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Alltag in Rom

Autoren: Jens Burghaus / Markus Kästner

 

ALLTAG IN ROM

 

 

Einleitung


Stadtplanung, Gebäude und ihre Funktionen

                       Stadthäuser                                                                Villen und Paläste

                       Städtische Mietshäuser                                              Baumaterialien


Arbeit und Berufe

                       Bauer                                                                        Händler

                       Schiffer                                                                      Metzger

                       Schuhmacher                                                             Unterhaltungskünstler:

                       Lehrer


Feiertage und öffentliche Unterhaltungs- und Entspannungsmöglichkeiten


Familienleben


Kunst und Musik


Trink- und Essgewohnheiten

         Frühstück im alten Rom (iantaculum)                         Mittagessen im alten Rom (prandium)

         Abendessen im alten Rom (cena)


Während der Kaiserzeit lebten in Rom etwa 700.000 bis 1.000.000 Menschen.
Wegen der Übervölkerung, welche Gedränge, Lärm, Staub und Gestank verursachte, herrschte außer in der Nacht Fahrverbot.
In Rom war es viel teurer, lauter und unangenehmer als z.B. in anderen Städten; doch nur wenige wollten das spannende Leben (Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen und die anderen unvorstellbaren und seltenen Angebote) eintauschen gegen ein normales ländliches Leben. Wegen der Masse an Menschen und der Tatsache, dass 1/10 der Baufläche öffentliche Gebäude wie Tempel, Parks etc. waren, herrschte in der Stadt allgemeine Grundstücksnot. Daher mußten Häuser oft zu hoch erbaut werden. Die meisten Bürger konnten sich keine eigenen Wohnungen leisten und mußten sich so diese mieten, jedoch waren sie sehr oft stark baufällig. Licht war nicht selten in den eigentlichen Wohnungen vorhanden, und Einstürze und Brände gehörten fast zur Tagesordnung.
Die Wohnungen wurden aber eigentlich nicht mehr als zum Schlafen, zum Essen und für das nötigste Familienleben genutzt, das eigentliche soziale und politische Leben lief auf den engen Straßen (Mindestbreite 2,9m , die nicht selten knapp erreicht wurden)  und in den Geschäften, Lokalen und auf dem Forum ab. Dort wurde sich unterhalten, diskutiert und einfach gelebt.
Hygienisch waren ebenfalls gute Ansätze zu erkennen. Viele Brunnen zierten die Straßen. Wasserleitungen zu den Häusern kostete Geld, es gab dazu noch keine Hydraulik, so daß oft das eine oder andere Abwasser auf den Straßen landete. Generell bewohnten ärmere Menschen diese Wohnungen.
War der Tag vorbei und die Nacht angebrochen, wurde es oft gefährlich. Nicht selten wurden Unvorsichtige des Abends niedergeschlagen und ausgeraubt. Das Nachtleben war nicht gerade ungefährlich. Einladend, bsonders für Diebe und Einbrecher warem die Geschäfte, die offen zur Straße waren und in der Nacht mit hölzernen Rolladen verriegelt wurden.

Stadtplanung, Gebäude und ihre Funktionen

 

Während ältere Städte wie Rom, die vor der Zeit einer eigentlichen Stadtplanung gegründet wurden, aus einem Netz verwinkelter Straßen bestanden und unkontrolliert in die Breite wucherten, besaß die planmäßig angelegte Stadt der späten Römischen Republik einen annähernd rechteckigen Grundriß, wobei das römische Militärlager als Vorbild diente: Um zwei Hauptachsen - Cardo (in Nordsüd-) und Decumanus (in Ostwestrichtung) - gruppierte sich ein Netz kleiner Straßen, das die Stadt in quadratische Viertel teilte.
Die Stadt war mit einer Stadtmauer umgeben, wie in Regensburg, dem römischen Legionärskastell Castra Regina.
Den Mittelpunkt jeder Stadt an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen bildete das Forum, ein großer Platz in Anlehnung an die griechische Agora, der von Ladenreihen, Tempeln und öffentlichen Gebäuden, wie der Kurie und der Basilika, gesäumt war.
Die ersten Basiliken wurden Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. auf dem Forum Romanum erbaut.
Das Forum der Antike war ein großer, offener, rechteckiger Platz im Zentrum jeder römischen Stadt. Dieser Platz diente den Menschen an Markttagen, bei religiösen Festen, Volksversammlungen und anderen öffentlichen Ereignissen als Treffpunkt, so war es ebenso das Zentrum für alle städtischen Behörden und Regierungsorgane. Eine besondere Funktion hatte das Forum auch als Gerichtsort.
Auf dem Platz wurden Altäre, Siegessäulen und Triumphbögen errichtet, am Rand standen Tempel, Markthallen und Bogengänge.

