Vorgeschichte
Im 8. Jahrhundert entwickelte sich das nahe gelegene Kloster
Lorsch zu einem wichtigen politischen Zentrum, welches mit dem
Bistum Worms um die Vorherrschaft bei der Erschließung des Odenwalds
rang. Um seinen Einfluss an der südlichen Bergstraße zu festigen,
wo bereits Dossenheim und Handschuhsheim in seinem Einflussbereich
lagen, gründete der Lorscher Abt Thiotroch im Jahr 870 auf dem
Heiligenberg an der Stelle des alten Merkurtempels das Michaelskloster
als Filialkloster. Zwei Jahrhunderte später folgte auf dem Michelsberg,
dem Vorberg des Heiligenbergs, eine weitere Filiale, das Stephanskloster.
Im 12. Jahrhundert wurde schließlich das Neckartal als Verkehrsweg
interessant und das Kloster Neuburg wurde gegründet (1130). Vermutlich
damit im Zusammenhang stehen die Anlage einer ersten Motte auf
dem südlichen Neckarufer durch den Bischof von Worms, die Gründung
des Klosters Schönau im Steinachtal und die Befestigung des Dilsbergs
durch die Grafen von Lauffen um 1132.
Viele der Dörfer Heidelbergs entstanden schon zur Frankenzeit
im 6. Jahrhundert. Erstmalig urkundlich erwähnt werden sie im
8. Jahrhundert im Lorscher Kodex - Neuenheim und Handschuhsheim
im Jahr 765, Rohrbach 766, Wieblingen und Kirchheim 767 und Bergheim
im Jahr 769.
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