Heidelberg im Mittelalter
Aufstieg zur Residenzstadt der Kurpfalz
Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte 1156 seinen Halbbruder Konrad
den Staufer zum Pfalzgrafen bei Rhein ernannt. Pfalzgrafen gab
es bereits in fränkischer Zeit, ursprünglich handelte es sich
bei ihnen um leitende königliche Amtsträger bei Hofe mit vorwiegend
administrativen und richterlichen Aufgaben. Unter Konrad wurde
nun das nördliche Oberrheinland zum Zentrum der Pfalzgrafschaft,
die sich mit der Zeit zu einem größeren Territorialstaat innerhalb
des Heiligen Römischen Reichs entwickelte. Nach einem kurzen welfischen
Zwischenspiel ging das Amt ab 1214 auf die Dynastie der Wittelsbacher
über. Im Jahr 1225 erhielt der Pfalzgraf bei Rhein das vormalig
Wormser Heidelberg als Lehen.
Anfangs hatten die Pfalzgrafen keine feste Residenz, sondern
hielten sich an verschiedenen Orten ihres Herrschaftsbereichs
auf. Doch bereits unter Ludwig II. (1253-1294) hatte Heidelberg
den Charakter einer Residenzstadt entwickelt. Als im 14. Jahrhundert
die traditionelle Reiseherrschaft aufgegeben wurde, setzte sich
die Residenzfunktion Heidelbergs durch.
Im Hausvertrag von Pavia wurde 1329 das Wittelsbacher Herrschaftsgebiet
zwischen einer pfälzischen und einer bayrischen Linie geteilt.
Die Kurwürde, das Recht zur Wahl des römisch-deutschen Königs,
sollte laut dem Vertrag zwischen den beiden Linien wechseln. In
der Goldenen Bulle erhielten 1356 aber nur die Pfalzgrafen bei
Rhein die Kurwürde. Von nun an waren sie als Kurfürsten von der
Pfalz bekannt und gehörten zu den einflussreichsten deutschen
Herrschern. In der Folgezeit ging man dazu über, ihr Herrschaftsgebiet
als Kurpfalz zu bezeichnen.
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