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Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurden durch Veröffentlichungen
des Paläontologen O.C. Marsh (1870) und eine Ausstellung
des American Museum of Natural History auf eine kontinuierliche
Evolution der Perde (Equus) über viele Zwischenstufen,
ausgehend vom Eohippus (nun Hyracotherium genannt)
im Tertiär hingewiesen worden. Heute findet man die Pferdeevolution
in allen Biologiebüchern.
Nach einem weiteren Jahrhundert Forschung weiß man heute
jedoch, daß die Entwicklung nicht geradlinig stattgefunden
hat im Sinn einer Anagenese
sondern, daß viele Spezies entstanden sind, die teilweise
sogar bestimmte Evolutionsschritte rückgängigmachten und
weiterhin gleichzeitig verschiedene Spezies koexistierten (Cladogenese).
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Es wäre falsch zu sagen, Equus ist das Ziel der Pferdeevolution,
nein Equus ist die einzig überlebende Gattung.

Equus zebra
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Equus asinus (Afrika)
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Equus caballus przewalski
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Alle Mitglieder der Familie Equidae
(Pferde, Zebras, Esel) sind Perissodactylen
(= unpaarzehige Huftiere), die auf der 3. mittlere Zehe gehen).
rechts das einzige Wildpferd
(Asien) |
Andere Perissodactylen sind Tapire und Rhinozerosse. Die
modernen Pferdeartigen stammen vom Parahippus
ab. Die meisten Spezies entstanden in Nordamerika. Man findet jedoch Fossilien
auf allen Kontinenten außer Australien in der Antarktis. Unten ist
der Familienstammbaum der Pferde abgebildet.
Der Stammbaum unten zeigt deutlich die Cladogenese und die große
Vielfalt der Spezies im Tertiär.
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Der Größenvergleich oben macht einen von mehreren Unterschieden
deutlich, die sich in 55 Millionen Jahren herausgbildet haben.
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Hyracotherium
Die Entwicklung begann im Eozän vor 55 Millionen Jahren mit
dem Vorfahren aller Pferde, dem Hyracotherium (Eohippus),
einem kleinen (ca. 50 cm Schulterhöhe), Blätter und Früchte-fressenden
Waldtier.
Hyracotherium sah überhaupt nicht wie ein Perd aus. Es hatte
einen gewölbten Rücken, kurzen Hals, kurze Schnauze, kurze Beine
und einen langen Schwanz. Früher nannte man es Eohippus. Das
Tier ging auf Pfoten ähnlich wie die Hunde, mit der Ausnahme, daß
es an jeder der 4 Vorderzehen und 3 Hinterzehen kleine Hufe hatte. Das
Gehirn war klein, speziell die Vorderlappen des Großhirns. Es war
damals für ca. 20 Millionen Jahre ein recht erfolgreiches Tier und
blieb in dieser Zeit mit Ausnahme des Gebisses fast ohne Änderungen.
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Zähne von Hyracotherium
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Orohippus und Epihippus
Im frühen Eozän (ca. 50 MJ) gab es einen langsamen Übergang
von Hyracotherium zu Orohippus. (MacFadden, 1976). Orohippus
sah Hyracotherium sehr ähnlich mit den oben genannten Merkmalen jedoch
veränderten Zehen und Zähnen. Orohippus konnte festeres pflanzliches
Material essen.
Aus Orohippus entstand Epihippus ( ca. 47 MJ). Auch er unterschied
sich im Wesentlichen nur durch wiederum veränderte Zähne.
Im Oligozän veränderten sich die Pferde deutlich. Das Klima
wurde in Nordamerika trockener, Graslandschaften entwickelten sich, die
Wälder schrumpften. Die Pferde wurden größer und besaßen
festere Zähne.
Mesohippus
| Im späten Eozän erschien plötzlich
( geologisch betrachtet innerhalb einiger Millionen Jahre) die Spezies
Mesohippus celer (ca. 40 MJ). Das Tier war größer
als Epihippus (ca. 61 cm Schulterhöhe). Der Rücken
war weniger gekrümmt, die Beine und der Hals länger, genauso
wie der Gesichtsschädel. |
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Der Schädel hatte wie die späteren Pferde eine charakteristische
Vertiefung (siehe oben rechts Pliohippus). Mesohippus hatte
hinten und vorne 3 Zehen mit einem rudimentären 4. Zehen vorne.
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Vorderzehe
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Er ging wie seine Vorgänger auf den Pfoten. Das Großhirn
war deutlich größer, die Zähne wie die des Epihippus
für festere Pflanzenteile.
Links eine Zahnreihe von Mesohippus.
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Miohippus
Bald nach Mesohippus celer und einigen Verwandten erschien Miohippus
assiniboiensis (ca. 36 MJ). Der Übergang kam plötzlich,
jedoch kennt man einige Übergangsfossilien.
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Miohippus war wesentlich größer als
Mesohippus, mit einem etwas längeren Schädel. Seine Zähne
zeigten einen extra Kamm, der später typisch für die Pferde
ist. Beide Spezies lebten ca. 4 Millionen Jahre zusammen. (Prothero
& Shubin, 1989) |
Mesohippus starb im mittleren Oligozän aus. Im frühen
Miozän (24 MJ) spaltete sich die Pferdefamilie in mindestens 2 Linien
und einen kleine Seitenast auf:
- 3-zehige Weidetiere namens "Anchitheren". Sie verbreiteten sich auch
in Eurasien und lebten mehrere 10 MJ . Man erkennt sie an den einfachen
Zähnen des Miohippus. Solche Arten waren Anchitherium und
die großen Hypohippus und Megahippus.
