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Kulturelle Evolution
Neben der biologischen Evolution entwickelten sich seit der Gattung
Homo kulturelle Techniken, die ihm erlaubten, erfolgreicher in der Nahrungsbeschaffung
und im Kampf gegen Feinde zu sein. Dies kann besonders an folgendem abgelesen
werden.
- Die Anfertigung und der Gebrauch von Steinwerkzeug
- Neue Formen der Nahrungsbeschaffung und Zubereitung
- Die Besetzung neuer Lebensbereiche
Erste Werkzeuge
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Obwohl von einige Schimpansen bekannt
ist, daß sie Werkzeug einsetzen, ist nie beobachtet worden,
daß sie diese systematisch formten, um besser damit arbeiten
zu können. Das erste Steinwerkzeug ist
von Homo habilis bekannt vor 2,5- 2,6 Millionen Jahren. (siehe
rechts) |
Sie nutzten bearbeitete Steine
als Hammer- und Grabwerkzeug und um Tiere zu zerlegen.
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1 Million Jahre später konnte man
bei Homo erectus Steinäxte
finden mit präzise geformten Steinen. (siehe
rechts)
Je jünger die Fundstätten, desto zahlreicher ist das Werkzeug.
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Ernährungsgewohnheiten
Die mehrere Tausend Australopithecines waren hauptsächlich Sammler
von Pflanzen und Früchten und ernährten sich nur gelegentlich
von Fleisch. Homo erectus jagte systematisch. Dies konnte man an den Resten
der Funde in Zhoukoudian, China sehen, die aus Knochen von Schweinen,
Schafen, Rhinozerossen Büffel und Hirschen bestanden. Auch Skelettteile
von kleinen Tieren wie Vögeln, Schildkröten, Hasen und Fischen
fand man genauso wie Reste von Muscheln. Daneben ernährten sie sich
ebenfalls von größeren Mengen Pflanzlicher Nahrung.
Besiedlung gemäßigter Zonen
Mit der kulturellen Entwicklung des Homo erectus begann eine neue Phase
der Evolution, in der natürliche Selektion durch kulturelle Erfindungen
verändert wurde. Deshalb nennt man diese Entwicklung auch Biokulturelle
Evolution. Kultur kann die Richtung der menschlichen Evolution
beeinflussen, indem sie nichtbiologische Lösungen auf Umwelteinflüsse
erzeugt. Dies reduziert die Notwendigkeit, mit genetischen Änderungen
auf Umwelteinflüsse zu reagieren. Normalerweise verursacht die natürliche
Selektion zusammen mit zufälliger Mutation bei der Besiedlung neuer
Areale Evolution.
Homo erectus war die erste menschliche
Spezies, die ihren Lebensbereich in gemäßigte Zonen mit kalten
Wintern ausdehnte. Dies geschah vor mindestens 400,000
Jahren in Asien und vor etwa 800,000
Jahren in Europa (siehe oben).
Eine der wichtigsten Errungenschaften war die Nahrungsquelle Fleisch,
als Ergebnis des Jagens und die Konservierung für die winterliche
Ernährung.
Normalerweise reagiert die Evolution auf die Besiedlung von gemäßigten
Zonen mit kalten Wintern mit der Anpassung durch isolierendes Unterhautfettgewebe
und Behaarung. Homo erectus erreichte offensichtlich dasselbe durch Höhlenunterkünfte
und Fleisch als Nahrungsquelle.
Durch ihre Intelligenz und ihr akkumulierendes Wissen blieben sie im
Wesentlichen tropische Tiere. Die natürliche Evolution schritt weiter
in Richtung größeres Gehirnvolumen und Intelligenz voran.
Dieses Muster der Veränderung der natürlichen Selektion durch
die Kultur beschleunigte sich mit dem modernen Menschen.
Frühe Archaische Homo sapiens und ihre Zeitgenossen
Die Evolution von Homo erectus zum modernen Menschen
verlief wohl über mehrere 100 000 Jahre zunächst in Südeuropa
und Nordwestafrika vor mindestens 600,000 Jahren. In anderen Teilen der
alten Welt fand diese Entwicklung eher vor ca. 400 000 Jahren statt.
