Heidelberg - Stadtgeschichte

 

 


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Heidelberg im 20. Jahrhundert

Heidelberg nach 1955

Das größte bauliche Projekt der Nachkriegszeit war die Verlegung des Hauptbahnhofs an seine heutige Stelle. Schon seit Jahrzehnten hatten Pläne bestanden, den an der Rohrbacher Straße gelegenen Kopfbahnhof durch einen neuen Durchgangsbahnhof zu ersetzen. 1955 wurde dann schließlich der neue Hauptbahnhof, zu dem Zeitpunkt der modernste Bahnhof der Bundesrepublik, nach vierjähriger Bauzeit rund 1,2 Kilometer westlich des alten Standortes eingeweiht. Die freigewordene Fläche nutzte das Land für den Bau zahlreicher Verwaltungsgebäude an der Kurfürstenanlage.

Um der wachsenden Einwohnerzahl Heidelbergs Rechnung zu tragen, entstanden im Süden der Stadt zwei gänzlich neue Wohngebiete: In den 1960er Jahren baute man die "Waldparksiedlung" Boxberg für 6000 Bewohner. 1975 wurde der für 11.000 Bewohner konzipierte Emmertsgrund fertiggestellt, der heute als Problemstadtteil gilt. Im selben Jahr war die flächenmäßige Expansion Heidelbergs durch die Eingemeindung der im Neckartal gelegenen Gemeinde Ziegelhausen abgeschlossen.

Der von 1966 bis 1990 amtierende Heidelberger Oberbürgermeister Reinhold Zundel verschrieb sich der Stadtsanierung. Während seiner Amtszeit wurde die Hauptstraße in der Altstadt in eine 1,6 Kilometer lange Fußgängerzone umgewandelt, und der Bismarckplatz erhielt seine heutige Form. Nicht alle Maßnahmen waren unumstritten, weil ihnen teils alte Häuser zum Opfer fielen. Die Verbannung des Autoverkehrs aus der Altstadt gilt heute als eine gelungene Maßnahme. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der alte Landkreis Heidelberg mit dem Landkreis Mannheim zum heutigen Rhein-Neckar-Kreis vereinigt, dessen Sitz die kreisfreie Stadt blieb.

1967/68 formierte sich wie an allen deutschen Universitäten auch in Heidelberg eine Studentenbewegung, die in vielfältigen Aktionen politischen Protest gegen Notstandsgesetze, Vietnamkrieg u. a. ausübte. Die Untergrundorganisation (Rote Armee Fraktion) verübte in den 1970er und 1980er Jahren in Heidelberg zwei Terroranschläge gegen amerikanische Einrichtungen. Am 24. Mai 1972 tötete ein Sprengstoffanschlag auf das US-Hauptquartier drei amerikanische Soldaten und verletzte fünf weitere. Ein Attentat mit einer Panzerfaust auf den Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, Frederick James Kroesen, am 15. September 1981 scheiterte.

Während der Amtszeit der ersten weiblichen Oberbürgermeisterin in Südwestdeutschland, Beate Weber (1990-2006), bewarb sich Heidelberg um eine Aufnahme des Schlosses und der Altstadt in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Der 2004 eingereichte Antrag wurde 2005 und im Juni 2007 abgelehnt.

Die Zukunft der amerikanischen Militärpräsenz in Heidelberg ist ungewiss. Zum einen haben die europäischen Standorte infolge der veränderten Sicherheitspolitik nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 für die US-Armee an Bedeutung verloren. Deshalb soll die Zahl der in Westeuropa stationierten Soldaten deutlich reduziert werden. Zum anderen gibt es Pläne, das Hauptquartier der Landstreitkräfte von Heidelberg nach Wiesbaden zu verlegen. Die Auswirkungen auf den lokalen Wohnungsmarkt und den Wirtschaftsstandort werden in der Stadt bereits überlegt.

Text: Wikipedia (leicht verändert und ergänzt)
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