- Eine kleine Linie von Zwergpferden wie Archeohippus. Sie starben
bald aus.
- Eine Linie, die sich von Laub- zu Grasfressern entwickelte. Gras
ist schwer zu kauen, da es wegen des Siliziumgehalts der Blätter
die Zähne schnell abnutzt. Dehalb benötigten Grasfresser harte,
scharfe Zähne.
Diese 3. Linie spezialisierte sich als Grasfresser mit einer Zementschicht
auf den Zähnen und entwickelte sich besonders zu guten Läufern
mit langen Beinen, längerem Schädel und größerer
Körpergröße. Die Knochen begannen zu verschmelzen und
die Tiere standen auf den Zehenspitzen.
Parahippus
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Parahippus entstand im frühen Miozän (ca. 23 MJ).
Ein typischer Parahippus war ein wenig größer als der
Miohippus mit derselben Gehirngröße und Körperform.
Parahippus war noch 3-zehig und zeigte eine weitere Entwicklung
bei den Zähnen.
Er entwickelte sich rasch weiter zum Grasfresser Merychippus
gunteri.(ca. 18-17 MJ).
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Merychippus
Ein typischer Merychippus war ca. 1 m hoch, das bisher größte
Pferd. Der Gesichtschädel verändert sich zum typisch modernen
Pferd, das Gehirn war deutlich größer, besonders das Kleinhirn.
Dadurch war Merychippus beweglicher als frühere Pferde. Auch Merychippus
war noch 3-zehig, jedoch stand das Tier schon völlig auf den Zehenspitzen
mit einem großen zentralen Huf und längeren Beinen.
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Die ganze Extremitätenanatomie hatte sich bei
Merychippus dazu entwickelt, sich schnell über einen
harten Untergrund zu bewegen. Die Zähne hatte hohe Furchen
mit einer dicken Zahnschmelzschicht. (siehe unten)

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Merychippus entwickelte sich rasch zu einer Vielzahl ( mindestens
19) verschiedener Spezies weiter. Darunter gab es 3 wichtige Linien:
- 3- zehige Grasfresser namens Hipparion. Sie waren sehr erfolgreich
und spalteten sich in viele Spezies in der neuen und alten Welt auf.
- Ein Linie kleinerer Pferde wie Protohippus und Calippus, zusammen
"Protohippine" genannt
- Die Linie der echten Pferde, bei denen die seitlichen Zehen
langsam verschwanden.
Vor ca. 10 MJ hatten sich eine sehr große Anzahl verschiedener
Pferdearten entwickelt darunter Hipparions, Protohippines und echte,
einzehige Pferde, die sich von der Merychippuslinie aus entwickelten.
Pliohippus
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Im mittleren Miozän hatte sich Pliohippus (ca.15 MJ)
als 3-zehiges Pferd entwickelt. Es sah den modernen Pferden sehr
ähnlich, und verlor im Laufe der Evolution seine seitlichen
Zehen.
Daraus entstanden einzehige Pferde wie Astrohippus und Dinohippus
aus dem sich dann am Ende des Pliozäns ( ca. 4 MJ) das moderne
Pferd Equus entwickelte.
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Die heutigen Pferde haben noch die Gene für seitliche Zehen (Griffelbeine).
Selten wird ein Fohlen mit echten seitliche Zehen geboren.
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Während der 1. Eiszeit (2,6 MJ) wanderten Equus-Spezies
nach Eurasien, Afrika (Zebras) und Südamerika.
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Am Ende des Pleistozän starben durch klimatische Änderungen
und menschliche Jagd alle Pferde in Nordamerika aus.
Zusammenfassung Pferdeevolution:
Die Pferdeevolution ist durch die Entwicklung verschiedener Eigenschaften
gekennzeichnet:
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Ablauf der Evolution:
- Kleine, laubfressende Waldtiere des Eozän (ab 55 MJ)
- Mittelgroße Äser des späten Eozän-Oligozän
(35 MJ)
- Miohippus Radiation (24 MJ)
- Entstehung von Grasland und Weiden (20 MJ)
- Merychippus Radiation (20 MJ)
- Einzehige Equidae (10 MJ)
- Equus (4 MJ)
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Moderne Pferdeartige
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1. Körpergröße:  |
| 2. Extremitäten: |
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Vierzehiger Pfotengang ---> einzehiger Fingerspitzengang
äsendes Waldtier ------> Rennpferd
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| 3. Gehirn: |
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Das Gehirn nimmt deutlich an Volumen und Oberfläche
zu.
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| 4. Zähne: mit
gerundeter Zahnoberfläche -----> Zähnen mit hartem Schmelz
und tiefen, scharfen Furchen |
Zahnreihe Hyracotherium
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Zahnreihe Mesohippus
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Zahn von Equus
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5. Nahrung: vom Blätter und Früchtefresser -------> Grasfresser
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