Heidelberg in badischer Zeit
Vormärz und Badische Revolution
Während des Vormärzes verbreiteten in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts sowohl die in Studentenverbindungen organisierten
Heidelberger Studenten als auch manche liberal eingestellte Professoren
der Universität nationale, liberale und demokratische Ideen. Der
Philosoph Ludwig Feuerbach entfaltete eine große Wirkung, als
er 1848 in Heidelberg auf Einladung der Studentenschaft religionskritische
Vorlesungen hielt. Weil ihm die Universität keine Räume zur Verfügung
stellen wollte, musste er auf den Rathaussaal ausweichen. Unter
dem Einfluss der Februarrevuoltion in Frankreich nahm die deutsche
Märzrevolution in Baden ihren Lauf.
Am 5. März 1848 versammelten sich im Hotel Badischer Hof liberale
und demokratische Politiker aus Südwestdeutschland zur Heidelberger
Versammlung. Diese setzte maßgebliche Impulse zum Vorparlament
und somit zur Konstituierung der Frankfurter Nationalversammlung.
Vom Heckeraufstand in der ersten Phase der Badischen Revolution
blieb Heidelberg unberührt, hingegen entstanden in der Stadt zahlreiche
demokratische Vereine. Als der demokratische Studentenverein verboten
wurde, zogen im Juli die Heidelberger Studenten aus Protest nach
Neustadt an der Haardt aus. Nach dem Scheitern der Frankfurter
Nationalversammlung erfasste der Maiaufstand ganz Baden. Die vom
badischen Großherzog zur Hilfe gerufenen preußischen Truppen kämpften
auch in Heidelberg gegen liberale Freischärler und schlugen den
Aufstand letztendlich nieder.
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