Heidelberg - Stadtgeschichte

 

 


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Heidelberg in badischer Zeit

Tourismus und Universität

Auch im 19. Jahrhundert blieb die Wirtschaft Heidelbergs - immerhin die viertgrößte Stadt Badens - agrarisch geprägt. Die Industrialisierung war für die Neckarstadt weitaus weniger folgenreich als etwa für das benachbarte Mannheim. Zwar entstanden in der Stadt namhafte Industriebetriebe wie die Waggonfabrik Fuchs, Heidelberger Druckmaschinen oder HeidelbergCement, dennoch gab es gegen Mitte des 19. Jahrhunderts im damals rund 15.000 Einwohner zählenden Heidelberg gerade einmal 392 Industriearbeiter in 14 Fabriken. Neben der Tallage der Stadt mag ein Grund dafür gewesen sein, dass man in Heidelberg schon damals um den Wert des Landschaftsbildes für den Tourismus wusste und dieses nicht durch Fabriken verschandeln wollte.

Auch die pittoreske Schlossruine blieb, obwohl von vielen als Symbol der Demütigung durch die Franzosen angesehen, dank denkmalschützerischer Aktivitäten vom Abriss verschont und wurde in der Folgezeit zur wichtigsten Sehenswürdigkeit Heidelbergs. So entwickelte sich der Tourismus zu einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in Heidelberg und ist es bis heute geblieben. Der Heidelberg-Tourismus hatte bereits im frühen 19. Jahrhundert seine Anfänge genommen, einen enormen Aufschwung erlebte er durch den Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz: 1840 wurde der Abschnitt Mannheim-Heidelberg der Badischen Hauptbahn eröffnet, die Verbindung nach Karlsruhe folgte drei Jahre später. 1862 wurde dann schließlich die Odenwaldbahn ins Neckartal fertiggestellt.

Ebenfalls prägend für Heidelberg ist seit dem 19. Jahrhundert die Präsenz der Universität. In wirtschaftlicher Hinsicht profitierte das in der Stadt ansässige Verlags- und Druckereiwesen von der Hochschule. Die zahlreichen Studenten bestimmten bald das Stadtbild. Eine besondere Stellung nahmen dabei die Studentenverbindungen ein, denen zu jener Zeit jeder zweite Student angehörte. Bis heute finden sich in den besten Lagen Heidelbergs Korporationshäuser der Studentenverbindungen. Joseph Victor von Scheffels Gedicht Alt-Heidelberg, du feine (später in der vertonten Version ein populäres Studentenlied) und das 1901 uraufgeführte Schauspiel Alt-Heidelberg machten das studentische Milieu der Stadt berühmt, Heidelberg wurde zu einem Sinnbild des Studentenlebens im 19. Jahrhundert.

Text: Wikipedia (leicht verändert und ergänzt)
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