Arion, Sänger aus Lesbos, um 600 v. Chr.
Arion ist
als Dichter und Sänger in der Fremde, in Sizilien und Italien,
ein reicher Mann geworden. Auf der Rückfahrt von Tarent nach
Korinth wollen ihn die Matrosen berauben und ins Meer werfen.
Nur eine letzte Bitte wird ihm gewährt: In prächtigem Gewand
singt und spielt Arion ein Abschiedslied. Dann springt er
unvermittelt ins Meer. Ein Delphin, bzw. mehrere Delphine
abwechselnd, tragen den Sänger auf ihrem Rücken zum Vorgebirge
Tainaron. Arion begibt sich an den korinthischen Königshof.
Hier werden die räuberischen Matrosen nach ihrer Ankunft
entlarvt und bestraft. Der musikliebende Delphin wird unter
die Sterne versetzt. (H.Hunger, Lexikon der griech. und
röm. Mythologie, rororo 1974, S. 63)
Hintergrund und Ursprung der Arion-Legende ist vermutlich ein
Bild, das einen Mann auf einem Delphin reitend zeigte und bereits
in der klassischen griechischen Zeit nicht mehr verstanden wurde.
Es geht wohl auf einen rituellen Einritt des Neujahrskönigs
auf einem Delphin zurück. |