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KRIEGSWESEN IN ROM 
Die Legion
Ausrüstung, Bewaffnung und Kenntnisse eines römischen Soldaten
Die Legion
Diese Einheit von ungefähr 5000 Fußsoldaten bildete die Hauptmacht des kämpfenden Heeres. Schild an Schild rückten die Soldaten der ersten Reihe vor; sie wurden von der zweiten Reihe
beschützt, indem sie ihre Schilde über sie hielten (Man nennt diese Form die „Schildkröte (Testudo)“. Diese Formation gewährte große Beweglichkeit. Jeder Mann gehörte zu einer Zenturie;
zwei Zenturien bildeten ein Manipel, das während der Schlacht an seiner Standarte (Signum) erkennbar war. Eine Kohorte bestand aus sechs Zenturien. Die Kohorten waren von I bis X numeriert (die erste
und angesehenste umfaßte fünf Zenturien, die mit doppelter Stärke ausgerüstet waren). Eine Legion war demnach in 10 Kohorten, 30 Manipel und 59 Zenturien aufgeteilt.
Darüber hinaus stellten 120 Reiter die Verbindung zwischen den Einheiten her. Das Legionslager war ein römisches Militärlager (lateinisch: castra).
Unterschieden werden muss zwischen der kurzlebigen Marsch- oder Belagerungslagern mit Zelten zur Zeit der Römischen Republik und dem massiv ausgebauten römischen Standlager (castra stativa)
mit Holz-, Fachwerk- oder Steinhäusern, wie es zur Verteidigung der riesigen Reichsgrenze (Limes) in der Kaiserzeit eingerichtet wurde. Polybios beschreibt im 2. Jahrhundert v. Chr. das Marschlager
für zwei Legionen (12 000 Mann) als Quadrat von rund 660 Meter Seitenlänge mit abgerundeten Ecken, umgeben von Wall und Mauer.
Grundsätzlich wurden die Lager bevorzugt im leicht erhöhten übersichtlichen Gelände in der Nähe von Gewässern, Wäldern und Wiesen zur Wasser-, Holz- und Grünfutterversorgung errichtet und
wie eine römische Stadt (colonia) vermessen. Als erstes wurde die Stelle des Stabsgebäudes mit dem Forum markiert (principia), der Sitz des
Legionskommandeurs (legatus legionis) sowie die Himmelsrichtung des Ausfalltores (porta praetoria) bestimmt und mit dem Visierinstrument (groma) die Hauptlagerachsen (cardo maximus
und decumanus maximus) eingemessen, die auf die vier Lagertore zuführen und wovon die eine die Ausfallstraße (via praetoria) und die andere die Lagerhauptstraße (via principalis) bildete. Die
parallel verlaufenden Wege dazwischen (cardines und decumani) unterteilten das gesamte Lager in breite Rechtecke (scamna) für die Zelte der Legionäre.
Begrenzt wurde das Lager mit einem zehn Meter breiten und drei Meter tiefen Graben, dessen Aushubmaterial zu einem palisadenversteiften Erdwall aufgeworfen wurde, der eine Brustwehr mit Umgang bildete.
Das ausgebaute Lager der Kaiserzeit enthielt neben den militärischen Zweckbauten u. a. einen separaten Palast für den Kommandanten (praetorium), Tribunen- und Präfektenwohnhäuser, ein
Lagerspital (valetudinarium) sowie allerlei technische Einrichtungen, beispielsweise Leitungs- und Grabensysteme zur Wasserversorgung und -entsorgung.