Stadthäuser:

Das römische Stadthaus (domus) entwickelte sich aus dem einfachen Atriumhaus, wie es schon die Etrusker kannten. Es war achsensymmetrisch um einen zentralen Innenhof (atrium) angelegt, der in der Mitte ein Auffangbecken für Regenwasser (impluvium) besaß und in den man von der Straße aus durch ein Vestibül (vestibulum) und eine Eingangshalle (fauces) gelangte.
Darum gruppierten sich der Empfangsraum (tablinium), der Essraum (triclinium), die Küche und eine Reihe kleinerer Schlafzimmer (cubicula). Hinter dem Tablinium schloß sich ein Garten (hortus) an. Gegen Ende der Republik wurden die römischen Häuser architektonisch anspruchsvoller. Insbesondere bei dem als Villa urbana (Stadtvilla) bezeichneten Gebäudetyp wurde der Garten um einen Säulengang (peristylium) erweitert, der häufig von weiteren Räumen flankiert wurde. Die Wohnhäuser der vornehmen Bürger konnten sich so über ein ganzes Straßenquadrat erstrecken.

 

Villen und Paläste

 

Ein weiterer Gebäudetyp ist das römische Landhaus (villa rustica), häufig ein ganzer Gutskomplex mit ausgedehnten Ländereien und Wirtschaftsräumen.
Eine der besterhaltenen römischen Villen ist das Landhaus des Hadrian in Tivoli (Baubeginn 118 n. Chr.), das in seiner weiträumigen Anlage zugleich ein gutes Beispiel für die Verfeinerung des Baustiles in der Kaiserzeit darstellt.
Kaiser Augustus (Regierungszeit 27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) besaß eine Residenz auf dem Palatin in Rom.
Unter der Herrschaft von Kaiser Domitian wurde in der Nähe dieser Residenz ein großer Palast (Baubeginn 81 n. Chr., Fertigstellung 92 n. Chr.) durch den Architekten Rabirius (tätig 63-100 n. Chr.) errichtet.
Domitians Domus Augustana, das auch einigen Nachfolgern als Kaisersitz diente, verfügte zusätzlich zu den privaten Gemächern über große Empfangshallen, öffentliche Essräume, Brunnenanlagen und einen Park.

 

Städtische Mietshäuser:

 

Ärmere Stadtbewohner, die sich kein eigenes Wohnhaus leisten konnten, wohnten in sogenannten Inseln (lateinisch: Insulae), mehrstöckigen freistehenden Gebäuden aus Backstein- und Steinmörtel ohne Garten, die Ähnlichkeit mit Mietshäusern unserer Zeit hatten.

 

Baumaterialien

 

Die einfachen Häuser der Bürger und anderen Unterschichten wurden aus einfachen billigen Materialien gebaut. Paläste oder die Bauten wohlhabender Personen bestanden aus edleren und teureren Materialien.
So waren Naturstein, Holz, Platten aus Terrakotta und Fliesen seit Beginn der Republik die wichtigsten Baumaterialien der Römer. Die Auswahl der Steine reichte vom italienischen Kalktuff und Travertin bis zum schneeweißen Marmor aus Griechenland und Kleinasien. Seit der Herrschaft Caesars wurde bevorzugt weißer Marmor aus Luna (heute Luni, in der Nähe von Carrara) verwendet. Häufig benutzte man dünne Platten aus edlem Marmor zur Verkleidung von Wänden.

 

Arbeit und Berufe

 

