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Ausstellungen in Speyer

30.3. - 26.10.2003

Die Ritter

Die Faszination des Mittelalters ist bis heute ungebrochen. Mit einer großen Ausstellung 2003 stellt das Historische Museum der Pfalz das mittelalterliche Rittertum ins Zentrum der Betrachtung.

Das Rittertum wird als Phänomen von europäischer Dimension in seiner komplexen historischen Gestalt deutlich gemacht. Zwischen Kaisertum und Papsttum, Adel und Kirche, gehört es zu den prägenden Kräften der mittelalterlichen Gesellschaft. Es entsteht, als die Karolinger im 8. und 9. Jahrhundert ein schlagkräftiges Heer aus gut ausgerüsteten berittenen Kriegern formieren. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts kommt die Kampftechnik des Reiterangriffs mit eingelegter Lanze auf, bei der Pferd, Reiter und Lanze in einer konzentriert zusammenwirkenden Einheit eine bislang nicht gekannte Wucht beim Aufprall auf den Feind bewirken. Im 12. Jahrhundert formt sich das ritterliche Ideal endgültig aus und hat den größten Einfluss auf die Gesellschaft. Das mittelalterliche Rittertum zeichnet sich durch einen speziellen Ehren- und Verhaltenskodex aus. Entscheidend sind drei Aspekte, die den Begriff des Dienstes ins Zentrum stellen: Waffendienst, Gottesdienst und Minnedienst.


Bilder


Texte

 

Gotischer Feldharnisch
 Landshut, um 1470
Deutsches Historisches Museum, Berlin

 

 

 

Die Ausstellung schildert die zentralen Lebensbereiche, die unlösbar mit dem Rittertum verbunden sind: Kampf und Turnier, Leben auf der Burg, Feste, Alltagsleben und die Minne. Originalexponate wie Waffen, Rüstungen und Helme für Kampf und Turnier, Jagdutensilien, Spielwürfel, Schachfiguren und Musikinstrumente, aber auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Keramik für Tisch und Herd oder reich verzierte Ofenkacheln schildern die verschiedenen Facetten des ritterlichen Lebens. Modelle, Inszenierungen und multimediale Elemente vermitteln dem Besucher ein lebendiges Bild der Zeit und der Lebensbedingungen der Ritter. Nachbildungen von Rüstungsteilen und Waffen, die vom Besucher in die Hand genommen und angelegt werden können, vermitteln einen realitätsnahen Eindruck vom ritterlichen Leben. Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit ?Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz". Die vielen geschichtsträchtigen Burgen in der Pfalz und im Elsaß machen Geschichte besonders eindrücklich erlebbar. Zahlreiche Veranstaltungen zum Thema sollen sowohl im Historischen Museum der Pfalz als auch auf verschiedenen pfälzischen Burgen stattfinden. Ebenso ist die Einbeziehung elsässischer Burgen geplant. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck übernommen.

Die Präsentation wird von "Jumus wird ein Ritter", einer eigenen familienfreundllchen Ausstellung für Kinder und Jugendliche begleitet. Anknüpfend an die Lebenswelt junger Menschen beschäftigt sich die Präsentation in erster Linie mit der Kindheit und Erziehung der zukünftigen Ritter und Damen im Mittelalter. Um ein vollständiges Bild zu erhalten, ist die Betrachtung der Burg als Wehr- und Wohnbau mit repräsentativer Funktion ebenso wichtig wie die Darstellung ritterlicher Wohnformen und die Entwicklung der höfischen Kultur.

 

 

 

 

Siehe auch:

Manessische Handschrift
Jumus wird ein Ritter

 

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