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Antibiotika sind Stoffe, die entweder das Wachstum von Bakterien hemmen oder sie abtöten. Enstprechend unterscheidet man Bakteriostatika (= Wachstum hemmende) und Bakterizide (= Bakterien tötende) als Antibiotika. Bakterizide blockieren einen Stoffwechselvorgang in den Bakterien, der lebensnotwendig ist. Da dies auf verschiedene Weisen geschehen kann, gibt es viele verschiedene Antibiotika mit diesem Wirkmechanismus. Bakteriostatika töten primär keine Zellen, sondern hindern sie daran, sich zu vermehren. An der Wachstumshemmung sterben sie dann ebenfalls. Zur Bearbeitung diese Kapitels soll auf den Abschnitt "Bakterien" im Biokurs Klasse 12 hingewiesen werden. Historische Entwicklung
Penicillin tötet zielsicher nur Bakterienzellen und keine eukaryontischen Zellen. Man spricht von selektiver Toxozität. Die toxische Wirkung ist nachfolgend bei E.Coli dargestellt. (30 Minuten Inkubation in Penicillin; die Bakterien verlängern sich, können sich aber nicht teilen und sterben. ) Beinahe sofort nach Einführung des Penicillins in Deutschland in den 50er Jahren wurde die Resistenz einiger Stämme der Staphylokoccen entdeckt. Heute sind 80% aller Staphylococcus aureus-Stämme resistent. Überraschenderweise hat Streptococcus pyogenes bis heute keine volle Resistenz entwickelt, deshalb ist Penicillin immer noch in vielen Fällen wirksam. Im Gegensatz dazu ist Penicillin gegen Gram-negative Bakterien wie Salmonella, Shigella, Bordetella pertussis, Yersinia pestis, Pseudomonas nicht wirksam, mit Ausnahme von Neisseria gonorrhoeae. (siehe Biokurs Klasse 12, Bakterien) Dies kommt daher, daß eine Außenmembran das Eindringen von Penicillin bei Gram- Bakterien verhindert (siehe unten). Nach dem 2. Weltkrieg kamen neue Antibiotika wie Streptomycin, Chloramphenicol, und Tetracycline auf. Die neuen Antibiotika waren gegen Gram (+) und Gram (-) Bakterien wirksam, genau so wie gegen intrazelluläre Parasiten und den Tuberculosis Bacillus. Heute gibt es halbsynthetische und vollsynthetische Antibiotika der 3. Generation mit spezifischem Wirkungsmechanismus gegen bestimmte Erreger. Man kennt derzeit über 8000 Antibiotika. Weltweit werden 100 000 Tonnen/Jahr produziert, ein Markt von 17 Milliarden DM.
Ursprünglich sind die Antibiotika Naturstoffe hauptsächlich von Pilzen und Bakterien produziert. Der Schimmelpilz Penicillium wurde oben schon vorgestellt. Auch Cephalosorium gehört zu den echten Schlauchpilzen, die sich durch Abschnürung von Conidiosporen (siehe oben) vermehren und eine große Zahl verschiedener Antibiotika produziert. Weiterhin sind noch die Aktinomyceten, eine Bakteriengruppe mit fädigem Geflecht zu erwähnen (siehe unten Streptomyces).
Antibiotika werden nach ihrem chemischen Aufbau in verschiedene Klassen eingeteilt. (siehe unten)
Antibiotika richten sich gegen folgende bakteriellen Vorgänge:
Da sich eine Bakterienzelle in vielen Zellstrukturen von einer eukaryontischen Zelle unterscheidet, sind die Antibiotika spezifisch und in eukaryontischen Zellen meist wirkungslos. Bakterien besitzen u.a.
Die Wirkorte der wichtigsten Antibiotika sind nachfolgend dargestellt. Nachfolgend sollen nun 2 Beispiele für Antibiotika und ihre Wirkung besprochen werden. Blockade der Zellwandsynthese Penicilline und Cephalosporine verhindern die Zellwandpolymerisation oder die Anlagerung neuer Peptidoglycane. Sie wirken bakteriostatisch.
Antibiotika müssen bei Gram + Bakterien durch die Zellwand und dann durch die Zellmembran. Dort werden z.B.Penicilline durch spezielle Proteine gebunden. Bei Gram (-) Bakterien gibt es nur den Weg durch die engen Porin-Poren. Viele Antibiotika sind deshalb dort wirkungslos, weil sie nicht in die Zelle eintreten können. Einige Antibiotika wie Cycloserin hemmen den Zusammenbau der Zellwandbausteine im Cytoplasma. Andere wie Bacitracin verhindern den Transport von Bausteinen zum Mureinnetzwerk. b -Lactam-Antibiotika wie Penicilline und Cephalosporine hemmen die Quervernetzung der Murein-Zellwand. Dies führt zu einem osmotisch instabilen Zustand, der zum Platzen der Bakterienzelle und zu deren Tod führt. ß-Lactam Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine) Für die ß-Lactam Antibiotika ist der ß-Lactam (2-Azetidinon)- Ring typisch. Die Seitenketten bestimmen die antibakterielle Wirkung. Penicillin war das erste bekannte b-Lactam-Antibiotikum. Inzwischen gibt es viele synthetische b-Lactam-Antibiotika und auch Penicillinase-resistente Penicilline (siehe Resistenz).
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Hemmung der Proteinsynthese Ein völlig andere Wirkung zeigen die Aminoglycoside wie z. B Streptomycin, die von den fadenbildenden Bakterien, den Aktionomyceten gebildet werden. Man verwendet sie dann, wenn ernsthafte Infektionen durch Gram-negative Bacillen wie E. Coli und Klebsiella vorliegen. Sie wirken bakterizid.
Makrolide wie Erythromycin und Azithromycin binden reversibel an die ribosomale 50S-Untereinheit und inhibieren die Translokation der t-RNA. Sie wirken bakteriostatisch oder bakterizid, je nach Substanzkonzentration.
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Weiterführende Quellen:
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