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Hadean nennt man das Zeitalter von der Entstehung der Erde bis vor 3,8 Milliarden Jahre. Hier fand im Wesentlichen die physikalische und chemische Evolution statt. Die physikalische Evolution haben wir schon zuvor besprochen. (Zur physikalischen und primären chemischen Evolution siehe auch hier.) Die biologische Evolution beginnt ab dem Auftauchen der ersten Zellen vor ca. 3,7 Milliarden Jahren. Zuvor müssen die typischen organischen Moleküle einer Zelle, wie Proteine, Fette und Nukleinsäuren entstanden sein. Zu Beginn der 50er Jahre machte Stanley L. Miller an der University of Chicago, ein Experiment, das uns verstehen läßt, wie zu Beginn der Erdgeschichte in dieser lebensfeindlichen Umgebung aus anorganischen Stoffen organische enstehen konnten.
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Viele Wissenschaftler stellen sich vor, daß so ähnlich in den Urozeanen (= Ursuppe) unter Einwirkung von UV, Hitze und anderen Energiequellen die bedeutsamen organischen Stoffe wie Proteine, Nukleotide und Lipide entstanden sind. Die Erde war inzwischen so abgekühlt, daß diese Substanzen auch stabil blieben. Irgendwann wurden Proteine und Nukleotide von Lipidmembranen eingeschlossen, die ersten Zellen bildeten sich. |
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Diese konnte man experimentell noch nicht nachvollziehen. Es gab dazu allerdings interessante Experimente wie z. B. folgendes:
Der chemische Ursprung des Lebens könnte in 4 Stufen abgelaufen sein:
Dieser Prozess hat mindestens 100 Millionen Jahre gedauert. * Man hat 1980 festgestellt, daß RNA katalytische Aktivität bestitzt und sich selbst replizieren kann. In Gegewart von Zink bilden sich Nukleotidketten mit einer Kettenlänge von 40. Der Urorganismus auch Protobiont genannt muß anaerob, hyperthermophil, halophil und chemolithoautotroph gewesen sein, (Reduktion von H2 und Schwefel, Kohlenstofffixierung mit CO2). Solche Organismen hat man in den letzten Jahren aus heißen Quellen isoliert. Die Urorganismen waren also Prokaryonten und die Photosynthese wurde schon relativ früh erfunden. Cyanobakterien sind dazu in der Lage. Leben konnten die Wissenschaftler bisher allerdings synthetisch nicht erzeugen. So bleibt auch die Entstehung von Zellen damals vor ca. 3,7 Milliarden Jahren im Dunkeln. Theorie sich selbst organisiernder Materie (Eigen 1971) Nach dem Nobelpreisträger
Manfred Eigen (1971) entstand Leben aus dem molekularen Chaos der Ursuppe
durch sogenannte autokatalytische Hyperzyklen
(molekulare Selbstorganisation).
Eigen wies nach, daß Leben durch als Resultat von Ausleseprozessen
im molekularen Bereich aufgefaßt werden kann. Er beobachtete bei
der Untersuchung von Enzymreaktionen, dass sich in einer nuklein- und
aminosäurehaltigen Lösung zunächst spontan autokatalytische
Prozessstrukturen ausbildeten. Auf einer höheren Stufe der Entwicklung
schliessen sich mehrere solcher autokatalytischen Strukturen zu einem
sogenannten Hyperzyklus zusammen. Dieser ist dann vor allem zur
Korrektur von Replikationsfehlern und somit zur Erhaltung und Weitergabe
komplexer Infos befähigt. "Schwächere" Hyperzyklen
mutieren entweder vorteilhaft, oder sie fallen auseinander, und aus den
freiwerdenen Bausteinen bilden sich neue Hyperzyklen mit neuen Eigenschaften.
Nach Eigen verlief die Evolution zum Leben in 3 Phasen:
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| Präkambrium: Archaikum (3,8 Milliarden Jahre - 2,5 Milliarden Jahre) | |
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Das Archaikum ist die Zeit, in der die ersten Zelle entstanden. Die Erdatmosphäre bestand aus Methan und Ammoniak, also toxischen Gasen für die Lebewesen unserer Zeit. Die Erdkruste war genügend abgekühlt, daß sich die Landmassen bildeten.
Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Fossilien. Es sind Cyanobakterien in präkambrischem Gestein aus Australien. Sie sind 3,5 Milliarden Jahre alt. (siehe unten ELMI-Aufnahmen)
Überhaupt findet man aus dieser Zeit nur Bakterien als Fossilien z. B in Australien oder Südafrika als Stromatolithe.(siehe Bild unten links; Stromatolith aus China, 2 Milliarden Jahre)
Stromatolithen sind steinartige Strukturen, die durch Kolonien von Cyanobacterien entstehen. Diese sind von einer schleimigen Schicht umgeben, in die Kalkstein aus dem Untergrund gebunden wird (siehe unten links). Auf diese Weise entstehen Schichten. Man findet sie heute noch z. B. in Australien (siehe oben rechts) und bezeichnet sie auch als lebende Felsen. Sie wachsen ca. 1mm pro Jahr. Im Präkambrium waren diese Bakterien für den ersten Sauerstoff der Atmosphäre verantwortlich.
Oben rechts ist der Kona Dolomit (Michigan, USA) zu sehen, der 2.2 Milliarden Jahre alt ist.
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| Präkambrium: Proterozoikum (2,5 Milliarden Jahre - 544 Millionen Jahre) | |
Das Proterozoikum ist das Zeitalter von 2,5 Milliarden Jahre bis 544 Millionen Jahre. Von dieser Zeit sind größere Zellen wie die Cyanobakterien als Fossilien erhalten. Ab ca. 1,9 Milliarden Jahren findet man eukaryontische Zellen. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre war nun auf ca. 3% angewachsen. Ab einer solchen O2-Konzentration ist der eukaryontische Stoffwechsel möglich. Wie die eukaryontischen Zellen entstanden sein könnten hat 1981 die Biologin Lynn Margulis mit ihrer Endosymbiontentheorie vorgeschlagen. Diese Theorie ist inzwischen allgemein anerkannt. Danach sind die größeren eukaryontische Zellen dadurch entstanden, daß verschiedene prokaryontische Zellen mit speziellen Eigenschaften fusioniert sind. Dabei hat einen Wirtszelle (wie z.B. ein primitiver anaerober Eukaryont wie Giardia) einen prokaryontischen autotrophen Spezialisten (Cyanobakterium) als Chloroplast aufgenommen und eine andere prokaryontische Zelle, die auf die ATP-Produktion spezialisiert war als Mitochondrium. Dafür sprechen im Wesentlichen 3 Argumente:
Ähnlichkeiten zwischen Mitochondrien/Chloroplasten und Prokaryonten: |
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Vor ca. 650 Millionen Jahren tauchten die ersten Vielzeller auf. Man nennt sie nach ihrem ersten Fundort in Australien "Ediacara Biota". Später fand man sie auch in anderen Erdteilen wie. z. B Kanada. Sie scheinen alle realtiv große Oberflächen gehabt zu haben und lebten in flachen, energiereichen oft eisenhaltigen Umgebungen. Unten sind Fossilien aus den Hügeln von Ediacara abgebildet.
Unten links ist ein Fossil aus dem Nordwesten Kanadas zu sehen: Windermeria aitkeni. Es ist ein segmentiertes Fossil, ca 2 cm lang und viel kleiner als die in Australien gefundenen. Vielleicht besaßen sie deshalb ein so große Oberfläche um den wenigen Sauerstoff besser absorbieren zu können. |
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In dieser Zeit waren Bakterien und
Grünalgen weit verbreitet. Bei den hier gezeigten Fossilien ist man
sich man sich über die Zuordnung nicht im Klaren. Waren es Flechten, Algen, Protozoen, Würmer oder sogar eine eigene Gruppe? Jedenfalls deutet vieles auf die ersten Tiere hin, die wie Seeanemonen oder Würmer (siehe Helminthopsis links) aussahen. |
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Weiterführende Quellen:
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