Neupräsentation im Archäologischen
Museum Colombischlössle: Drei Räume spiegeln
das Leben in der römischen Provinz
Die neue Präsentation der römischen Funde im
Archäologischen Museum Colombischlössle nimmt
das römische Leben am südlichen Oberrhein aus
drei Winkeln in den Blick: Werkzeuge und Erfindungen spiegeln
die wirtschaftliche und zivilisatorische Erschließung
des Oberrheingebiets. Waffen und Rüstungsteile lassen
ahnen, dass das Militär eine führende Rolle in
Erwerb und Befriedung der neuen Provinzen spielte. Hausrat
schließlich vermittelt nicht nur eine Ahnung der
damaligen Wohnkultur, sondern auch der sozialen Unterschiede.
Die frühesten Funde der Ausstellung datieren ins
späte 1. Jahrhundert v. Chr. Nachdem Caesar im 1.
Jahrhundert v. Chr. Gallien erobert hatte, waren die Gebiete
jenseits des Rheins in das Blickfeld Roms geraten. Stück
für Stück eroberten die Legionen das heutige
Südwestdeutschland und gliederten es ins Römische
Reich ein. Schnell setzte sich die einheitliche römische
Kultur durch.

Neupräsentation der römischen Funde im Archäologischen Museum
Colombischlössle: Gläser aus Lahr (Ortenaukreis)
Die Soldaten brachten aber nicht nur den Krieg. Mit ihnen
hielten auch fortschrittliche Technik und zivilisatorische
Errungenschaften Einzug zwischen Rhein und Donau: Gut ausgebildete
Baumeister bauten Straßen, öffentliche Gebäude
und Wasserleitungen. Die lateinische Schrift gab die Möglichkeit,
Informationen festzuhalten und weiterzugeben.
Erlebbar werden diese Fortschritte in drei Räumen.
Im Technik-Raum können Besucher jeden Alters römische
Werkzeuge mit heutigen vergleichen, ausprobieren wie ein
römisches Schloss funktionierte, oder die Nachbildung
eines Wasserhahns bedienen.
Der Raum zur römischen Legion zeigt die originalen
Waffen so anschaulich, dass ihre Funktion und Bedeutung
leicht nachvollziehbar sind. Wer will, kann sich eine Legionärsausrüstung überziehen.
Wie es in einem Feldlager aussah, zeigt ein detailliertes
Modell.

Neupräsentation der römischen Funde im
Archäologischen Museum Colombischlössle: Modell
des römischen Feldlagers
Im dritten Raum zeigt eine Installation die Ausstattung
eines einfachen Gutshofes im Vergleich zum Inventar einer
Luxusvilla. Kleidungsstücke vermitteln gesellschaftliche
Unterschiede. Selbst die Ausführung des Mühlespiels – Spielen
erlaubt – war je nach sozialer Stellung seiner Besitzer
unterschiedlich.
Die Rämerabteilung wird am 3. November 2009 der Öffentlichkeit übergeben.
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