Allgemein kann man sagen, dass die Arbeit im Mittelpunkt des Lebens für einen Römer stand. Berufe, die schwere körperliche Arbeit erfoderten wie diese, welche in unserer Geseelschaft einen hohen Stellenwert haben, wurden damals vernachlässigt und nur mit geringem Ansehen gewürdigt. Für ehrenwert hielt man das Handwerk des Kriegers, die Ausübung des Politikers wie auch die Arbeit in der Landwirtschaft, was durch die Anfänge der römischen Kultur als Bauernvolk bestätigt werden kann. Die adlige Führungsschicht investierte ihr Vermögen fast ausschließlich in Großgrundbesitz, dessen Verwaltung und Beaufsichtigung als die eines Mannes von Rang würdige Arbeit galt. Deshalb ist es auch kein Zufall, daß eine Reihe von Abhandlungen im landwirtschaftlichen Bereich überliefert worden ist (Cato, Varro, Columella). In ihnen wurde die Tätigkeit in der Landwirtschaft gelobt.
Handwerkliche Berufe hingegen hatten einen geringeren Stellenwert in der römischen Gesellschaft. Die überwiegende Zahl der römischen Handwerker waren Freigelassene oder ihre Vorfahren stammten aus dem Sklavenstand. Da ihnen die Möglichkeit zum Aufstieg in höhere Ämter oder angesehene Positionen normalerweise versperrt war, bot wirtschaftlicher Erfolg den einzigen Weg, gesellschaftlich etwas höher zu kommen.
Außer dem Beruf des opifex (Handwerker) bezeichnet Cicero noch die Berufe des portitor (Zöllner), des fenerator (Geldverleiher), des mercenarius (Tagelöhner) und den des cetarius (Seefischhändler) als "sordidus" (schmutzig).
Viele Berufe, besonders die mit handwerklichen Tätigkeiten, waren durch Berufsvereinigungen (collegia) organisiert. Sie glichen unseren heutigen Gewerkschaften und sollten den Handel stärken und die beruflichen Interessen ihrer Mitglieder vertreten.
Die römische Oberschicht war stolz darauf, nur von den Einkünften ihrer Ländereien zu leben. Sie bekleideten im Wechsel zivile und militärische Ämter.
Nicht unerwähnt bleiben darf schließlich der Anteil von Sklaven an der römischen Arbeitswelt. Sie waren in allen denkbaren Tätigkeitsbereichen beschäftigt. Es gab zum Beispiel sowohl Bergwerksarbeiter als auch Ärzte unter ihnen. Freie und unfreie Arbeit fand in allen Erwerbsbereichen neben- und miteinander statt. Dies trifft besonders auf den Agrarsektor zu. 
Es gab aber auch kleine Bauernhöfe, die von freien Familien bewirtschaftet wurden. Diese starben jedoch in Folge von Strukturumwandlungen - vermehrte Sklavenarbeit und zunehmender Großgrundbesitz - mehr und mehr ausEinige verbreitete Berufe der römischen Kultur:

 

Der Bauer:

 

Der am ausgeprägteste Berufszweig der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. Zum einen gehörten die dazu, die ihren Hof bewirtschafteten, und zum anderen die Großgrundbesitzer.
Es wurde Getreide, Gemüse (z.B. Erbsen, Linsen, Kohl, Möhren, Sellerie), Obst (z.B. Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen) und Gewürzkräuter (z.B. Petersilie, Fenchel, Koriander, Dill) angebaut. Auch Tierhaltung wurde verbreitret betrieben. Dies kann bewiesen werden durch Funde von landwirtschaftlichen Geräten wie Pflugscharen für den Ackerbau, Wetzsteine, Haken zum Verladen von Heuballen, Spaten, Flach- und Ziehhacken für den Gartenbau.
Jedoch durch Zunahme von Großgrundbesitz wie der Sklaverei verschwanden  viele Kleinbauernhöfe. Der Berufszweig der Bauern genoß ein großes Ansehen in der Gesellschaft.

 

Händler:

 

Viele herstellenden Betriebe vertrieben nebenbei ihre eigenen Produkte. So kam es, dass die meisten Handwerker auch zugleich Händler waren. Ihre Werkstätten fungierten als Produktions- und Verkaufsraum in einem. Es gab jedoch auch richtige Händler, die Waren einkauften und an anderen Orten wieder verkaufeten. So waren Waren zu wählen und deren Transport zu organisieren. Gehandelt werden konnte mit jeglicher Ware, zum größten Teil wurden Grundnahrungsmittel zum Verkauf angeboten.

 

Schiffer:

 

Oft waren die Transporte von Waren auf dem Landwege zu teuer als auf dem Meer oder dem Fluss. So konnten große Lasten, besonders Baumaterialien wie z.B. Steine, mit einer gewissen Geschwindigkeit und Kostenaufwand sicher überbracht werden. Hierfür benötigte man fachkundige Personen, den Schiffer.
Man unterschied die nauta (Binnenschiffer) und die navicularii (Hochseeschiffer).
Binnenschiffer beinhalteten oft die Kombination von Transportunternehmer und Schiffer.