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Der Übergang
zu unserer heutigen Spezies Homo sapiens war erst vor ca. 100,000
Jahren beendet. Manche Paläoanthropologen ordnen die älteren
Populationen in Europa und Afrika einer eigenen Spezies zu: Homo
heidelbergensis. Vor ca. 300,000 Jahren entwickelten
sich einige dieser Population zu den Neanderthalern
wieder andere zum archaischen
Homo sapiens.
Vor ca. 100,000 fand die Entwicklung der späten archaischen Homo
sapiens zum modernen Homo sapiens
statt. |
Mindestens in einem Bereich in Südostasien
lebten einige Homo erectus-Menschen bis vor 60 000 Jahren.
Überreste des archaischen Homo sapiens hat man überall in Europa,
Afrika und Asien gefunden. Inwieweit zwischen diesen verstreuten Populationen
Austausch herrschte ist unklar.
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Wichtige
Fundstätten früher Archaischer Homo sapiens
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Fundstätte |
Jahre
zuvor
(ca.) |
Gehirnvolumen
( in ccm) |
| Afrika: |
Lake Ndutu (nahe Olduvai
Gorge) |
400,000?
|
1100 |
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Broken Hill (Kabwe), Sambia |
130,000+
|
1285 |
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| China: |
Dali, Shaanxi Provinz |
230-180,000
|
1120-1200 |
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Jinniushan, Liaoning Provinz |
200,000
|
1260 |
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| Europa: |
Arago Cave, Frankreich |
400-300,000?
|
1150 |
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Bilzingsleben, Deutschland |
425-200,000
|
----- |
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Terra Amata, Frankreich |
400,000
|
----- |
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Petralona Cave, Griechenland |
300-200,000?
|
1190-1220 |
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Steinheim, Deutschland |
300-250,000?
|
1100 |
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Swanscombe, England |
300-250,000?
|
1325? |
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Vértesszöllös, Ungarn |
210-160,000?
|
1115-1434 |
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Neanderthaler
Die am besten bekannten archaischen Homo sapiens waren die Neanderthaler.
Aus DNA-Analysen schließt man, daß sie eine Seitenlinie der
Hominidenentwicklung darstellen.
Sie lebten hauptsächlich in Europa von vor mindestens 130,000 Jahren
bis mindestens vor 29,000 Jahren. In den letzten 150 Jahren gab es eine
Menge Diskussion über diese Urmenschen, die bis heute weitergehen.
Manche Forscher zählen sie zu einer eigenen Spezies: Homo
neanderthalensis, andere halten sie für eine andere
Rasse unserer Spezies: Homo sapiens neanderthalensis.
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Die ersten Skelettteile fand man schon in der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts in ganz Europa, unter anderem im
Neanderthal bei Düsseldorf. Danach wurden sie benannt.
Die Neanderthaler besaßen allgemein einen stärkeren
Knochenbau und hatten kräftigere Muskeln als der
moderne Mensch. Im Vergleich zu den heutigen Europäern waren
sie jedoch relativ klein (ca. 1,50 m) Aufgrund ihrer starken
Beinknochen kann man schließen, daß sie gute Läufer
waren. Ihre Schädel waren ziemlich tief im Vergleich zu unseren,
begleitet von einer flacheren Stirn.
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Zusätzlich besaßen sie große Brauen und Nasen
jedoch nicht das dem modernen Menschen eigene Kinn.
Unten sehen Sie einen Vergleich der Gehirnvolumina verschiedener
Hominiden.
Bei einigen Neanderthalern wurden größere Gehirnvolumina
gefunden.
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| Vergleich
der Gehirnvolumina |
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Bereich
(cm2) |
Mittelwert
(cm2)
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| Schimpansen |
300-500
|
---- |
| Australopithecines |
413-530
|
---- |
| Homo
habilis |
500-750
|
---- |
| Homo
erectus |
800-1250
|
1000 |
| Neandertaler |
1300-1750
|
1400 |
| moderner
Homo sapiens |
900-2300
|
1345 |
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Die Neanderthaler waren Jäger, die oft in Höhlen wohnten, ihre
Toten rituell begruben und künstlerisch tätig waren (in Slovenien
wurde eine ca. 60 000 Jahre alte Flöte aus Bärenknochen gefunden).
Sie benutzten wie schon Homo erectus Feuer und bauten Hütten.
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