Heidelberg - Stadtgeschichte

 

 


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Heidelberg in badischer Zeit

Zeit des Nationalsozialismus

Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann auch in Heidelberg die organisierte Diskriminierung von Juden und anderen "Nichtariern". Am 5. April 1933 gab Reichskommissar Robert Wagner in vorauseilendem Gehorsam den "badischen Judenerlass" heraus, zwei Tage vor den entsprechenden Reichsgesetzen. Er leitete die Zwangsbeurlaubung aller "nichtarischen" Beamten ein. Während der Nationalsozialismus unter der Heidelberger Stadtbevölkerung einen recht starken Rückhalt genoss, waren antisemitische Tendenzen an der Ruprecht-Karls-Universität, anders als an manchen anderen Hochschulen, nicht verbreitet gewesen. Unter anderem deshalb war in Heidelberg der Anteil an Hochschullehrern jüdischer Herkunft besonders hoch, bis am 7. April 1933 alle "Nichtarier" im öffentlichen Dienst gegen ihren Willen in den Ruhestand geschickt wurden. Bis 1939 verlor die Universität ein Drittel ihres Lehrkörpers aus rassischen oder politischen Gründen.

Während Pläne der Nationalsozialisten, Heidelberg als "Reichsausbauort" im monumentalen Zuschnitt mit Aufmarschstraßen und einem Festspielhaus umzugestalten, nicht verwirklicht wurden, hinterließen sie als sichtbarste bauliche Hinterlassenschaft die Thingstätte auf dem Heiligenberg. Dabei handelt es sich um eine Freilichtbühne nach dem Vorbild griechischer Theater an der Stelle einer angeblichen germanischen Kultstätte. Sie wurde zwischen 1934 und 1935 vom Reichsarbeitsdienst und Heidelberger Studenten errichtet und wurde für Propagandaveranstaltungen genutzt. Ebenfalls während der Zeit des Nationalsozialismus entstand der Ehrenfriedhof für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges oberhalb des Bergfriedhofs.

Schon zwischen Mai und Juli hatten auf dem Heidelberger Universitätsplatz Bücherverbrennungen stattgefunden. Am Abend des 9. November 1938 erreichten die Ausschreitungen gegen Juden einen neuen Höhepunkt. In dieser Nacht brannten Heidelberger Bürger die Synagogen in Heidelberg und Rohrbach nieder; der orthodoxe Betsaal in der Plöck wurde ebenfalls zerstört. Am nächsten Tag begann die systematische Deportation Heidelberger Juden mit der Verschleppung 150 jüdischer Mitbürger in das Konzentrationslager Dachau. Etwa zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, fand die "Wagner-Bürckel-Aktion" statt. Über 6000 badische Juden, darunter 280 Heidelberger, wurden in das Internierungslager Gurs deportiert. Drei Viertel der deportierten Juden kamen bereits im Lager Gurs ums Leben. 1942 folgte von dort die Deportation nach Auschwitz.

Text: Wikipedia (leicht verändert und ergänzt)
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