 

Metzger:

 

Allgemein war das Fleischerhandwerk in den oberen Schichten nicht sehr angesehen, obwohl sie ebenfalls abhängig davon waren. Zu diesem Beruf gehörte die Annahme des Viehs, die Schlachtung und deren Verarbeitung.

 

Schuhmacher:

 

Allgemeines Schuhwerk wie Sandalen, Schuhe un Stiefel für jeglichen Zweck wurden von dem Schuhmacher angefertigt. Auch waren sie zur Ausstattung der großen Zahl von Soldaten zuständig. Gut erhaltene Funde zeigen Sandalen mit Ledersolen, die mit Nägeln beschlagen worden sind. Das Schuhwerk war ebenfalls ein Statussymbol, ähnlich der Kleidung.

 

Unterhaltungskünstler:

 

Unterhaltungskünstler benötigte man im römischen Circus, dem Theater, im Amphitheater. Hier fanden Tierhetzen, Gladiatorenkämpfe und Seeschlachten (die Amphitheater, wie auch das römische Kolosseum konnten überflutet werden).
Im Theater wurden neben griechischen und frühen lateinischen Klassikern aktuelle und derbe Komödien, Possen und Pantomimen aufgeführt. Dabei wurden grundsätzlich Masken getragen, die bestimmte Rollen darstellten.Gesellschaftlich war man nicht sehr angesehen, konnte man jedoch trotzdem zu gutem Geld kommen.

 

Lehrer:

 

Der größte Teil der Bevölkerung war lese- und schreibkundig. So gab es einige Schulen, die allgemein in der Öffentlichkeit arbeiteten und oft in Ladenlokalen oder ähnlichen öffentlichen Gebäuden stattfanden. Es gab keine Schulpflicht.
Die Bildung war reine Privatsache und musste selbst finanziert werden, also nicht aus finanziellen Gründen für jedermann möglich. Daher wurden auch Lehrer eher schlechter bezahlt.
Der Unterricht begann früh des Morgens, zur Winterzeit in der Dunkelheit, dauerte bis zu einer Mittagspause an und ging dann weiter. Den Elementarunterricht erteilte der ludi magister.
Im Alter von 11 bis 12 Jahren war die Schulzeit für die meisten römischen Kinder beendet. Danach konnten viele einigermaßen rechnen und lesen.
Oft war ein Problem, dass Schüler unterschiedlicher Altersklassen zusammen unterrichtet wurden. Wohlhabendere Leute hatten gelehrte Sklaven (oftmals aus Griechenland) als Lehrer ihrer Söhne. Hiernach folgte ein weiterführender Unterricht, der auch griechische Texte vermittelte.
Männer ab dem 17. Lebensjahr hatte die Möglichkeit bei einem Rhetor unterrichtet zu werden.Dort erlernten die Schüler die für die gehobene gesellschaftliche Stellung fast unabdingbare Redekunst. Diese war wichtig, um Debatten vor dem Senat zu halten und als Anwalt vor Gericht zu arbeiten.
Der Beruf des Lehrers der unteren beiden Schulstufen war wenig angesehen. Die staatliche Unterstützung beschränkte sich auf Steuerfreiheit für Lehrer.
Frauen hatten nicht ansatzweise die Rechte des Mannes. So blieben ihnen auch viele Berufe und vor allem Aufstiegsmöglichkeiten wie hohe Ämter vorenthalten. Ihre Hauptaktivitäten lagen in der Krankenpflege, dem Handeln mit Lebensmitteln, der allgemeinen Bedienung, dem Weben wie dem Schmuckgewerbe und der Keramik.

 

Feiertage und öffentliche Unterhaltungs- und Entspannungsmöglichkeiten

 

