Kursinhalt: Molekulargenetik, klassische Genetik, Evolution Wichtige Biomoleküle in

 

1.0

Molekulargenetik

 

1.1

Nukleinsäuren, DNA/RNA

 

 1.1.1
 1.1.2
 1.1.3 

DNA als Erbsubstanz
Aufbau der DNA: Bausteine, Basenpaarung, Doppelhelix, Nachweis, Transformation
Aufbau und Vorkommen der RNA

 

1.2

Informationsweitergabe; Replikation und Mitose

 

 1.2.1
 1.2.2 

Zellzyklus, Mitose, Struktur des Metaphasenchromosoms; vegetative Vermehrung, Klonierung
Semikonservative Replikation; Zentrifugation

 

1.3
 1.3.1
 1.3.2

Proteinbiosynthese; Transkription, Translation
Realisierung der genetischen Information; Transkription, Reifung der m-RNA,
Genetischer Code, Codone, Codogene, Anticodone, Ribosomen, Translation, Proteinsynthese,
Signalhypothese

 

1.4
 1.4.1

Mutationen, Mutagene
Genmutation, Ursachen und Auswirkungen von Basenmutationen, DNA-Reparatur

 

1.5
 1.5.1
 1.5.2
 1.5.3

Genetik von Bakterien und Viren
Bakteriengenom, Regulation der Genaktivität, Konjugation und Rekombination bei Bakterien, Plasmidübertragung, Antibiotikawirkung und Resistenz
Bau und Vermehrung von Viren, Transduktion

 

1.6
1.6.1

Gentechnologie
Plasmidtransfer, Restriktionsenzyme, Klonierung, DNA-Hybridisierung, Gentechnik bei Pflanzen, Transgene Organismen, Probleme

 

1.7

Glossar Molekulargenetik

Biomoleküle in

Biomoleküle in 3D

Quellen zu 3D-Molekülanimationen Online

 

Biomoleküle

http://www.nyu.edu:80/pages/mathmol/library/life/life.html

 

Biochemie

http://colossus.chem.indiana.edu/supplement.html

 

Molekülanimationen

http://www.leeds.ac.uk/bionet/animation/mol_anim.htm

 

Molekül-Museum

http://topaz.kenyon.edu/depts/bmb/chime/gallery.htm

 

KH, Nukleotide etc.

http://c4.cabrillo.cc.ca.us/

 

Index Biomoleküle:

http://www.umass.edu/microbio/rasmol/tutbymol.htm
http://www.umass.edu/microbio/rasmol/edsites.htm

 

Molekül-Daten für Chime:

http://www.umass.edu/microbio/rasmol/whereget.htm

 

Daten für Molekulargenetik

http://ndbserver.rutgers.edu/NDB/NDBATLAS/index.html

 

Enzym-Daten:

http://molbio.info.nih.gov/cgi-bin/pdb/doc/mrus/searching.html

 

Protein-Daten:

http://scop.mrc-lmb.cam.ac.uk/scop/data/scop.1.html

 CHIME-Support: http://www.mdli.com/support/chime/chimefree.htm

 

 

1.1 Nukleinsäuren, DNA = Desoxyribonukleinsäure Teil I

1.1.1 DNA als Erbsubstanz

Aus der Zellbiologie in Klasse 11 wissen wir, daß in den Zellkernen, Mitochondrien und Chloroplasten der eukaryontischen Zellen, in Bakterien und einigen Viren der Stoff DNA (=Desoxy-Ribonuklein-Säure) enthalten ist. (frühere Bezeichnung: DNS, heute international DNA wegen -acid (= Säure); englisch: DeoxyriboNucleic Acid).

Darin ist die Erbinformation der Zelle gespeichert. Diese Erkenntnis verdanken wir Oswald Avery (1877-1955), einem in Kanada geborenen amerikanischen Bakteriologen und Physiker, der 1944 nachwies, daß die genetische Information einer Zelle aus DNA besteht. Bis dahin vermuteten die Biologen, daß die Erbinformation in Proteinen verborgen liegt.

