Heidelberg in badischer Zeit
Heidelberger Romantik
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Heidelberg zu einem der wichtigsten
Orte der deutschen Romantik. Schon 1798 hatte Friedrich Hölderlin
in seiner Ode Heidelberg der Stadt ein Denkmal gesetzt. In der
Folge war es neben den landschaftlichen Reizen der Neckarstadt
vor allem die Schlossruine, die für Literaten wie Maler der Romantik
besonders anziehend wirkte. Nachdem Jena das Zentrum der deutschen
Frühromantik gewesen war, formierte sich ab 1804 in Heidelberg
eine Gruppe um den Dichter Ludwig Achim von Arnim und den Schriftsteller
Clemens von Brentano, deren Wirken als "Heidelberger Romantik"
bekannt ist. Im Bereich der Malerei der Romantik entstand in Heidelberg
inspiriert von der Sammlung Boisserée ein Künstlerzirkel um Carl
Philipp Fohr, Karl Rottmann und Ernst Fries.
Arnim und Brentano veröffentlichten zwischen 1806 und 1808 in
Heidelberg unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn eine Sammlung
deutscher Volkslieder. Ein weiterer Dichterzirkel entstand um
Joseph von Eichendorff, der von 1807 bis 1808 in Heidelberg studierte.
An der Heidelberger Universität standen einflussreiche Professoren
wie der Rektor Anton Friedrich Justus Thibaut, der Dozent Joseph
Görres und der Philologe Friedrich Creuzer der Romantik nahe.
Die Auseinandersetzung mit dem Heidelberger Philologen Johann
Heinrich Voß, welcher der Romantik ablehnend gegenüberstand und
nicht zuletzt Des Knaben Wunderhorn ob der unwissenschaftlichen
Methoden der Herausgeber kritisierte, führte aber letzten Endes
dazu, dass sich an der Heidelberger Universität der Voßsche Rationalismus
durchsetzte und die Heidelberger Romantik zum Erliegen kam.
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