Neben allen Berufen und all der Arbeit gab es jedoch auch viele Feiertage die mit einem enormen Aufwand veranstaltet wurden.
So feierte man zur Einweihung des römischen Kollosseums 100 Tage.
Ebenfalls als hohe Feiertage galten der Loudie Romani, ein Fest, welches im September stattfand. An diesem Tag stiegen Gladiatoren gegen Löwen und Elefanten in die Arena. Dazu gab es Streitwagenrennen.
Ein anderer Feiertag fand im Juli statt, der Ausweisungstag. Wenn man an diesem Tag seine Miete nicht bezahlen konnte, wurde man vor hinausgeworfen.
Auch gab es für die Römer einige Entspannungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten in der Öffentlichkeit,wie z.B in Theatern und Amphitheatern. Die ersten entstanden gegen Ende der Republik. Sie besaßen eine halbkreisförmige Orchestra und terrassenartig ansteigende Sitzreihen (Cavea), die durch Gänge und Zwischenreihen in keilförmige Segmente und Zwischenreihen untergliedert waren. Während die griechischen Theater in natürliche Hänge eingelassen waren, wurde es durch die Entwicklung der Bogen- und Gewölbetechnik möglich, monumentale Theater, die durch ein Gerüst aus Pfeilern und Bögen gestützt wurden, auch in den Zentren der Städte zu errichten.
Die Menschen konnten durch Sonnensegel vor der Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Hier, wie auch in den übrigen Theatern konnten mit der Zeit unzählige Stücke aufgeführt werden.
Desweiteren waren Thermenanlagen, öffentlich wie auch privat, sehr beliebt. Thermen (thermae, von griechisch thermos: warm, also Warmbäder)  zählten zu den komplexesten Bauanlagen der römischen Antike. Sie bestanden normalerweise aus einigen Umkleideräumen sowie mehreren Badezimmern, welche mit heißem und kaltem Wasser versorgt werden konnten. Hierzu gab es desweiteren Einrichtungen im Sinne der Körperpflege, dem körperlichen Training und der Kontaktpflege.
Die wohl berühmteste und spektakulärste Attraktion waren die Gladiatorenkämpfe.  Gladiatorenspiele wurden von Privatleuten oder von staatlicher Seite veranstaltet, um die Gunst des Volkes zu gewinnen.
Die Gladiatoren waren Sklaven, verurteilte Verbrecher, Kriegsgefangene, in späterer Zeit auch Freie, darunter häufig Christen. Man zwang sie, das Fechten zu lernen, bildete sie in eigenen Schulen aus und ergriff besondere Maßnahmen, um sie zu disziplinieren und zu verhindern, daß sie Selbstmord begingen. 
Einem siegreichen Gladiator wurde große Anerkennung zuteil: Dichter rühmten seinen Namen, sein Porträt wurde auf Edelsteinen und Vasen verewigt, er selbst von Patrizierdamen verwöhnt, und er erhielt Gold und Geschenke als Prämie für den Sieg.Ein Gladiator, der viele Einsätze überlebt hatte, konnte zur Belohnung für seine Tapferkeit freigelassen werden.
Manchmal stiegen auch Freigelassene, römische Bürger und sogar Kaiser, wie beispielsweise Commodus, in die Arena.

 

Familienleben

 

Eine normale römische Familie bestand aus Eltern, mehreren Kindern und Sklaven, die mit Mitteln auf Märkten erworben werden konnten.
Die Frau hatte kaum Rechte, der Mann hatte Bestimmungsgewalt, nach seinem Reden musste gehandelt werden. So durfte er auch zum Beispiel seine Kinder auf den Sklavenmarkt verkaufen oder bei Streitigkeiten seine Tochter dem Kontrahenten als Frau zur Schlichtigung des Streites anbieten.
Im Normalfall waren römische Männer bis zu ihrem 18 Lebensjahr verheiratet, Mädchen oft schon mit 14.

 

Kunst und Musik

 

Die Römer waren ebenfalls zu ihren anderen kulturellen Vorzügen bewandert in der Musik.
Ihr „Hauptinstrument“ war die Flöte.
Schon 364 v.Chr. hatten sie erste Stücke für ihre Theater.
Die römische Kunst in Bereichen der Malerei, Bildhauerei und Mosaikkunst läßt sich in zwei große Abschnitte einteilen: die Kunst der Römischen Republik seit ihren ersten Anfängen (bis 27 v. Chr.) und die Kunst der römischen Kaiserzeit (27 v. Chr. bis 395 n. Chr.). Während in der Zeit vor dem 2. Jahrhundert v. Chr. eigentlich noch nicht von einer römischen Kunst gesprochen werden kann, begann mit der Erringung der Vorherrschaft über ganz Italien und den Mittelmeerraum durch die Römer der Weg zu einer eigenständigen Entwicklung. Durch Einführung insbesondere griechischer und hellenistischer Stileinflüsse, die mit Eigenschöpfungen verschmolzen, bildete sich ein spezifisch römischer Stil in den Bereichen Bildhauerei, Malerei und Mosaikkunst heraus, der zunächst in erster Linie dem Zweck diente, die politisch-militärische Macht Roms zu manifestieren. Die individuelle Leistung des Künstlers trat damit gegenüber dem Repräsentationscharakter des Kunstwerkes in den Hintergrund.