Die Geschichte der DNA geht bis auf das Jahr 1868 zurück, als der junge schweizer Wissenschaftler Friedrich Miescher (1844-1895) aus Zellkernen eine neue Substanz isolierte, die er Nukleinsäuren nannte. 2 Jahre zuvor hatte ein österreichischer Mönch namens Gregor Mendel in Brünn durch Experimente mit Erbsen die Regeln der Vererbung gefunden.
Dies war der Beginn der Genetik als Wissenschaft. Beiden Entdeckungen wurde mehrere Jahrzehnte wenig Beachtung geschenkt, bis 1900 Correns, Tschermak und deVries die Mendelschen Regeln wiederentdeckten.

Um 1920 wurde nachgewiesen, daß die stark färbbaren Chromosomen des Zellkerns DNA enthielten. (siehe links)

 

Die molekulare Genetik begann eigentlich erst mit der Entdeckung Averys 1944. Seit damals entstand auch eine neuer Zweig der Biologie, die Molekularbiologie. 1958 gab es auch den ersten Nobelpreis in diesem Bereich für Tatum, Beadle und Lederberg u.a für Erforschung der Erbinformation bei Bakterien.

Die molekulare Struktur der DNA erkannte zunächst P.A. Levene, 1920, der die grundlegende Zusammensetzung aus organischen Basen, Zucker und Phosphorsäure nachwies, die räumliche Struktur der DNA wurde 1953 von Watson und Crick aufgeklärt (Nobelpreis 1962).

F.H.C.Crick --- J.D. Watson 1962

Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Stationen der Genetikgeschichte:

Zusammenfassung:

Die Erbinformation der Eukaryonten ist in den Chromosomen der Zellkerne enthalten, die genetische Information der Bakterien liegt in einem ringförmigen Chromosom vor, die der Viren frei als Strang vor.

Die Information für die Merkmale ist in Genen gespeichert. Gene sind Abschnitte auf der DNA.

 

links sind die 46 menschlichen Chromosomen einer Zelle zu sehen.

Anmerkung: Die kurze, relativ dicke Stäbchenform der Chromosomen ist nur während der Metaphase der Zellteilung zu sehen, ansonsten sind die Chromosomen lange Fäden; man nennt Sie dann Chromatinfäden.

Links ist der DNA-Faden eines Virus zu sehen (Phage P2; Phagen sind Viren, die Bakterienzellen befallen).

Lebewesen haben je nach Komplexität ( Einzeller/Vielzeller) Hunderte bis Tausende von Merkmalen. Deshalb muß das Speichermolekül DNA riesige Ausmaße haben, also ein Makromolekül sein.

Nachfolgend ist die DNA-Menge (Chromosomen) von Zellen einiger Organismen aufgelistet.

Man bezeichnet alle Chromosomen einer Zelle als Genom.

Organismus

Chromosom(en) /Zelle

Bakterien

1 + einige kleine DNA-Ringe (= Plasmide)

Drosophila

8

Plasmodium falciparum, Malaria-Erreger (Einzeller)

14, ca. 6500 Gene

Reis

24

Maus

40

Mensch

46

Schimpanse

48

Rind

60

Pferd

66

Hund

78

1.1.2 Aufbau der DNA

Die DNA ist wie alle Makromoleküle aus Bausteinen aufgebaut. Sie übertrifft allerdings in der Kettenlänge und Bausteinanzahl alle bisher besprochenen Riesenmoleküle.

Makromolekül

Anzahl der Bausteine/Molekül

Proteine z. B. das Enzym Katalase

753 Aminosäuren

Kohlenhydrate wie Stärke (Amylopektin/Amylose)

- 4000 Glucose-Einheiten

DNA Chromosom1 (Mensch)

250 Millionen Nukleotide

Man nennt die Bausteine der DNA Nukleotide. In der DNA findet man wie bei den Proteinen eine grundlegende Struktur (=Primärstruktur) und eine spezielle räumliche Struktur (= Sekundärstruktur). Zunächst wollen wir die Primärstruktur besprechen.

Jedes Nukleotid besteht seinerseits aus 3 Bestandteilen:

  • einer organischen Base (B)
  • einem Monosaccharid (Pentose) (Z)
  • Phosphorsäure (P)

Man hat 4 verschiedene Basen in der DNA gefunden: Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (T). Die Nukleotide sind in 2 Ketten (Strängen) angeordnet, die sich einander gegenüberliegen und gegenläufig sind. Dabei paaren sich immer die gleichen Basen (= Basenpaarung). Die Sequenz der Nukleotide (und damit der Basen) ist aperiodisch. Es stehen sich immer Adenin und Thymin - und Guanin und Cytosin gegenüber.

