Heidelberg - Das Schloss

 


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Überlegungen zum Großen Fass

Wer im Schlosskeller in Heidelberg vor dem legendären Großen Fass steht, fragt sich unwillkürlich, wer diese immense Menge an Wein jemals getrunken haben mag.

Dazu muss man sich jedoch vergegenwärtigen, dass dieses Fass gebaut wurde, als die kurfürstliche Hofhaltung längst nicht mehr im Schloss residierte, dass also gar nicht die Menge an Personen anwesend war, die eine solche Menge hätte trinken können. 220000 Liter Wein, das hätte bei einem Weinkonsum von 1 Liter pro Tag für 1000 Personen 220 Tage gereicht - in dieser Zeit wäre der Wein im Fass längst schlecht geworden.

Das Fass wurde nach den vorliegenden Unterlagen dreimal auch wirklich gefüllt - ob ganz, ist nicht bekannt. Hier wurde - wie in den früheren Fässern - der Zehntwein der Kurpfalz gesammelt. Sein Inhalt wird daher ein Sammelsurium aus den verschiedensten Weinen und Weinlagen - meist minderer Qualität - gewesen sein. Ein Nachteil, den man aber ohnhin durch kräftiges Würzen des Weins ausglich.

Da aber das Fass - wie seine überdimensionieten Vorgänger - nie ganz dicht zu bekommen war, war seine Füllung ohnehin unwirtschaftlich.

Dieses Große Fass war - wie alle "Großen Fässer" ihrer Zeit und wie seine Vorgänger - vor allen Dingen ein Prestigeobjekt, mit dem sein Bauherr sowohl die Küferkunst "seiner" Handwerker als auch die Vorzüge "seines" Weinlandes Kurpfalz demonstrieren wollte. Aus diesem Grund musste das Fass auch im Schloss liegen, obwohl für die anliefernden Bauern eine Sammelstelle in der Stadt weit weniger aufwendig gelegen hätte.

 

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siehe auch:
Hofnarr Perkeo
Die Führung zur Baugeschichte:
Friedrichsbau
Führung im Schlosshof:
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