 

Trink- und Essgewohnheiten

Wenn es um Ess- und Trinkgewohnheiten der Römer geht, so stehen uns nicht nur schriftliche, sondern auch archäologische Quellen zur Verfügung.
Archäologische Ausgrabungen fördern noch heute Geschirr, Kochtöpfe und Vorratsgefässe, Bestecke, Siebe und anderes Küchengerät zu Tage. Aber auch im Orginal sind noch konservierte Essensreste zu entdecken.
Die Esskultur wurde im allgemeinen hoch geschätzt. Das Gastmahl mit Freunden hatte seine Höhepunkte nicht nur in der zubereiteten Speise, sondern auch in Form von Reden und neuen Ideen, die vorgetragen wurden.
Das Essen im eigenen Heime war oft sehr wichtig, da es keine öffentlichen Gebäude für vornehmere Geschmäcker gab. So konnte man in angenehmer Gesellschaft gut speisen. Dieses ist oft als öffentliche „Werbung“ genutzt worden, um positiv aufzufallen und um sich so zu profilieren. Das galt hauptsächliche für die Oberschicht.
Das Gastmahl war Männersache. Es kam sehr selten vor, dass eine Frau daran teilnahm.
Zum Anfang wurden appetitanregende Speisen serviert, oft zusammen mit Honigwein. Darauf folgte das meist aus drei Gängen bestehende Essen, wozu Wein serviert wurde. Der Nachtisch bestand aus Früchten, Backwerk und pikannten Speisen. Der Aufwand eines Gastmahles berief sich auf den Geldbeutel, wie auch den Anlass des Males.                                                                  

 

Frühstück im alten Rom (iantaculum)

Das Frühstück war die leichteste Mahlzeit bei den Römern, die Gewohnheiten unterschieden sich jedoch nach Art der Arbeit, Tagesablauf und soziale Stellung.
Man nahm es gewöhnlich zwischen der dritten und vierten Stunde ein ( 8-9 Uhr ). Meist wurden Brot und Käse gegessen, dazu gab es Wasser, seltener Milch oder Wein. Bei einem erweiterten Frühstück konnten auch Honig, Datteln, Oliven, Gemüse, Eier, Fisch und Fleisch auf den Tisch kommen.
Wenn man vor dem Abendessen am Nachmittag nichts weiter zu sich nahm, fiel das Frühstück reichhaltiger aus; man sprach dann vom prandium.

Mittagessen im alten Rom (prandium)

Das Mittagessen (prandium) nahm man zwischen der sechsten und der siebten Stunde ein.
Es war - wie das Frühstück - nicht sehr üppig. Bestandteile des Mahls waren Käse, Feigen, Oliven und Nüsse sowie Gemüse, Eier, Pilze und Früchte. Im Normalfall war das Mittagessen kalt, allerdings wärmte man vom Abendessen des Vortages auch gern etwas auf.
Als warme Speisen waren Pökelfleisch, Schinken und Schweinskopf üblich. Dazu trank man Wein, der oft mit Honig versetzt war (mulsum).

 

Abendessen im alten Rom (cena)

 

Die Hauptmahlzeit der Römer begann zur 9. oder 10. Stunde (zwischen 14.00 / 16.00 Uhr). Wie lange das Abendessen (cena) dauerte und welchen Umfang es hatte, hing ganz von den Umständen ab (wichtig war die gesellschaftliche Stellung).
Bis etwa zum Ende der Republik war das Abendessen weniger pompös: Man begnügte sich mit dem traditionellen Puls (Mehlbrei) und Gemüse, das meist aus preisgünstigem Kohl bestand. Der Nachtisch bestand meistens aus Obst, Wein war als Getränk üblich. Selten kam Fleisch auf den Tisch, da es teuer war und es sich nur die reichen Leute leisten konnten.
So ernährte sich die Mehrheit der Bevölkerung für unsere heutigen Massstäbe sehr gesund - nämlich vegetarisch.In der Mittel- und Oberschicht bürgerte sich in der Kaiserzeit das Dreigängemenü (tria fercula) ein. Dieses Menü kam dem Gastmahl gleich.  

 

© WWG-Latein Freitag, 20. Oktober 2000