ZUM [Internet]

Ethik in Sachsen

Ich weiß, dass ich nichts weiß. (Sokrates)


Freundschaft

 

Begriff

Unter Freundschaft versteht man eine enge persönliche Beziehung vorzugsweise zwischen zwei Menschen, die  auf Achtung, Verständnis, Vertrauen und gemeinsamen Interessen beruht und die eine starke Gefühlsbindung aufweist. Sie beruht nicht auf Blutsbanden oder auf sexueller Anziehungskraft.

Die Fähigkeit, Freunde zu finden, ist für den Menschen wichtig, weil er Bestätigung und Anerkennung braucht, um selbstsicher zu werden und ein Selbstwertgefühl auszubilden. Jemanden als Freund oder Freundin anzusehen, ist  nicht Sache des Verstandes, sondern des Gefühls.

Erst gegenseitige Zuneigung und Achtung machen Freundschaft möglich. Freunde könne Erfahrungen austauschen, Erlebnisse und Freude teilen, die Zeit gemeinsam und interessant oder einfach entspannend verbringen.

Im Kontakt mit Freunden erlebt man sich als Mensch, der angenommen, gebraucht und geschätzt wird. man erfährt auch viel über sich selbst. Die Reaktionen und Einschätzungen der anderen helfen, sich ein Bild über seine eigene "Außenwirkung" (Fremdeinschätzung) zu machen. Wer sie mit seiner Selbsteinschätzung vergleicht, kann seine Persönlichkeit besser erkennen.

Freundschaft ist besonders wichtig, steht aber auch nicht selten vor einer Bewährungsprobe, wenn einer der Freunde in schwierigen Situationen auf Hilfe und Trost angewiesen ist.


 Problemsituation: Ist Freundschaft erstrebenswert?

Bei einem Streit auf dem Schulhof vertritt Johannes folgenden Standpunkt: „Jemandem ein Freund sein, d.h., auf diesen Rücksicht nehmen, sich auf ihn einstellen und Kompromisse machen. Folglich kann man sich, wenn man einen Freund hat, nicht richtig ausleben. Deshalb will ich gar keine Freunde haben.“

Fragen und Antworten

Was ist an Johannes` Argumenten dran?

  •  Rücksichtnahme, Kompromisse machen, sich auf den anderen einstellen = Voraussetzungen einer Freundschaft

Worin liegt dennoch der Wert von Freundschaft?

  • menschliches Bedürfnis nach Gemeinschaft
  • Geborgenheit, Wärme
  • sich auf den anderen einstellen heißt nicht, sich selbst zu verleugnen oder sich  unterzuordnen, sondern auch sein Ich zu behaupten!

Woraus erklären Sie sich, dass Johannes eine solche Position vertritt?

  • leidet unter dem Mangel an Freunden
  • baut sich einen Schutzpanzer auf
  • Egoismus
  • kann sich nur mit sich selbst befassen - d. h. es fehlen ihm wesentliche Voraussetzungen für das Finden eines Freundes,
  • Unfähigkeit, Zuneigung zu anderen zu zeigen
  • eventuell Hemmungen

Hausaufgabe

          Wie muss ich selbst sein, um jemandes Freund sein zu können?
          Wie müsste jemand sein, um mein Freund zu werden?

 


 

Zurück

Zurück zur Übersicht 9. Klasse  

 

 

© C. Busse 28.05.2005

Suche in ZUM.DE, ZUM-Wiki, ZUM-Unity und Digitale Schule Bayern
Unser Partner für Bücher aller Art:


Rechtlicher Hinweis - Serverstatistik - Mitgliedschaft - Partner - Kontakt - Impressum
© 1997 - 2017 ZUM Internet e.V.