ZUM [Internet]

Ethik in Sachsen

Ich weiß, dass ich nichts weiß. (Sokrates)


Eigenverantwortung als Voraussetzung für die Realisierung von Erwartungen


Auf Kohlbergs Stufenmodell wird in Klasse 8, LB S.61ff (Konkordia - Verlag) Bezug genommen, ohne die Stufen zu nennen. Die sechste Stufe  in diesem nicht unumstrittenen Modell wurde von Kohlberg selbst bis zum Ende seines Lebens nicht mehr verwendet. Für die Schüler sollten die Erläuterungen sinnvoll gekürzt werden.

Drei Ebenen des moralischen Urteils (nach Lawrence Kohlberg)

  • I die präkonventionelle Ebene
    Moralische Wertung beruht auf äußeren, quasi-physischen Geschehnissen, schlechten Handlungen, oder auf quasi-physischen Bedürfnissen statt auf Personen und Normen
  • II die konventionelle Ebene
    Moralische Wertung beruht auf der Übernahme guter und richtiger Rollen, der Einhaltung der konventionellen Ordnung und der Erwartungen anderer.
  • III die postkonventionelle Ebene
    Moralische Wertung beruht auf werten und Prinzipien, die unabhängig von der Autorität der diese Prinzipien vertretenden Personen und unabhängig von der eigenen Identifikation mit diesen Gruppen gültig und anwendbar sind.

Sechs Stufen des moralischen Urteils  (nach Lawrence Kohlberg)

I.
Stufe 1 Die   Orientierung an Bestrafung und Gehorsam. Ob eine Handlung gut oder böse ist hängt von ihren physischen Konsequenzen und nicht von der sozialen Bedeutung bzw. Bewertung dieser Konsequenzen. Vermeidung von Strafe und nichthinterfragte Unterordnung unter Macht gelten als Werte an sich, nicht vermittelt durch eine tiefergehende, durch Strafe und Autorität gestützte Moralordnung.

Stufe 2 Die instrumentell-relativistische Orientierung. Eine richtige Handlung zeichnet sich dadurch aus, dass sie die eigenen Bedürfnisse - bisweilen auch die Bedürfnisse anderer - instrumentell befriedigt. Zwischenmenschliche Beziehungen erscheinen als Marktbeziehungen. Grundzüge von Fairness, Gegenseitigkeit, Sinn für gerechte Verteilung sind zwar vorhanden, werden aber stets physisch und pragmatisch interpretiert. Gegenseitigkeit ist eine Frage von „eine Hand wäscht die andere“, nicht von Loyalität oder Gerechtigkeit


II.
Stufe 3 Orientierung an personengebundener Zustimmung oder „guter Junge/nettes Mädchen - Modell“. Richtiges verhalten ist, was anderen gefällt; oder hilft und ihre Zustimmung findet. Diese Stufe ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an   Konformität gegenüber stereotyper Vorstellungen gegenüber mehrheitlich   für richtig befundenem oder „natürlichem“ Verhalten. Häufig wird Verhalten nach der Absicht beurteilter meint es gut.“ wird zum ersten mal wichtig.. Man findet Zustimmung, wenn man nett ist.

Stufe 4 Orientierung an Recht und Ordnung. Autorität, festgelegte Regeln und Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung bilden den Orientierungsrahmen. Richtiges verhalten heißt, seine Pflicht tun, Autorität zu respektieren und für die gegebene  soziale Ordnung um ihrer selbst willen eintreten.


III.
Stufe 5 Die legalistische oder Sozialvertrags-Orientierung.  Im allgemeinen mit utilitaristischen Zügen verbunden. Die Richtigkeit einer Handlung bemisst sich tendenziell nach allgemeinen, individuellen Rechten und Standards, die nach kritischer Prüfung von der Gesamtgesellschaft getragen  werden. Man ist sich der Relativität persönlicher Werthaltungen und Meinungen bewusst und legt entsprechend Wert auf Verfahrensregeln zur Konsensfindung. abgesehen von konstitutionellen und und demokratischen Übereinkünften ist Recht eine Frage persönlicher Wertsetzungen und Meinungen. Außerhalb des gesetzlich festgelegten Bereichs basieren Verpflichtungen auf freier Übereinkunft und Verträgen.
 
Stufe 6 Orientierung an allgemeingültigen ethischen Prinzipien. Das Recht wird definiert durch eine bewusste Entscheidung in Übereinstimmung mit selbstgewählten ethischen Prinzipien unter Berufung auf umfassende logische Extension, Universalität und Konsistenz. Diese Prinzipien sind abstrakt und ethischer Natur (die Goldene Regel, der Kategorische Imperativ), nicht konkrete Moralregeln wie etwa die Zehn Gebote. Im Kern handelt es sich um universelle Prinzipien der Gerechtigkeit, der Gegenseitigkeit und Gleichheit der Menschenrechte und des Respekts vor der Würde des Menschen als individueller Person.

SIEHE AUCH: Test zum Stufenmodell !

 


 

Zurück

Zurück zur Übersicht 8. Klasse
 

 

© C. Busse 28.05.2005

Suche in ZUM.DE, ZUM-Wiki, ZUM-Unity und Digitale Schule Bayern
Unser Partner für Bücher aller Art:


ZUM Backlink - Rechtlicher Hinweis - Serverstatistik - Mitgliedschaft - Partner - Kontakt - Impressum
© 1997 - 2014 ZUM Internet e.V.