| 4.2 Wissenschaftliche Fakten zur Atmosphäre, Strahlung, CO2, Wetter, Klima, Thermodynamik |
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| 4.2.5 Global Warming früher | |||||||||||||||||||||
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Die Mittelalterliche Warmzeit (ca. 900 - 1350 und die kleine Eiszeit (ca. 1600- 1700) können als Analoga zu der derzeitigen Erwärmung bzw. Abkühlung betrachtet werden. Viele Quellen rund um den Globus bezeugen bildlich und schriftlich den aus Proxy-Daten messbaren Temperaturverlauf dieser Zeit.
In der mittelalterlichen Warmperiode waren die Temperaturen im Mittel 2- 4°C höher als heute, Island und Grönland wurden im 9. Jahrhundert durch die Wikinger besiedelt, das Packeis zog sich weiter nördlich zurück und in England und Grönland wurde Wein angebaut. In Island wuchsen Eichen und man baute Weizen und Gerste an.
Um 1300 wohnten mehr als 3000 Menschen an der Westküste Grönlands. (Schaefer, 1997.) 1492 stellte der Papst fest, daß seit 80 Jahren kein Bischoff mehr wegen Eis Grönland hätte besuchen können. Seit damals war die besiedlung wegen der Kälte wohl nach Neufundland weiter gewandert oder ausgestorben. In der kleinen Eiszeit war es im Mittel ca. 1- 3°C kälter als heute. Die Wikinger-Kolonie in Grönland war ausgestorben, die Themse in England war im Winter zugefroren genau so wie die holländishen Kanäle.
"Winterlandschaft"des holländischen Malers Pieter Bruegel desÄlteren (15251569) aus dem Jahr 1565, ist eines von mehreren Wintergemälde der ersten kalten Winter der kleinen Eiszeit. Dieselben strengen Winter gab es auf dem nordamerikanischen Kontinent, siehe Connecticut unten.
Connecticut http://g3.tmsc.org/face_of_ct/168.htm Um 1700 war Island im Winter vollständig von Packeis umgeben, was den Schiffsverkehr dorthin sehr gefährlich machte. Gleichzeitig erfroren in China die Zitrusfrüchte in der Provinz Jiangxi, die seit Jahrhunderten kultiviert wurden. Zwischenfazit Nr. 1: Seit ca. 300 Jahren gibt es tatsächlich globale Erwärmung (ca. 1,5°C)! Nachfolgend ist die Analyse von Meeressedimenten in der Sargassosee zu sehen. Man erkennt eine leichte Abkühlung um 2 Grad seit ca. 3000 Jahren, ein Tiefpunkt zu Zeiten der Völkerwanderung, ein Klimaoptimum im Mittelalter und eine kleine Eiszeit im 16. Jahrhundert.
Damals gab es noch keine Industrialisierung, keine Kraftwerke, Automobile, elektrisches Licht usw.. Man erkennt auch eine deutlich stärkere Erwärmung im Mittelalter (= mittelalterliche Warmzeit) als heute und die "kleine Eiszeit" im 17. Jahrhundert. Zwischenfazit Nr. 2: Seit ca. 3000 Jahren gibt es globale Abkühlung (ca. 1,5°C)! Die bisherige Betrachtung von ca. 3000 Jahre zeigt, daß insgesamt jedoch die mittleren Temperaturen um ca. 1,5°C gesunken sind. (und zwar weltweit). Die letzten 10 000 Jahre der Erdgeschichte werden Holozän genannt. Temperaturdaten rund um den Globus bestätigen diesen Temperaturabfall seit ca. 7000 -8000 Jahren, dem Holozän-Maximum: Nachfolgend ein Beispiel der Temperaturentwicklung in Norwegen im Holozän bzw. aus Eisbohrkernen der Antarktis aus demselben Zeitraum:
Vor ca. 15 000 Jahren fand ein rapider Temperaturanstieg um ca. 12°C statt, der vor ca. 10000 Jahren endete. Zwischenfazit Nr. 3: Seit ca. 8000 Jahren gibt es globaleAbkühlung (ca. 3°C)! Noch mehr Klarheit erhält man, wenn man die Temperaturentwicklung über einen noch längeren Zeitraum beobachtet. Wir schauen mal auf die letzten 450 000 Jahre. Die nachfolgenden Ergebnisse zeigen die Temperatur und den CO2-Gehalt aus antarktischen Eisbohrkernen.
Erkenntnisse:
Fazit:
zuerst Wärme, dann CO2-Erhöhung. Noch Interessanter wird es, wenn wir in der Zeit mehrere Millionen Jahre zurückgehen. Auch hier können wir nur auf Proxy-Daten zurückgreifen, die jedoch weltweit umfangreich vorliegen.
Man erkennt, daß wir heute am Ende einer Serie mehrerer Eiszeiten leben. Die Temperaturen heute (und seit ca. 2 Millionen Jahre) sind jedoch immer noch wesentlich niedriger ( um ca. 10 Grad) als die im Erdmittelalter (Zeit der Saurier). Diese Zeit wurde durch einen Metoriteneinschläg größten Ausmasses beendet. Berücksichtigt man nun alle Temperaturdaten die weltweit zusammengetragen wurden, dann wird klar, daß es auf der Erde seit dem Kambrium (600 Millionen Jahren) meist wesentlich wärmer war als heute (ca. 22°C) und daß wir klar am Ende einer größeren Kälteperiode leben. Diese hohe mittlere Erdoberflächentemperatur wurde durch 4 Kälteperioden kurz unterbrochen. Fazit aus der Betrachtung der Proxydaten:
Weitere Daten zu Global Warming in früheren Zeiten siehe Ursachen des Global Warming. |
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Weiterführende Quellen:
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