Turner und die Meister


 
  

Die Ausstellung Turner und die Meister stellt eine Auswahl an großartigen Bildern von William Turner (1775-1851) neben verwandte Arbeiten der alten Meister und Zeitgenossen, die Turner als Vorlage zur Nachahmung benutzte, um sich an ihnen zu messen und sie zu übertreffen. Mehr als einhundert hochrangige Bilder aus den Sammlungen der Welt zeigen den Maler in Gesellschaft mit seinen größten Vorgängern.

„Turner and the Masters“ bietet eine beispiellose Gelegenheit, die Arbeiten Turners neben einer atemberaubenden Reihe von Meisterwerken von mehr als dreißig anderen Künstlern, wie Canaletto, Claude Lorrain, Tizian, Aelbert Cuyp, Poussin, Rembrandt, Rubens, Jacob van Ruisdael, Willem van de Velde, Veronese, Watteau, Constable, und R.P Bonington zu sehen.. Auf diese Weise wird deutlich, dass die Antworten Turners auf andere Künstler sowohl eine Huldigung als auch eine hoch entwickelte Form der Kunstkritik darstellen, die sein Verständnis der Meister und seine Fähigkeit zeigen sollten, sich ihre Kunst zu eigen zu machen. Die Schau erzählt uns diese Geschichte auf aufregende und unvorhergesehene Weise und bestätigt den Ruf Turners als eine herausragende Persönlichkeit in der europäischen Kunstlandschaft.


JMW Turner, Holländische Boote im Sturm ("Bridgewater Seestück"). Ausgestellt 1801. Privatsammlung. Bild: Tate

Die Ausstellung vergleicht beispielsweise wird vergleichende Arbeiten wie Rembrandts Landschaft mit der Ruhe auf der Flucht nach Ägypten von 1647 (National-Galerie Irlands) mit Turners Mondlicht, eine Studie bei Millbank, ausgestellt 1797 (Tate); Claude Lorrains Moses, aus dem Wasser gerettet (Museo del Prado) mit Turners Überquerung des Bachs (ausgestellt 1815 (Tate); Ruisdaels Rauhe See bei den Landungsbrücken aus den 1650er Jahren (Kimbell Kunstmuseum) mit Turners Hafen von Ruysdael von 1827 (Yale Zentrum für die britische Kunst); Poussins Winter – Die Sintflut 1660-64 (Musee de Louvre) mit Turners Sintflut, ausgestellt 1805 und in der RA 1813 (Tate); und schließlich Willem van de Velde des Jüngeren Schiffe im aufkommenden Sturm, ca.1672 (Toledo Museum der Kunst) zum ersten Mal seit mehr als 170 Jahren neben den dazugehörigen Bild Turners Holländische Boote im Sturm, ausgestellt RA 1801 aus einer Privatsammlung.


Willem Van de Velde der Jüngere, Schiffe im aufkommenden Sturm (A Rising Gale), um 1672.
Courtesy Toledo Museum of Art
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Zum ersten Mal, seit sie 1832 zusammen an der Königlichen Akademie-Ausstellung gezeigt wurden, wird Turners Helvoetsluys (Tokyo Fuji Kunstmuseum, Japan) mit Constables Öffnung der Waterloo-Bridge (Tate) vereinigt. Als die Arbeiten ursprünglich gezeigt wurden, fügte Tuner bekanntlich, bevor die Ausstellung öffnete, eine rote Boje zu seinem Seestück hinzu, um anscheinend mit den hellen roten Lichtern der Arbeit Constables gleichzuziehen. Constable soll einem Freund gesagt haben „Tuner war hier und schoss den Vogel ab“.

Es war Turners Strategie fast einzigartig innerhalb der Geschichte der europäischen Kunst, in direkte Konkurrenz mit Künstlern aus Vergangenheit und Gegenwart einzutreten, die er als würdige Rivalen seiner eigenen Berühmtheit einschätzte. Er arbeitete an seinem Ruf als Maler, indem er die Arbeiten von alten Meistern absichtlich herausforderte und Bilder malte, die in Gesellschaft mit ihnen hängen konnten. Obwohl er häufig als ein unabhängiges Genie bewundert wurde, war er doch intensiv mit den Arbeiten anderer Künstler beschäftigt. Er studierte die Arbeiten alter Meister, besonders diejenigen des Landschaftsmalers Claude Lorrain aus dem siebzehnten Jahrhundert.

Joseph Mallord William Turner mit seinem fruchtbaren Werk an Zeichnungen, Drucken, Aquarellen und Ölgemälden gilt als einer der größten Künstler in der Geschichte. Geboren in London war Turner der Sohn eines Friseurs aus bescheidenen Verhältnissen. Er trat 1789 im Alter von 14 Jahren in die Königliche Akademie ein und wurde 1802 Mitglied der Royal Academy und 1807 Professor für Perspektive.

Turner und die Meister werden kuratiert von David Solkin, Professor der Sozialgeschichte der Kunst am Courtauld-Institut, Universität Londons, Ian Warrell, Kurator der britischen Kunst des 18. und 19. Jahrhundert an der Tate-Galerie, Philippa Simpson, einer von Tate geförderte Doktorandin am Courtauld-Institut, und von Martin Myrone, Kurator der britischen Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts an der Tate-Galerie. Die Ausstellung wird von der McKinsey & Company anlässlich ihres 50jähign Jubiläumsn Großbitannin gefödert.

Ein reich illustrierter Katalog, herausgegeben von der Tate-Galerie, wird die Ausstellung begleiten. Die Ausstellung wird anschließend vom 22. Februar bis zum 23. Mai 2010 im Grand Palais in Paris, und vom 22. Juni bis zum 19. September 2010 im Museo del Prado, Madrid zu sehen sein.


JMW Turner, Schneesturm - Dampfschiff vor der Hafeneinfahrt (Snow Storm – Steam-Boat off a Harbour’s Mouth) ausgestellt RA 1842. Bild: Tate

     

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