In der Spätantike wurde die Limescastra gedrängter und erhielt eine mächtige turmbewehrte, bis zu drei Meter dicke Mauer, die in zehn Meter Entfernung von bis zu 15 Meter breiten Gräben
eingerahmt wurde.Legionen waren wegen ihrer großen Kampfesstärkefast unersetzlich. Daher wurden zum Schlachtbeginn geringwertige Soldaten, wie auch Hilfstruppen ins Gefecht
geworfen.Siegten sie, so war es gut. Wurden sie in die Flucht geschlagen oder vernichtet, griffen die Legionen ins Kriegsgeschehen ein. Die Hilfstruppen
, Soldaten der zweiten Reihe, konnten in Infanterie-Kohorten (500 oder 1000 pro Einheit, aber in 16 oder 24 Schwadronen) und in gemischte Kohorten ( 6 oder 10 Zenturien, dazu 3
oder 6 Schwadronen ) eingeteilt sein. Sie waren nach römischen Vorbild bewaffnet und ausgerüstet (s. weiter im Text). Einige andere Völker waren einverleibt in die römischen Armeen für ihre besonderen Fähigkeiten
berühmt. Diese für die Römer als Barbaren geltenden Völker bildeten vom 2. Jahrhundert an einen neuen Typ von Einheit (numerus), der sich nicht großer Beliebtheit erfreute. Sie griffen nur ins
Geschehen ein, wenn ihre Fähigkeiten gefragt waren. Bei Belagerungen kannten die Römer ebenfalls viele unterstützende Techniken: Bewegliche
Belagerungstürme ( auf Rädern oder Balken/Stämmen ) transportierten Soldaten, die bei einer gewissen Reichweite zur Mauer über Brücken in die Stadt einfallen konnten. .
Wurfmaschinen (z.B. Katapulte) beförderten Steine, allgemeine oder brennende Last auf den Gegner. Ihr Schadenspotential war enorm. Leider fehlte dem entgegen die Zielgenauigkeit.Einfache
Wälle aus Erde, Holz oder Schilden beschützte feuernde Bogenschützen oder auf den Einsatz wartende Soldaten.
Ausrüstung, Bewaffnung und Kenntnisse eines römischen Soldaten
Die Römer kopierten ihre Uniformen von denen der besiegten Völker. Ein Soldat trug Ledersandalen, die mit Nägeln beschlagen waren. Als Rüstung
diente ihm fast immer der Lamellenpanzer (übereiandergelappte Metalllamellen), aber auch Kettenhemden waren bekannt. Darunter befand sich eine Unterkleidung, ein Hemd, welches in
einen kurzen Rock endete, wie eine Weste, die gelegentlich mit Metallschuppen bedeckt war. Sie wurde mit einem Gürtel zusammengehalten (Rekruten war das Tragen des Gürtels verboten). Als Kopfschutz
trug man einen Helm (Nachempfindung der Griechen und Gallier), der aus einer halbkugelförmigen Kappe bestand mit einem zusätzlichem Nacken- und Wangenschutz. Als Waffen
dienten das Kurzschwert (gladius aus Spanien übernommen) und der Kurzspeer (pilum von den Samniten), der als Stoß- oder Wurfwaffe einsetzbar war.
Die Schilde der römischen Truppen waren gallischem Vorbild nachempfunden. Meist waren sie rechteckig, oft oval. Sie hatten eine Halbkugel (umbo) in der Mitte des Schildes zur Abgleitung feindlicher Speere und Pfeile.
Hilfstruppen waren mit längeren Schwertern wie die der Legionäre ausgerüstet. Auch ihr Speer, eher eine Lanze, war länger als der pilum (Kurzspeer).
Daneben musste der römische Soldat noch einige Fähigkeiten und Kenntnisse haben. So er musste in der Landwirtschaft arbeiten können ( jede Einheit besaß ein Stück Land, das
bewirtschaftet werden musste ), dazu Handwerkskenntnisse ( jede Einheit mußte Ziegeln / Kacheln und Waffen herstellen, warten und reparieren ) und ebenso mit Schaufel und Pickel umgehen können
(Ausheben von Gräben, Lagerbau, Errichtung oderUntergrabung einer Mauer). Dies alles war ein Teil des Kriegshandwerks, nicht nur der Umgang mit dem Schwert. |