Hochrhein



* Die Differenz zwischen den Jahreszahlen bedarf noch der Klärung. 22.2.09

Die vier Waldstädte

Unter der Bezeichnung "Die vier Waldstädte" werden die vorderösterreichischen Städte Waldshut, Laufenburg, Säckingen und Rheinfelden zusammengefasst. Sie verdanken diese Bezeichnung ihrer Lage am Rand des südlichen Schwarzwalds, und besonders Waldshut hat seinen Namen von der habsburgischen Herrschaft über die "Schwarzwaldleute", das heißt über die Freien im Albgau. Zu ihrem "Schutz" wurde die Stadt vor 1240 von Graf Rudolf von Habsburg, dem späteren König, gegründet.

Nach dem Aussterben der Grafen von Baden-Lenzburg 1173 verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa die Vogtei über das Stift Säckingen und seien Besitzungen an Graf Albrecht III. von Habsburg, der damit das habsburgische Territorium am Hochrhein entscheidend erweitern konnte. Damit war die Vogtei über das Stift samt der Herrschaft über die Stadt Säckingen sowie die Herrschaft über die säckingische Siedlung Laufenburg verbunden. Diese erhielt vermutlich von Graf Rudolf II. zu Beginn des 13. Jahrhunderts Stadtrecht.

1254 folgte der Erwerb der Vogtei über das Kloster St. Blasien und seine Güter*, woraufhin noch im selben Jahr die Stadt Waldshut gegründet wurde.

Rheinfelden wurde 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern an die Herzöge Albrecht und Otto von Österreich verpfändet und ist damit die späteste Erwerbung der Habsburger.

In der habsburgischen Hausteilung von 1232 kamen Säckingen mit der Vogtei an die ältere Linie Albrechts III., Laufenburg an die jüngere Linie Rudolfs III., die sich entsprechend Habsburg-Laufenburg nannte. Waldshut war eine Gründung Rudolfs IV., des späteren Königs, und Rheinfelden war Pfandbesitz der älteren Linie. Der letzte Habsburger der Laufenburger Linie, Graf Hans IV., verkaufte 1386, als er der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht mehr Herr wurde, seinen Besitz an die ältere, inzwischen in Österreich residierende Linie.

In den Auseinandersetzungen um die Kirchenpolitik des Herzogs Friedrich des Schönen zur Zeit des Konstanzer Konzils konnte Rheinfelden 1415 die Reichsfreiheit erringen, musste sich allerdings drei Jahrzehnte später wieder Österreich unterwerfen.

In der Grenzlage zur Eidgenossenschaft waren die Städte am Hochrhein auch in die Auseinandersetzungen zwischen den Eidgenossen und Habsburg verstrickt. Im Konflikt zwischen Zürich und Schwyz, in dem Habsburg für Zürich Partei ergriff, schlossen auch die Waldstädte ein Bündnis gegen Bern, Solothurn und Basel. Ein 1450 geschlossener Friede stellte die Vorkriegsverhältnisse wieder her, demonstrierte jedoch auch das Streben Berns, an den Rhein vorzustoßen. Dagegen in Konkurrenz versuchte Basel, Österreich die Waldstädte abzupfänden und hatte 1467 mit Rheinfelden Erfolg. Den bernischen Versuch, 1468 Waldshut zu erobern, konnte Basel durch Vermittlung vereiteln.

Die weiterhin anhaltende Geldknappheit veranlasste Herzog Sigmund schließlich 1469, weite Gebiete, darunter auch die vier Waldstädte, an Herzog Karl den Kühnen von Burgund zu verpfänden. Dieser löste unter den von Österreich ausgegebenen Pfandgütern auch Rheinfelden von Basel ein. Den daraufhin ausbrechenden Konflikt zwischen der Eidgenossenschaft und Burgund konnte die französische Diplomatie mit der "Ewigen Richtung" von 1474 und der "Erbeinigung" von 1477 zu einer Verringerung des burgundischen Einflusses, auch und gerade am Hochrhein, nutzen. Die darin vereinbarte Öffnung der vier Städte für die Eidgenossen verweigerten allerdings die Städte selbst.

Der Schwabenkrieg, der unter anderem am Hochrhein ausgefochten wurde. verschlechterte die Lage der Waldstädte insofern, als durch den Abfall Basels vom Reich das Fricktal mit Rheinfelden und Laufenburg ein österreichischer Vorposten gegenüber der Eidgenossenschaft wurde.

In der Folgezeit bildeten die vier Städte zusammen mit den Herrschaften Laufenburg und Rheinfelden eine Verwaltungseinheit, die dem Landvogt in Ensisheim als Vertreter Österreichs unterstand. Dessen Herrschaft war durch die Rechte der Landstände gegenüber der Regierung relativiert, die z.B. ein Ausufern der Steuerlast während des Dreißigjähriges Krieges verhinderte.

Mit dem Verlust des Elsass an Frankreich 1648 war für Österreich die Notwendigkeit gegeben, zur Sicherung der Hochrheinstädte eine Vereinbarung mit der Eidgenossenschaft zu schließen, nach der jene in die schweizerische Neutralität aufgenommen wurden. Diese schützte dann während des pfälzischen Erbfolgekriegs (1688 - 1697) Laufenburg und Rheinfelden, während Säckingen und Waldshut von den Franzosen besetzt wurden. Ein letzter Versuch Berns, Rheinfelden und Laufenburg mitsamt dem Fricktal zu kaufen, wurde von den Ständen nicht nur abgelehnt, sondern 1738 durch die Gewährung eines Darlehens an Österreich auch letztlich verhindert.

Der Friede von Campo Formio trennte 1801 das linke Rheinufer vom rechten, gab jenes an die Eidgenossenschaft und beließ dieses noch bei Österreich; der Reichsdeputationshauptschluss 1803 machte aus dem Breisgau samt dem rechtsrheinischen Rest der Waldstädte noch ein Fürstentum des habsburgischen Herzog von Modena, bis schließlich der Friede von Pressburg 1805 alles an Baden gab.

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