anpassungen. Die Praxis der Vermarktung bildet für orthodoxe Hindus schon alleine ein großes Ärgernis. Die Praktiken und Lehren einiger Gurus wären in Indien völlig undenkbar. Dort werden sie schon alleine durch die "Konkurrenz" anderer Gurus zu einer bestimmten persönlichen und religiösen Qualität gezwungen. Diese Konkurrenz, aber auch die kulturelle Erfahrung der Gläubigen, fehlt im Westen. Und so kann sich dann jemand zum perfekten Meister machen, der in Indien vielleicht als Randerscheinung in den hinteren Rängen agieren würde.

 

 


   

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© C. Busse 28.05.2005

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