Die Kettenlängen der DNA verschiedener Organismen sind nachstehender Tabelle zu entnehmen.

Organismus

Bausteine

Hefe Chromosom 3

350 Tausend

Escherichia coli (Bakterium) 1 DNA-Ring

4.6 Millionen

größtes bekanntes Hefe-Chromosom (1/99)

5.8 Millionen

gesamtes Hefe-Genom

15 Millionen

kleinstes menschliches Chromosom (Y)

50 Millionen

größtes menschliches Chromosom (1)

250 Millionen

gesamtes menschliches Genom

3 Milliarden

 

Da es 4 verschiedene Basen gibt, kennt man 4 unterschiedliche Strukturformeln der Nukleotide:

Links ist das Nukleotid dAMP zu sehen, mit dem vollen Namen 2 - Desoxy-Adenosin-Monophosphat. Die Phosphorsäure ist in 5´-Stellung mit der 2-Desoxy-Ribose verbunden. Die in der DNA vorkommende Pentose ist eine Ribose, der der Sauerstoff in Position 2 fehlt. Die organische Base in der Abbildung links ist Adenin, ein Abkömmling des Purins. Die Base ist in 1´-Stellung mit der 2-Desoxy-Ribose verbunden.

Eine Verbindung von Base und Zucker bezeichnet man als Nukleosid, also hier Adenosin.

Diese Basen sind alle aromatische Heterozyklen, also Aromaten,die im Ring statt C noch andere Atome, in diesem Fall N haben.

AMP

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Die freien Elektronenpaare der N-Atome sorgen für die Basizität dieser Stoffe.

Die anderen Nukleotide unterscheiden sich demnach nur durch das Vorkommen anderer Basen. Links sind alle Basen der DNA abgebildet. Das Nukleotid mit Guanin nennt man 2-Desoxy-Guanosin-Monophosphat (dGMP).


Auch Guanin leitet sich vom Purin ab.

Die restlichen Nukleotide mit den Basen Thymin heißen

2-Desoxy-Thymidin-Monophosphat (dTMP)

und mit Cytosin

2-Desoxy-Cytidin-Monophosphat (dCMP).

Die Basen Cytosin und Thymin leiten sich vom aromatischen Heterozyklus Pyrimidin ab, deshalb werden sie auch Pyrimdinbasen genannt im Unterschied zu Adenin und Guanin als Purinbasen.

Alle Nukleotide sind Verwandte der Energieträger wie AMP/ADP/ATP oder GMP/GDP/GTP. ATP und GTP sind aus der Dissimilation bekannt.

Weiterführende Quellen:

Genetik- Onlinekurs

http://gslc.genetics.utah.edu
http://www.ornl.gov/hgmis/publicat/primer/intro.html

Einführung in die DNA-Struktur
Animationen

http://www.bis.med.jhmi.edu/Dan/DOE/intro.html
http://vector.cshl.org/resources/BiologyAnimationLibrary.htm
http://web.jjay.cuny.edu/~acarpi/NSC/12-dna.htm

Isolierung der Chromosomen aus Speicheldrüsen

http://gslc.genetics.utah.edu

Isolierung von RNA

http://www.dartmouth.edu/artsci/bio/ambros/protocols/MGH_protocols/ koelle_prot/X0014_worm_RNA_prep.html

Isolierung der DNA aus Würmern

http://www.dartmouth.edu/artsci/bio/ambros/protocols/MGH_protocols/ Worm_genomic_DNA.html

Gelelektrophorese

http://www.mahidol.ac.th/mahidol/sc/scbc/electrophoresis.html
http://www.uni-giessen.de/~gh43/electrophoresis.html

DNA-Fingerprint

http://www.fi.edu/qa98/biology/biopoint6.html
http://www.biology.washington.edu/fingerprint/dnaintro.html

RNA

http://www.iacr.bbsrc.ac.uk/notebook/courses/guide/rnast.htm

Nukleotide

http://www.med.unibs.it/~marchesi/nucleic.html

Nukleolus

http://cellbio.utmb.edu/cellbio/nucleus3.htm